Reaktionen auf Tragödie Große Anteilnahme nach Brand in Bedburg-Hau – „Alle stehen unter Schock“

Bedburg-Hau · Nach dem Feuer in einem Altenheim in Bedburg-Hau mit vier Toten und 24 Verletzten ist die Betroffenheit groß. Viele bringen ihre Anteilnahme zum Ausdruck – und Dank an die Einsatzkräfte. Aber auch erste Forderungen gibt es.

Bedburg-Hau: Brand in Altenheim – der Morgen danach – Fotos
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Spuren der Verwüstung nach Brand von Altenheim in Bedburg-Hau

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Foto: dpa/Christoph Reichwein

Es ist ein Unglück, das weit über die Grenzen des Kreises Kleve hinaus für Bestürzung gesorgt hat: In einer Pflegeeinrichtung in Bedburg-Hau ist am Montagmorgen ein verheerender Brand ausgebrochen. Vier Bewohner starben, 24 Menschen wurden verletzt. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen fahrlässiger Brandstiftung. Nicht nur in Nordrhein-Westfalen und Deutschland ist die Anteilnahme groß. Auch in Polen und den Niederlanden, der Türkei und in Luxemburg berichten Medien über die Tragödie vom Niederrhein. Viele Menschen drücken ihre Anteilnahme aus. Aber auch ihren Dank für die vielen Ehrenamtler und Rettungskräfte, die im Einsatz waren und immer noch sind. Reaktionen auf die Brandkatastrophe.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst äußerte sich per Kurzmitteilungsdienst „X“: „Was für bestürzende Nachrichten aus Bedburg-Hau. Diese Tragödie ist einfach schrecklich und fasst einen an. Ich bin in Gedanken bei Betroffenen und Angehörigen, wünsche den Verletzten schnelle Genesung. Mein Dank gilt allen Einsatzkräften und weiteren Helfern.“

NRW-Innenminister Herbert Reul traf am Montagmorgen gegen 9.15 Uhr am Unglücksort ein. Er sprach von einem schwierigen Einsatz und zeigte sich betroffen. „Das haut einen um, das macht einen nachdenklich, das macht einen traurig“, sagte Reul. „Das ist eine sehr bedrückende Situation.“ Er dankte den Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr, die schnell beim Brand gewesen seien und sehr gute Arbeit geleistet hätten. „Ich finde es eindrucksvoll, wie sie das alles gemeistert haben und relativ schnell das Feuer im Griff gehabt haben und die allerallermeisten Menschen gerettet haben.“

Der Sprecher der Feuerwehr Bedburg-Hau, Michael Hendricks, fand nach dem Einsatz eindrückliche Worte: „Das ist eine hochdramatische Situation, die an keinem spurlos vorbeigeht – auch nicht an uns Einsatzkräften. Alle stehen unter Schock. In 30 Jahren bei der Feuerwehr habe ich ein solches Ausmaß noch nie erlebt. Das gilt für viele Kameraden. Die Löschmaßnahmen waren eine große Herausforderung.“

Bedburg-Hau: Großbrand in Seniorenheim ausgebrochen
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Großbrand in Seniorenheim in Bedburg-Hau ausgebrochen

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Foto: dpa/Christoph Reichwein

Auch Markus Mitzenheim, Geschäftsführer des Altenheim-Betreibers „Newcare“ äußerte sich auf Anfrage unserer Redaktion: „Wir sind zutiefst erschüttert, unsere Gedanken sind in dieser schwierigen Zeit bei den Familien und Angehörigen der Verstorbenen, aber auch bei den Verletzten. Unsere oberste Priorität liegt nun darin, den Betroffenen in jeder erdenklichen Weise beizustehen und sie bestmöglich zu unterstützen.“ Man sei Mitarbeitenden, Rettungskräften, Feuerwehrleuten und Seelsorgern dankbar. „Newcare kooperiert eng mit Polizei und Feuerwehr, um den tragischen Vorfall aufzuarbeiten und die genaue Brandursache zu ermitteln.“

