Kleve: Aussichtsturm wird erlebbar gemacht

Kleve : Aussichtsturm wird erlebbar gemacht

Nachdem der gastronomische Betrieb angelaufen ist, will die Stadt ab Herbst das umliegenden Plateau sowie den Turm sanieren. Sichtachsen werden freigeschnitten, im Frühjahr 2014 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Jahrzehntelang galt der Klever Aussichtsturm als beliebtes Ausflugsziel, zuletzt jedoch verfiel der "höchste Punkt zwischen Ameland und der Eifel" in einen Dornröschenschlaf. "Das Gebäude hat uns Bauchschmerzen gemacht, weil es in keinem guten Zustand war", sagt Kleves Technischer Beigeordneter, Jürgen Rauer. Im oberen Kranzbereich war Wasser eingedrungen, ließ bei Frost das Mauerwerk abplatzen. Abdichtungen mussten erneuert werden, Fensteröffnungen waren vermodert. Jetzt soll der Turm wieder ein historisches Aushängeschild Kleves werden.

Im Herbst beginnt die Stadt mit den Instandsetzungsarbeiten. "Wir haben in der Person von Jürgen Rauer und Willibrord Haas die Grundlage geschaffen, um eine Perspektive zu entwickeln, die brach lag", sagt Bürgermeister Theo Brauer. Voraussetzung sei aber das in sich schlüssige Konzept des "Turm-Teams" gewesen. Die Politik kenne dieses Konzept bis ins kleinste Detail und trage es mit, betont Bürgermeister Brauer.

"Die Stadt Kleve hat das Glück, Bürger zu haben, die den Mut besitzen, Dinge in die Hand zu nehmen", sagt der er. Nach Beendigung der erforderlichen Instandsetzungsarbeiten, soll auch die Außenanlage um den Turm herum in angemessener Art und Weise aufgearbeitet werden.

Der Aussichtsturm stammt aus dem Jahr 1892 und diente ursprünglich als Wasserturm. "Der Punkt hier hat aber eine Geschichte, die vor über 300 Jahren begann", sagt Bruno Schmitz vom Turm-Team. Ursprünglich hätten neun Sichtachsen vom Berg aus Kleve auf ganz besondere Art und Weise erlebbar gemacht. Diese sind mittlerweile längst zugewachsen — zu wenig wurden sie in den vergangenen Jahrzehnten beachtet. Jetzt sollen zumindest die Hauptachsen wiederhergestellt werden. "Dabei handelt es sich auch um ein Stück Kulturgeschichte, das wir wieder herstellen", sagt Bürgermeister Theo Brauer. "Kleve hat Wasser, aber auch Berge. Das ist ein Pfund, das wir nutzen sollten. Ein Aussichtsturm bringt nichts, wenn man von ihm nur auf Baumkronen schaut", ergänzt Bruno Schmitz.

Für die Maßnahmen am und um den Turm stehen im Haushalt 2013 insgesamt 275 000 Euro zur Verfügung. Obwohl das Gebäude seit 1984 in der Denkmalliste der Stadt eingetragen ist, werden keine Mittel der Denkmalpflege zur Verfügung gestellt. "Wir haben zwar einen entsprechenden Antrag gestellt, dieser wurde aber vor zwei Wochen abgelehnt. Der Haushalt der Denkmalpflege ist eben sehr begrenzt", sagt Kämmerer Willibrord Haas. "Dennoch fühlt sich die Stadt in der Verpflichtung, jetzt loszulegen. Auch ohne die zusätzlichen Mittel", sagt Haas.

Die Öffnungszeiten des Aussichtsturms richten sich, ist dieser fertiggestellt, nach den Öffnungszeiten der Gastronomie nebenan. "Am Anfang erst freitags, dann planen wir auch donnerstags zu öffnen. Und im kommenden Jahr wollen wir auch am Wochenende geöffnet haben, um den klassischen Sonntagsausflug möglich zu machen", sagt Bruno Schmitz.

(lukra)