Bedburg-Hau: Neubau der LVR-Klinik

Neubau der Psychiatrie in Bedburg-Hau : LVR-Klinik: Einzug erst im Sommer

Mehr als 23 Millionen Euro investiert der Landschaftsverband Rheinland (LVR) in ein neues Stationsgebäude am Johan-van-Aken-Ring. Der Bau sollte längst bezogen sein, doch Mängel und eine Insolvenz durchkreuzten den Terminplan.

Er ist immerhin auf der Zielgeraden: Die Arbeiten am 23-Millionen-Euro-Neubau des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) der Klinik Bedburg-Hau sind in der Endphase. Hellgrau, vom gleichmäßigen Rhythmus der Fenster unterbrochen, liegt das zweigeschossige Bettenhaus mit seinen Höfen am Johann-van-Aken-Ring. Der dreigeschossige, dunkelgrau verkleidete Komplex mit Anschluss an die Föhrenklinik legt sich schräg darüber. Ein zwei Etagen hoher Glaseinschnitt zeigt den künftigen Haupteingang für das Bettenhaus der Akutpsychiatrie und die Föhrenbachklinik vom Klinikgelände an. Dort soll demnächst ein zentraler Empfang sein.

Eigentlich hätte hier schon Klinik-Betrieb sein sollen: Das neue Stationsgebäude der LVR-Klinik Bedburg-Hau am Johan van Aken Ring, angeschlossen an die Föhrenbachklinik, soll ein moderner Klinik-Bau sein, der neusten Ansprüchen gerecht wird. Bautechnisch einerseits, mit Blick auf die Therapie aber vor allem andereseits. Mit lichten, hell verglasten Innenhöfen, die Licht in die Flure bringen sollen, mit dem zwei Etagen hoch verglasten Eingangsbereich und mit einer Cafeteria, die bei schönem Wetter auch draußen Plätze bieten könnte.

Das 108 Meter lange Bettenhaus wird 78 Betten für vier Stationen beherbergen, der dreigeschossige Verbindungsbau zur Föhrenbachklinik hat im ersten Obergeschoss eine gerontopsychiatrische Tagesklinik mit 14 Plätzen und darüber die Arzt- und Therapeutenzimmer. Der gesamte Komplex hat eine Bruttogeschossfläche von mehr als 7585 Quadratmetern. Zum Vergleich: Das sind mehr als 20 durchschnittlich große Einfamilienhäuser.

Das Gebäude, das Haus 50 ersetzen wird, ist zudem auf künftige Entwicklungen angelegt. Er ist statisch so ausgelegt, dass man ihn aufstocken könnte, wenn es nötig wird. „Die gesamte Region kann sehen, was sich hier in der LVR-Klinik Bedburg-Hau tut. Dieser Bau ist für uns ein Zeichen der Wertschätzung des Standortes wie der Mitarbeiter der LVR-Klinik, die eigentlich nur in einem modernen Haus das leisten können, was die Berufsehre vorgibt“, sagte Bedburg-Haus Bürgermeister Peter Driessen beim Richtfest. Das ist jetzt eineinhalb Jahre her. Denn der Bau verzögerte sich. Jetzt ist die Eröffnung für Sommer 2019 geplant.

„Ursprünglich war die Fertigstellung des Stationsneubaus mit fünf Stationen und 78 Betten sowie zwölf tagesklinische Behandlungsplätze für Mitte 2018 geplant. Mittlerweile gibt es Bauverzögerungen, die für die LVR-Klinik Bedburg-Hau und das projektsteuernde LVR-Dezernat Gebäude- und Liegenschaftsmanagement nicht vorhersehbar waren“, bestätigt Katharina Landorff, Sprecherin des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) in Köln, die Verzögerung. Sie sei auch das Ergebnis der derzeit sehr guten konjunkturellen Lage im Bausektor und der infolge dessen großen Auslastung der am Bau tätigen Firmen.

Tatsächlich musste der Landschaftsverband im Verlauf der Bauarbeiten drei Firmen wegen mangelhafter Leistungen oder Leistungsverweigerungen kündigen. Zudem ging eine der am Bau beteiligten Firmen in die Insolvenz. „Durch die erforderliche Suche nach Ersatzfirmen wurde der geplante Bauablauf erheblich gestört. Mittlerweile werden jedoch die betroffenen Arbeiten durch entsprechende Ersatzfirmen ausgeführt. Eine zeitliche Kompensation der Auswirkungen war und ist nicht möglich“, sagt Landorff auf Anfrage unserer Redaktion.

Geplant hat den Großbau für die LVR-Klinik in Bedburg-Hau, in den der Landschaftsverband mehr als 23 Millionen Euro investieren wird, das Architekturbüro Sander-Hofrichter aus Ludwigshafen. Die Architekten legen in ihrer Baubeschreibung größten Wert auf Nachhaltigkeit, die für das Büro ein wichtiges Thema sei, das sich in diesem modernen Psychiatrieneubau widerspiegeln soll – vom Gründach bis zum Passivstandard. Sander-Hofrichter bauen für den LVR auch in Viersen und Langenfeld.

Mehr von RP ONLINE