Bedburg-Hau: Bedburg-Hau: Investor wird verprellt

Bedburg-Hau: Bedburg-Hau: Investor wird verprellt

Ein Kevelaerer Unternehmer will in Bedburg-Hau insgesamt 90 Wohnungen überwiegend für Studenten bauen. Nur die CDU stimmte für die 4,5 Millionen Euro große Investition. BedburgerNass: keine Rücklagen für höhere Kosten.

4,5 Millionen Euro will der Kevelaerer Unternehmer Georg Ruffen in eine Wohnanlage am Saalweg in Schneppenbaum investieren. 90 kleine Wohnungen sollen dort entstehen. Zielgruppe: Studenten. "Von dort sind es nur wenige Hundert Meter bis zum Bahnhof und dann vier Minuten bis zum Campus – wir sehen dort gute Chancen für studentisches Wohnen", sagt Ruffen. Vor allem, weil er hier günstigeren Wohnraum als in der Klever City anbieten kann: "Die Wohnungen sollen ja bezahlbar sein", sagt der Kevelaerer.

Doch Ruffen wurde nicht mit offenen Armen empfangen. Nur weil Ratsmitglieder aus den Reihen von SPD, FDP und Grünen fehlten, hatte die CDU-Fraktion die Mehrheit, die für die Ruffen-Pläne nötige Bebauungsplan-Änderung zu beschließen. Auch Bürgermeister Driessen schloss sich den Gegnern der Millionen-Investition an und stimmte gegen die von seiner Verwaltung ausgearbeitete Vorlage.

Manfred Opgenorth (CDU) schäumte: "Der Bürgermeister heißt Investoren in unserer Gemeinde wohl nicht willkommen". Gestern kommentierte CDU-Fraktionschefin Silke Gorißen die Situation: "Das ist jetzt eine unerträgliche Situation – das ist ein katastrophales Signal, das die Gemeinde hier aussendet. Doch auch wenn der Investor sich unerwünscht fühlt, möchte er weiter investieren". Das bestätigte Ruffen gestern und appellierte an die anderen Fraktionen, bei der Offenlegung des künftigen Bebauungsplanes die 4,5-Millionen-Euro-Investition nicht zu verhindern. Er wolle seine Pläne bald auch der Nachbarschaft vorstellen. FDP und SPD hatten versucht, für die 90 Wohneinheiten studentisches Wohnen festzuschreiben. "Vertretbar wäre diese Bebauung an dieser Stelle für uns nur dann, wenn hier tatsächlich die studentische Nutzung im Vordergrund steht. Hier wurde bei der Vorstellung durch die Architektin, Stefanie Ruffen, in Vertretung für ihren Schwager eine Zustimmung signalisiert", sagt FDP-Fraktionschef Michael Hendricks. Mit diesen "Signalen" der Architektin begründete auch Bürgermeister Peter Driessen seine Ablehnung: "Wir sind davon ausgegangen, dass wir den großen Teil der Wohnungen für studentisches Wohnen festschreiben", sagt Driessen. Was allerdings bedeuten würde, dass der Investor bei einer Vermietung an Nicht-Studenten einen neuen Ratsbeschluss bräuchte.

Das wiederum lehnt Ruffen ab: "Wir haben keine öffentlichen Mittel in Anspruch genommen", sagt er. Er habe seine Wohnungen so flexibel geplant, dass sie auch zusammengelegt werden können, sollten dort beispielsweise ältere Menschen kleineren und damit günstigeren Wohnraum suchen. Tatsächlich hätte der Investor sofort bauen können, wenn er sich an den alten, von allen als überholt bezeichneten Bebauungsplan gehalten hätte, bestätigt Bedburg-Haus Bauamtsleiter Dieter Henseler. Dass die Pläne für den neuen Bebauungsplan besser als die alte fünfgeschossige Riegelbebauung seien, bestätigten selbst die Gegner der Investition. Aber vielleicht fühlten die sich auch nur übergangen, weil der Kevelaerer über seinen Berater direkt an die CDU-Chefin Silke Gorißen herangetreten war. Willi van Beek ließ das jedenfalls anklingen: "Der Investor hat sein Anliegen nur der CDU vorgestellt. Er wäre doch besser zur Verwaltung gegangen", sagte der SPD-Fraktionschef in der Sitzung, bevor auch er als Begründung die Festschreibung auf studentisches Wohnen als Grund für seine Ablehnung anführte.

Aussagen zu den laufenden Kosten vom BedburgerNass konnte Kämmerer Georg Fischer in der Ratssitzung nicht machen. Rücklagen für eine mögliche Kostensteigerung bei der Sanierung des Bades habe man nicht, so Fischer. Wenn die Sanierung teurer werde, müsse ein Nachtrag aufgestellt werden. Es droht dann wohl eine höhere Kreditsumme. Die Bemühungen um die Klinik-Vermarktung scheinen still zu stehen. Hendricks (FDP) beantragte, in der kommenden Ratssitzung mit Vertretern des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) über den Stand der Dinge zu sprechen: "Wir möchten wissen, was zur Vermarktung unternommen wird"

(RP)
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