Der SPD-Fraktionsvorsitzende im NRW-Landtag, Jochen Ott, schrieb bei „X“: „Schreckliche Nachrichten aus Bedburg-Hau. Es ist eine Tragödie, die sich dort ereignet hat. Ich bin in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen und danke den Rettungskräften, die vor Ort diese dramatische Situation vorgefunden und unter Kontrolle gebracht haben.“

„Was hier geschehen ist, ist eine schreckliche Tragödie“, sagte Landrat Christoph Gerwers nach seinem Besuch vor Ort. „Unsere Gedanken sind insbesondere bei den Angehörigen der Verstorbenen und bei den Schwerverletzten. Ich wünsche Ihnen viel Kraft in dieser schwierigen Zeit. Den leicht verletzten Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Mitarbeitenden, die den Brand hautnah miterleben und Ängste durchstehen mussten, wünsche ich, dass sie die Ereignisse der tragischen Nacht gut verarbeiten.“ Der Landrat dankt den vielen Einsatzkräften – auch aus den Nachbarkommunen und Nachbarkreisen – für ihre schnelle Unterstützung.

Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz nahm den tragischen Vorfall in Bedburg-Hau zum Anlass, um Verbesserungen beim Brandschutz anzumahnen. „Die Zahl der Brände in Pflegeheimen bleibt auf einem konstant hohen Niveau, allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres hat es 26 Mal gebrannt“, erklärte der Stiftungsvorstand. Er fordert eine gesetzliche Pflicht, nach der jedes Patienten- und Personalzimmer mit selbstständigen Löschanlagen ausgestattet werden müsste. Die meisten Bewohner könnten sich nun mal nicht selbst in Sicherheit bringen. „Sprinkleranlagen könnten hier Leben retten und Sachschäden deutlich minimieren“, sagte Brysch. „Was in Möbelhäusern und Lagerhallen seit Langem Standard ist, muss auch in Pflegeheimen gelten.“

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Foto: dpa/Marcel Kusch

Der Bürgermeister von Bedburg-Hau, Stephan Reinders, sprach von einer Tragödie. Er sei in dieser dunklen Stunde aber auch stolz auf die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr: „Es wurden ganz viele der Personen im Heim gerettet.“

Der CDU-Bundestagsabgeordnete des Kreises Kleve, Stefan Rouenhoff, schrieb: „In den frühen Morgenstunden hat es im Seniorenzentrum Haus Simon in Bedburg-Hau einen verheerenden Brand gegeben. Vier Hausbewohner sind dabei ums Leben gekommen, viele wurden verletzt. Auch eine Pflegekraft, ein Polizist und ein Feuerwehrmann haben erhebliche Verletzungen davongetragen. Wir sind in Gedanken bei den Brandopfern, ihren Familienangehörigen und den weiteren Betroffenen dieser fürchterlichen Katastrophe. Unser ausdrücklicher Dank gilt den couragierten Einsatzkräften, die sich für die Rettung der Hausbewohner und die Bekämpfung des Brandes eingesetzt haben.“

Der NRW-Landtagsabgeordnete Volkhard Wille (Grüne) aus dem Kreis Kleve schrieb: „Dass bei dem Brand im Seniorenheim in Bedburg-Hau vier Menschen ums Leben gekommen sind, macht mich sehr betroffen. Meine Gedanken sind bei ihren Angehörigen, Freundinnen und Freunden. Allen Verletzten wünsche ich eine schnelle Genesung Mein Dank gilt allen Hilfskräften vor Ort, die selbstlos und zum Teil unter Einsatz ihres Lebens geholfen haben.“

Auch Sören Pellmann, Vorsitzender der Gruppe Die Linke im Deutschen Bundestag, äußerte sich zu der Tragödie: „Meine Gedanken sind bei allen Verstorbenen und Verletzten des dramatischen Brandes in einem Seniorenheim in Bedburg-Hau. Ich danke allen Helfenden, die gegen diese Katastrophe gekämpft haben und wünsche allen Angehörigen viel Kraft.“

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