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Ausschuss diskutierte über Gestaltungsmöglichkeiten des Kalkarer Marktplatzes

Marktplatz Kalkar : „Schönheit des Ensembles beibehalten“

Das Integrierte Handlungskonzept sieht Veränderungen am Kalkarer Marktplatz vor. In einer Ausschusssitzung wurde ein erstes Stimmungsbild ermittelt. Probleme könnten Einwände des LVR-Amts für Denkmalschutz bereiten.

Bei der Sitzung des Bau-, Planungs-, Verkehrs- und Umweltausschusses im altehrwürdigen Kalkarer Rathaus drehte sich alles um den historischen Marktplatz. Der Mittelpunkt der 13.900 Einwohner zählenden Stadt lockt mit schöner Architektur und einer vielseitigen Gastronomie.

Im Rahmen des „Integrierten Handlungskonzept Historischer Stadtkern Kalkar“, das in einer Ratssitzung aus dem Jahr 2017 beschlossen wurde, sollen hier nun einige Veränderungen vorgenommen werden. In einer Ideenschmiede unter Beteiligung der Bürger entstanden erste Entwürfe und Varianten, die das zuständige Büro Pesch Partner Architekten Stadtplaner nun den Ausschussmitgliedern vorstellte.

„Ziel ist es, die Schönheit des Ensembles beizubehalten, aber auch Funktionstüchtigkeit im Sinne von Barrierefreiheit und Verkehrstauglichkeit zu gewährleisten“, erklärte Geschäftsführer Franz Pesch gleich zu Beginn. Er stellte jedoch ebenfalls klar, dass keine Lösung 100 Prozent aller Belange bedienen könne. „Dieser Anspruch gleicht der Quadratur des Kreises.“

In der Folge führte eine Vertreterin des Büros durch eine Leinwand-Präsentation. Diese gab zunächst Einblick in vier zentrale Gestaltungsmöglichkeiten, die der Ideenschmiede entsprungen waren: Straßenraumgestaltung, Stellplätze, Begrünung und Barrierearmut. Nach der Vorstellung der einzelnen Varianten, eröffnete Vorsitzender Carsten Naß von der CDU die Diskussion. Die Straßenführung betreffend, sprachen sich mehrere Ratsmitglieder für die erste von drei Varianten aus. Diese sieht vor, die an den Markt angrenzenden Straßen Altkalkarer Straße und Hanselaerstraße optisch vom Markt zu trennen. Die Straße Markt soll dabei in die Platzgestaltung integriert werden.

In Sachen „Barrierearme Zugänglichkeit der Platzfläche“ wurde es etwas knifflig. Hier stieß man auf die kritische Einschätzung des LVR-Amts für Denkmalpflege. Dort hat man mit Blick auf die Unversehrtheit des historischen Rheinkieselpflasters Bedenken. Die meisten Stimmen bekam schließlich die Option Marktquerung über barrierearme Rheinkiesel. Man wolle noch einmal eine Prüfung durch das LVR-Amt anregen, hieß es am Ende. „Einen Konsens zwischen Denkmalschutz und Barrierearmut gibt es nicht“, brachte Dirk Altenburg vom Forum Kalkar, der selbst im Rollstuhl sitzt, die Problematik auf den Punkt.

Ein gemischtes Stimmungsbild ergab sich bei der Thematik Stellplätze und Begrünung. Hier entfachte eine Diskussion, inwiefern weniger Parkplätze der Infrastruktur des Marktes guttun und ob zusätzliche Bäume nicht das Bild des Marktes beeinträchtigen würden. Die Mehrheit stimmte für eine weiterhin breite Stellplatzfläche. Eine Baumreihe am Westende des Marktplatzes fand den größten Zuspruch. Nun wolle man entsprechend detailliertere Konzepte ausarbeiten und in einem nächsten Schritt wieder die Bürger in die Diskussion hinzuziehen.