Bedburg-Hau: Am Schloss Moyland findet am 13./14. Juli ein Hortensienfest statt

Am 13. und 14. Juli in Bedburg-Hau : Moylands blütenreiches Hortensienfest

Ob die Veranstaltung den Fans der beliebten Blühpflanze fünf Euro wert ist? Die Organisatoren sind da guten Mutes und verweisen auf Weihnachtsmarkt oder Kräuterfest am Schloss. Ohne Eintritt kamen 2018 rund 7000 Besucher.

Nein, auch die prächtigsten Blühgewächse sind keine Kunst. Wenngleich die „Kunst“ des Züchters die Pracht ja erst hervorgebracht hat. Aber die Veranstalter sagen ganz klar: Die Hortensien, die den Park von Schloss Moyland seit einigen Jahren gemeinsam mit den alten Bäumen prägen, sind eine Ergänzung des Angebots, keinesfalls wollen sie mit der Kunst in Museum und Park konkurrieren. „Allenfalls könnte man sagen, dass wir die eigens für uns gezüchtete Hortensiensorte ,Schloss Moyland’ kuratiert haben, denn sie steht in besonderer Beziehung zum Schloss, nämlich mittig davor“, sagt Sofia Tuchard scherzend. Sie ist die Frau für die Öffentlichkeitsarbeit. In 14 Tagen findet zum zweiten Mal das Hortensienfest statt: am 13. und 14. Juli.

Johannes Look, der sich in diesen Tagen von seiner langjährigen Aufgabe als Verwaltungsdirektor von Schloss Moyland in den Ruhestand verabschiedet (das Courage-Festival am heutigen Samstag ist sein letzter Arbeitseinsatz), erinnerte im Pressegespräch daran, dass es Jahre gedauert habe, bis die Umgestaltung der Flächen so weit gediehen war, dass man an eine öffentliche Präsentation denken konnte. „Die Sorten mussten ja erst einmal in verschiedenen Ländern gefunden, gezüchtet und vermehrt werden“, erklärte er. 2018 war dann die „Hortensien-Sammlung“ so weit gediehen, dass ein zweitägiges Fest veranstaltet wurde. Und gleich zum ersten Aufschlag waren 7000 Gäste gekommen.

„Wir haben so viele begeisterte Reaktionen erfahren, dass wir uns in diesem Jahr trauen, ein Eintrittsgeld zu erheben“, so Look. Denn das Fest soll möglichst „nichts kosten“. Anders ausgedrückt: Eine Zuwendung des Freundeskreises und erhebliches Sponsoring durch die landesweit tätigen Hortensienzüchter und andere Anbieter aus dem Gartenbau ermögliche ein „Nullsummenspiel“. Look spricht von einer Private Public Partnership, einer gelungenen Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und Unternehmen. Letztere nutzen die Schau nicht zuletzt für den Verkauf und um sich bekannter zu machen.

Gartenkultur klingt ja auch nach Kunst; einen kulturhistorischen Anspruch hat die Anpflanzung in jedem Fall. Denn in den Schlossgärten Europas sind die Hortensien mit ihren großen Blütenbällen seit dem 18. Jahrhundert (sie kamen aus Asien) sehr beliebt. In Moyland wachsen inzwischen in Beeten, unter Bäumen und in Kübeln mehr als 540 Sorten, deutlich über 2000 Pflanzen dürften es sein, sagt Franz Hoenselaar, der in Bedburg-hau einen Hortensien-Betrieb führt. Kollege Andreas Pellens aus Geldern ist ebenso sachverständig und stark in das Fest involviert. Die beiden Gärtnereien gehören wie 16 weitere Kollegen dem Unternehmerkreis Hortensien unter der Federführung des Pflanzenkulturberaters Christoph Nobis von der Landwirtschaftskammer an.

Die Sorte „Schloss Moyland“ in schillernder Farbpalette zwischen Limonengrün und Lila und eigens fürs Event von Pellens gezüchtet erhielt bei der Bundesgartenschau in Heilbronn eine Goldmedaille. Viele andere Sorten von Bauernhortensien über solche mit Teller- oder Ballblüten bis hin zur Kletterhortensie werden am 13. und 14. Juli zu sehen sein (und zu anderen Zeiten auch, dann fehlen nur zusätzliche Kübel- und Verkaufspflanzen).

Die Veranstaltung ermöglicht zudem intensive Fachgespräche mit den Züchtern, es gibt Führungen und Vorträge über Sorten, Düngung, Schnitt, natürliche Schädlingsbekämpfung und vieles mehr. Als „Specials“ sind Bodypainting und Greifvogel-Flugvorführungen geplant. Zudem gibt es kreative Mitmach-Angebote, Musik und Verköstigung. Die Sammlung und aktuelle Ausstellung des Museums sind ebenso zugänglich.