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Bedburg-Hau-Moyland: Matinee

Kritik : Matinee in Schloss Moyland

Werke von Antonin Dvorak begeisterten das Publikum im Zwirnersaal.

Durch den nebligen Schlosspark schimmerte die Wintersonne, während es drinnen im Zwirnersaal wogte und rauschte: Bei der Neujahrsmatinee auf Schloss Moyland gastierte das „Tschechoslowakische Kammerduo“ mit Werken von Antonín Dvořák und dessen Zeitgenossen. Als eingespieltes Team präsentierten sich Violinist Pavel Burdych (Tschechien) und Pianistin Zuzana Berešová (Slowakei), die bereits seit 2004 zusammen musizieren. In ihren besten Momenten brachten sie die Musik ausdrucksvoll zum Leuchten.

Ganz im Zeichen Dvořáks stand die erste Konzerthälfte: Atmosphäre schuf das Duo in der Romanze op. 11, deren melancholisches Thema der Komponist kurz zuvor schon in einem Streichquartett verarbeitet hatte. Zwischen leidenschaftlichem Aufbegehren und lyrischem Gesang bewegt sich Dvořáks Sonate F-Dur, deren Kontraste Burdych und Berešová feinfühlig herausarbeiteten.

Doch nicht immer war die Balance optimal – vielleicht auch durch die Nervosität der Künstler –, stellenweise drohte das Klavier Burdychs zarten, expressiven Geigenklang zuzudecken. Sobald sich die beiden jedoch zu entspannen und innerlich loszulassen schienen, stimmte alles, und sie harmonierten wunderbar in Ausdruck und Dynamik.

Der berühmte langsame Satz aus Peter Tschaikowskys Violinkonzert gelang seelenvoll und innig, dämonische Blitze zuckten im Scherzo aus Johannes Brahms‘ „F-A-E-Sonate“. In satten Dur-Harmonien schwelgte Josef Suks „Märchen“, das besonders in seinen schlichten Passagen berührte.

Befreit durch den begeisterten Applaus spielten Burdych und Berešová als Zugabe Dvořáks Lied „Als die alte Mutter mich noch lehrte singen“ – mit Leichtigkeit und Hingabe zugleich.