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Kleve: Bagger versetzt Spundwand

Kleve : Bagger versetzt Spundwand

Der Linie des Kanals wird vor der künftigen Volksbank in der Unterstadt verändert: Während vor dem Hotel ausgebaggert wird, wird vor der Bank aufgeschüttet. Der BUND bemängelt das Genehmigungsverfahren.

Vor der künftigen neuen Verwaltung der Volksbank Kleverland wird das Ufer entlang des Spoykanals verbreitert. Das ist Gegenstand der Planung seit der Bürgerbefragung 2009. Während auf der Hotelseite ein kleiner "Hafen" ausgehoben wird, wird das Ufer vor der Volksbank in einem leichten Winkel in die Wasserfläche verschwenkt. Das können an der Spitze der Ausbuchtung bis zu maximal 3,5 Meter sein, erklärt Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer. Bevor der Bau der Volksbank beginnt, muss zuerst diese neue Spundwand gesetzt sein.

Dazu wurde jetzt ein Arbeitsraum aus Sand im Kanal aufgeschüttet, von dem aus der Bagger werkeln kann. Zur Zeit wird die Fläche nach Bomben abgesucht: Wie bei der Hochschulbaustelle werden dazu Löcher ins Ufer gebohrt. Dann wird die neue Spundwand gesetzt. "Anschließend wird die Sandfläche vor der neuen Spundwand wieder weggebaggert", sagt Rauer. Insgesamt werde allenfalls ein Drittel der jetzt im Kanal zu sehenden Aufschüttung als Ausbuchtung zurückbleiben.

Diese Ausbuchtung vor der Volksbank soll den Uferbereich aufwerten, auch um dem Wasserlauf die Strenge des Kanals zu nehmen. Zudem wurde in der letzten Sitzung vor der Sommerpause beschlossen, die Stufen von der neuen Bank hinunter zum Kanal nicht direkt an der Herzogbrücke zu bauen, sondern gegenüber dem Hotel, also oberhalb der Ausbuchtung. Diese Stufen führen dann bis auf Höhe der Spundwand. Das ganze Verfahren sei vom Kreis Anfang des Jahres genehmigt worden, so der Technische Beigeordnete.

Karl-Heinz Burmeister, BUND, sieht in der Verschwenkung allenfalls "Plangrafik", die das Bauvorhaben nur unnötig verteuere und das Gewässer möglicherweise gefährde. "Ich weiß nicht wirklich, was das soll", sagt er. Er kritisierte gestern auch die Vorgehensweise der Stadt. "Das ist eine Wasserrechtliche Frage, bei der die Naturschutzverbände in Kenntnis gesetzt werden müssen", sagt er. Burmeister will jetzt beim Kreis die Genehmigungsgrundlage erfragen. Das Ganze gehöre nämlich in ein Planfeststellungsverfahren, konstatiert Burmeister.

Selbst die Erweiterung der Wasserfläche vor dem Hotel sei ein solcher Eingriff in ein Gewässer, das man unter Einbeziehung der Naturschutzverbände genehmigen lassen müsse. Tatsächlich könne man auch nur beide Maßnahmen gleichzeitig betrachten. "Sonst haben wir bei der Verschwenkung der Uferlinie vor der Volksbank eine klare Verschlechterung des Gewässers. Und das darf nicht sein. Man denke nur an die Rechtsprechung beim Tweestrom", sagt Burmeister. Damals bekam der BUND recht, als die Stadt den alten Rheinarm verfüllen wollte. Allerdings, so sagt der BUND-Mann, stehe er mit Rauer im Gespräch über das Gewässer.

(RP)