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Niederrhein: Ausbildungschancen sind besser denn je

Niederrhein : Ausbildungschancen sind besser denn je

Die regionale Ausbildungskonferenz zeichnet ein positives Bild. Jedoch konzentrieren sich viele Jugendliche auf wenige Berufe.

Die Zahl der Bewerber ist leicht gestiegen, die der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen sogar deutlich. "Die Chancen für die Schulabgänger und Bewerber auf eine Ausbildungsstelle haben sich in diesem Jahr nochmals verbessert", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger zur Bilanz der regionalen Ausbildungskonferenz. Die Ende September noch 63 unversorgten Bewerber (im Arbeitsagenturbezirk Wesel für die Kreise Wesel und Kleve: 168) hätten auch bei den zurzeit noch laufenden Nachvermittlungen die Möglichkeit, in eine Ausbildung einzusteigen. In diesem und im nächsten Jahr, in dem gleich zwei Abiturjahrgänge auf den Ausbildungsmarkt drängen, ist die Lage aus Sicht der Unternehmen noch vergleichsweise entspannt. Dann aber werden die Firmen um den Nachwuchs buhlen, um keinen Fachkräftemangel zu bekommen.

Schon seit Jahren hält sich hartnäckig das Problem, dass sich viele Jugendliche auf wenige Berufe konzentrieren. Bei den Frauen sind immer noch Tätigkeiten im kaufmännischen Bereich oder die Ausbildung als Arzthelferin der Renner, bei den männlichen Jugendlichen rangiert der Kfz-Mechatroniker weiter unangefochten an der Spitze. Ulrich Käser, Chef der Arbeitsagentur Duisburg, verweist dagegen auf offene Ausbildungsstellen: "Die liegen vor allem in den Bereichen Koch, Gastronomiefachkraft, Elektroniker, Industriemechatroniker, Hotelfachkraft oder Gebäudereiniger." Diese Ausbildungen sind aber scheinbar bei den Jugendlichen nicht so gefragt.

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Dr. Frank Bruxmeier von der Handwerkerschaft Duisburg zeigte sich mit der Anzahl der Bewerber für den Handwerks-Bereich "gerade noch so zufrieden". Zu denken gab ihm allerdings, dass beim Tag der offenen Tür im Bildungszentrum des Handwerks in Neumühl im September 20 Schulen mit rund 1000 Schülern vertreten waren – darunter keine einzige Realschule und kein Gymnasium. Bruxmeier betonte, dass ein Praktikum in einem Handwerksbetrieb die Chance auf einen Ausbildungsplatz verbessere.

Die Teilnehmer der Ausbildungskonferenz verwiesen auf die vielen Angebote, die es für diejenigen Jugendlichen gibt, die scheinbar nicht die nötigen Voraussetzungen mitbringen. "Die Angst vor der betrieblichen Realität nehmen, die Jugendlichen fit machen für die Ausbildung", das seien die Ziele des "Duisburger Schulmodells", so beschrieb es Dietzfelbinger. Dabei werden die teilnehmenden Jugendlichen individuell beraten und begleitet. Das sei auch vielfach notwendig, betonte Martin Jonetzko von der Unternehmerverbandsgruppe: "Soft Skills wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit und Sozialverhalten sind häufig noch verbesserungswürdig."

Mit tariflich ausgehandelten Berufsorientierungen, die ein Jahr vor dem Beginn der Ausbildung mit einem vorgeschalteten Praktikum beginnen, habe man zuletzt durchweg positive Erfahrungen gemacht.

(RP)