Bedburg-Hau: Bedburg-Hau soll Sporthallen schließen

Bedburg-Hau: Bedburg-Hau soll Sporthallen schließen

Die Gemeindeprüfungsanstalt NRW hat festgestellt, dass die Kommune zu viele Hallen für den Bedarf hat. Sie empfiehlt, Schulsporthallen aufzugeben. Kämmerer Georg Fischer hält dagegen: Die Vereine bräuchten dringen Kapazitäten.

Neun Monate lang, vom Februar bis November 2017, hat die Gemeindeprüfungsanstalt NRW (GPA) Bedburg-Hau genau unter die Lupe genommen. Jetzt hat die Institution ihren Abschlussbericht vorgelegt. Der fällt durchaus positiv aus: "Die Gemeinde punktet mit einer guten Eigenkapitalausstattung, einer stabilen Liquiditätslage, unterdurchschnittlichen Verbindlichkeiten und hohen Rückstellungen. Mit dieser soliden Haushaltsplanung ist Bedburg-Hau für die kommenden Jahre gut gerüstet". Doch es gibt einen Punkt, bei dem die GPA dringenden Handlungsbedarf sieht: Bedburg-Hau hat zu viele Sporthallen. "Nach unserer Auswertung übersteigt das Sporthallenangebot den Bedarf. Bestand und Auslastung sollten optimiert und angepasst werden", sagt Projektleiter Thorsten Mindel.

In Bedburg-Hau gibt es drei Schulsporthallen - eine Einfachsporthalle an der Grundschule in Schneppenbaum, eine Einfachsporthalle an der Grundschule in Hasselt und eine Dreifachsporthalle (Dietmar-Müller-Sporthalle) im Ortsteil Hau, die von der Grundschule in Hau und der Gesamtschule genutzt wird.

Der Gesamtbedarf der Schulen, so hat die GPA errechnet, liegt bei 2,7 Halleneinheiten. Im Bestand sind jedoch fünf Halleneinheiten. Die Schülerzahl wird sich nach aktuellen Berechnungen in den nächsten Jahren nach und nach reduzieren. Der Teilstandort der Gesamtschule wird spätestens zum Schuljahr 2020/2021 aufgelöst. "Somit wird das Überangebot an Sporthallen für den Schulsport mittelfristig noch größer. Insbesondere die Dietmar-Müller-Sporthalle wird nicht mehr ausgelastet", heißt es im Bericht.

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Die Empfehlung der GPA lautet: Die Gemeinde sollte den Fokus auf die Belegung der Dietmar-Müller-Sporthalle legen. Sie lasse sich in drei Halleneinheiten aufteilen. Somit könne der komplette Schulsport aller Schulen dort durchgeführt werden. "Die Schulsporthallen in Schneppenbaum und Hasselt könnten aufgegeben werden", ist im Abschlussbericht zu lesen. Dadurch könne die Gemeinde jährlich rund 190.000 Euro sparen.

Kämmerer Georg Fischer freut sich zwar grundsätzlich über Einsparmöglichkeiten, hält den Bericht der GPA beim Thema Sporthallen jedoch für "an der Realität vorbei". "Es wurden allein die Schülerzahlen betrachtet. Wenn man die Sportvereine hinzuzieht, sieht das alles jedoch ganz anders aus", sagt Fischer im Gespräch mit unserer Redaktion. Tatsächlich stelle sich die Situation ganz anders dar, als die GPA sie sieht. "Wir brauchen dringend die Sporthallen für die Vereine. Zu Stoßzeiten wie etwa im Zeitraum von 17 bis 20 Uhr haben wir große Probleme, genügend Kapazitäten bereitstellen zu können", sagt der Kämmerer. "Die Vereine suchen händeringend nach Nutzungsmöglichkeiten in den Sporthallen", sagt Fischer. Deshalb hält er die Empfehlung der GPA auch nicht dazu geeignet, sie umzusetzen. Fischer: "Im Endeffekt muss der Gemeinderat entscheiden, ob er Sporthallen schließen möchte. Ich rate allerdings davon ab. Wir leisten uns hier keinen Luxus."

Auch die Sportplätze hat die Gemeindeprüfungsanstalt analysiert. Dabei ist ihr besonders die Sportanlage Louisendorf aufgefallen. Diese sei nur zu 45 Prozent ausgelastet und belaste die Gemeinde und den Verein finanziell erheblich.

(RP)