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Bedburg-Hau: Ehepaar Thomas lädt Gartenfreunde nach Louisendorf ein

Ehepaar aus Louisendorf : „Dieses Mal blüht der Garten richtig auf“

Beim letzten Mal wurden sie von Besuchern förmlich überrannt – am Sonntag öffnet das Louisendorfer Ehepaar Thomas nochmals seine Gartentür. Die vielen Hortensienpflanzen versetzen den Garten nun in einen Farbenrausch.

Jeder Garten hat seinen eigenen Charme, und viele Gärten spiegeln die Lebensphilosophie ihrer Besitzer wider. So auch das schöne Fleckchen Erde der Eheleute Marion Lotterjonk-Thomas und Arnd Thomas, die in Louisendorf an der Imigstraße 58 b einen farbenprächtigen Hortensien-Garten besitzen. Deshalb nahmen sie am 26. Juni am Tag der Offenen Gartentür teil. „Der Tag war wunderschön, aber zugleich sehr anstrengend, denn etwa 160 Gartenliebhaber besuchten unseren Garten. Wir waren überwältigt sowie überrascht ob des großen Andrangs und Interesse der vielen Gäste, und wir führten interessante Gespräche über unseren Garten und Gestaltungsansatz“, blicken die Gartenbesitzer zurück. Allerdings gibt es einen Wermutstropfen. „Es ist schade, dass am 26. Juni nur wenige Hortensien ihre Farbenpracht zeigten. Viele Besucher fragten uns, ob wir den Garten in einigen Wochen nochmal öffnen würden, am besten wenn die Hortensien blühen. Diesem Wunsch kommen wir nun nach, denn am Sonntag, 14. August, ab 11 Uhr laden wir alle Gartenfreunde wieder ein, zu uns zu kommen“, sagt Arnd Thomas.

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 Ausschlaggebend und Anstoß für die Gartenöffnung war vor drei Jahren die Hochzeit eines Freundes, der dort im Garten eine freie Trauung veranstaltete und dessen Gäste die Idee in den Raum warfen. „Wir hatten vorher keine Gedanken daran verschwendet, unseren Garten der Öffentlichkeit zu zeigen“, erklärt Arnd Thomas. Wenn er nach zwei Stunden auf dem Aufsitzrasenmäher absteigt, hat er oft neue Ideen zur Gestaltung. „Der Garten ist jetzt der Ausgleich für unsere stressigen Jobs“, sagen beide, die im Bereich der Krankenpflege in verschiedenen Krankenhäusern tätig sind.

Arnd Thomas ist 48 Jahre alt und gebürtiger Louisendorfer. Er absolvierte zunächst eine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann bei der Firma Bremer. Nach dem Zivildienst entdeckte er die Liebe zur Pflege. Von 1995 bis 1998 dauerte die Ausbildung im Klever Krankenhaus. Später arbeitete er in der Unfallchirugie, danach wechselte er zur Intensivstation. Elf Jahre blieb er dem Klever Krankenhaus treu, dann kündigte er, um sich selbstständig zu machen. „Deutschlandweit habe ich gearbeitet, als so genannte ,Rent a Nurse‘. Diese Form der Pflege wurde komplett verboten, aber ich wollte nicht mehr zurück nach Kleve“, erzählt Arnd Thomas. So „setzte ich mich in die Schweiz ab, wo ich eigentlich nur drei Monate bleiben wollte“. Doch daraus wurden insgesamt sieben Jahre M zwei in Bern sowie fünf in Zürich als Krankenpfleger in der Intensiv- und Notfallmedizin an den jeweiligen Universitätskliniken. „Die Schweizer hätten mich gerne weiter beschäftigt, dafür hätte ich aber umziehen müssen. Doch die Familie war wichtiger als die Karriere, deshalb kehrte ich zurück. Seit November 2019 bin ich im Gocher Krankenhaus in der Anästhesie tätig“, sagt der 48-Jährige.

Marion Lotterjonk-Thomas ist 50 Jahre alt und stammt aus Pfalzdorf. Sie erlernte ebenfalls den Kaufmannsberuf beim ehemaligen Modehaus Indefrey in Goch. Ab 1991 war sie im Kevelaerer Hospital in der Pflegerausbildung unterwegs, ehe sie 1994 auf der Intensivstation anfing. Sie wechselte zum 1. Januar 2001 ins Klever Krankenhaus, von dort ging sie ab 1. Januar 2010 in die Sint Maartens Kliniek in Nijmegen in die Anästhesie-Abteilung, wo sie bis heute angestellt ist. Sie machte eine Weiterbildung für Patientenscreening und Narkoseaufklärung, die sie vollständig in niederländischer Sprache durchführt. „Dafür musste ich mich zertifizieren lassen“, sagt die 50-Jährige, die sich auch in Zukunft wie ihr Ehemann weiterbilden möchte. „Wir haben uns auf der Intensivstation des Klever Krankenhauses kennen und lieben gelernt“, sagt Marion Lotterjonk-Thomas. Beide brachten jeweils ein Kind in die Ehe, und der gemeinsame Sohn komplettiert die Patchwork-Familie. „Wie wir genießen unsere Kinder den Garten. Auch die ehemalige NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser war von unserem Garten sehr angetan, als sie im August 2020 Louisendorf einen Besuch abstattete“, erzählt sie.

Arnd Thomas ist mit Leib und Seele Feuerwehrmann beim Löschzug Louisendorf und ist dort für den medizinischen Bereich zuständig. Marion Lotterjonk-Thomas war auch in der Freiwilligen Feuerwehr sehr aktiv, zunächst in Pfalzdorf, später in Louisendorf.

Beide freuen sich auf den kommenden Sonntag und hoffen, dass wieder viele Gartenfreunde ihren Garten besuchen.