Kleve: Bau-Boom in der Schwanenstadt

Kleve: Bau-Boom in der Schwanenstadt

Kleve wächst. Neben Großprojekten wie dem Rilano Hotel oder dem Bettenhaus des St.-Antonius-Hospitals gibt es viele weitere Bauvorhaben. Niederländische Firmen entdecken die Stadt. Interesse am Gewerbegebiet Querallee ist groß.

Jeder zehnte Baukran, so heißt es, ist in Dubai im Einsatz. Das ist Weltrekord! Wer sich zurzeit durch Kleve bewegt, könnte ernsthafte Zweifel an dieser Statistik anmelden. Denn gefühlt kann die Schwanenstadt dem Emirat Paroli bieten — an vielen Ecken entstehen beeindruckende Bauten.

Das Rilano-Hotel in der Unterstadt geht mehr und mehr seiner Fertigstellung entgegen. Die meisten Fenster sind bereits eingesetzt. Bald soll das "The Rilano Hotel Cleve" in der neugestalteten Unterstadt seine Pforten öffnen und die Nachfolge des Vier-Sterne-Hauses im Tichelpark antreten. Das neue Hotel in bester Klever City-Lage verfügt über 110 Doppelzimmer und fünf Suiten, die sich über fünf Stockwerke verteilen. Jochen Koenen, Geschäftsführer des Unternehmens "Zevens Grundbesitz", das Bauherr ist, stellte gestern eine Fertigstellung für "Frühjahr/Sommer 2013" in Aussicht.

Nur wenige Meter weiter neigen sich die Bauarbeiten am Spoy-Palais von alltours-Chef Willi Verhuven ihrem Ende entgegen. Auf 3200 Quadratmetern entstehen am Spoyufer insgesamt 16 Arztpraxen, von denen vier bei Bedarf auch als Büroräume genutzt oder zusammengelegt werden können.

Noch im Anfangsstadium sind die Bauarbeiten am neuen Bettenhaus des St.-Antonius-Hospitals. Auf einer Grundfläche von 12 300 Quadratmetern entsteht als Anbau ein Haus mit 287 Betten. 35 Millionen Euro investiert der Verbund der Katholischen Kliniken im Kreis Kleve in den Bau. Fertigstellung ist in vier Jahren.

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Am Klever Ring, nahe des Hotel Cleve, haben die Vorbereitungen für den Bau des neuen, zehn Millionen Euro teuren Hagebaumarkts begonnen. Und schließlich sprießen in der Unterstadt noch drei Studentenwohnheime aus dem Boden.

Doch es sind nicht nur Mammutprojekte, die Kleve derzeit einen Bau-Boom bescheren, sondern auch viele kleinere Vorhaben. So verzeichnet Kleves Wirtschaftsförderer Joachim Rasch einen verstärkten Andrang auf die Klever Industrie- beziehungsweise Gewerbegebiete. "In den vergangenen Monaten ist die Nachfrage nach Grundstücken im Gewerbegebiet Hammscher Hof stark angestiegen", sagt Rasch.

Die Unternehmen Agriservice Jeuken und Gastroservice Koopmann bauen derzeit dort. Agriservice Jeuken ist ein niederländisches Unternehmen, das jetzt den Sprung über die Grenze gewagt und im Gewerbegebiet ein 1500 Quadratmeter großes Grundstück gekauft hat. Dort errichtet die Firma nun eine 600 Quadratmeter große Lagerhalle für ihre Produkte, die sie an Landwirte verkauft. Gastroservice Koopmann erweitert seinen Firmensitz in dem Gewerbegebiet. Dazu hat die Unternehmensführung ein 2500 Quadratmeter großes Grundstück gekauft, auf dem sie ebenfalls eine Lagerhalle errichtet. Auch die Vermarktung des Gebiets Siemensstraße sei schon "relativ weit", so der Wirtschaftsförderer.

Erfolgsnachrichten gibt es auch bereits für das geplante neue Gewerbegebiet in Materborn. Zwischen Querallee und den Sportplätzen von Siegfried Materborn bietet eine drei bis vier Hektar große Fläche viel Platz für Firmenansiedlungen. "Die Fläche ist bereits gut vermarktet", sagt Rasch und spricht von zehn Firmen, die ihr Interesse für einen Grundstückskauf signalisiert hätten. "Wenn alle diese Vorhaben tatsächlich realisiert werden, wären die Flächen aus dem ersten Bauabschnitt bereits so gut wie vergeben", betont der Wirtschaftsförderer.

(RP/rl)
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