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Aus Theodor-Brauer-Haus wird Berufsbildungszentrum Kreis Kleve

Berufsbildung : „TBH“ ist jetzt vereint mit Integra

Das Theodor-Brauer-Haus ist bisher stark mit Kleve verknüpft. Künftig soll es als kreisweit tätige Einrichtung wahrgenommen werden. Es gibt einen neuen Namen, ein neues Team und bald einen neuen Standort.

Wenn es jemand aus verschiedenen Gründen nicht so leicht hat, auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Stelle oder einen Ausbildungsplatz zu finden, ist das Theodor-Brauer-Haus (TBH) immer eine gute Adresse, um Verpasstes nachzuholen und sich fit für den Berufseinstieg zu machen. Was bislang vor allem mit Kleve verbunden war (der Klever Sozialethiker Theodor Brauer gab dem Haus seinen Namen), will sich künftig kreisweit aufstellen. Dazu hat das TBH seine Tochter-Einrichtung „Integra“, ein in Geldern ansässiges gemeinnütziges Unternehmen, zurück ins Mutterhaus geholt. Unter dem Namen „Berufsbildungszentrum Kreis Kleve. Theodor-Brauer-Haus“ ist nun alles zu finden: die Werkstätten, Berufsvorbereitungsklassen oder Beratungsangebote. Es gibt sie nach wie vor in Geldern, Emmerich und Rees sowie seit kurzem in Goch. Das BBZ wird seit kurzem geführt von Astrid Vogell, die dem langjährigen Leiter Bernd Pastoors folgte.  

Einen Platz in der Berufswelt zu finden ist nicht einfach, schon gar nicht, wenn das Lernen in der Schule nicht so gut klappte, ein Migrationshintergrund sprachliche Probleme mit sich bringt oder langwährende Arbeitslosigkeit den Perspektivlosen entmutigt hat. „Wir geben jedem eine Chance, heißt es beim TBH und künftig beim BBZ ermunternd. Denn das „kompetente Netzwerk“ zeige allen Suchenden einen Weg. „Wir unterstützen Kinder, Jugendliche und Erwachsene, damit sie ihre Zukunft für sich passend gestalten können“, sagt Astrid Vogell.

In absehbarer Zeit wird das Team der Einrichtung nicht mehr in den Altgebäuden an der Briener Straße, an der Thaerstraße und An den Bleichen tätig sein, sondern – zusammengefasst – in einem großzügigen Neubau  an der Riswicker Straße. „Im Sommer geht’s los, in Kürze ist Grundsteinlegung“, berichtet die Chefin. Derzeit wird mit Baukosten in Höhe von 8,6 Millionen Euro gerechnet; Stadt und Kreis Kleve beteiligen  sich. Fertig sein will die Kreis Klever Baugesellschaft im Herbst 2021.

Beim Pressetermin am Montag ging es jedoch um die personelle Neuaufstellung und den neuen Namen. Seit 1993 ist das heute größte Berufsbildungszentrum im Kreis Kleve  gemeinnützig  als Verein tätig, übrigens nicht nur hierzulande, sondern auch mit Maßnahmen im Nachbarland, also euregional, worum sich Klaus Verburg kümmert. Die übrigen Bereichsleiter sind Nadja Brauer, die sich mit Berufsvorbereitung von Jugendlichenmit Quartiersarbeit und Beratung befasst, Axel Schmieding, der für die Jugendwerkstätten zuständig ist, Katja Köster (neu im Team), die sich ebenfalls mit Berufsvorbereitung und Ausbildung beschäftigt und dabei auch die Schulen in der Region unterstützt. Oliver Kuse ist der Mann für die Digitalisierung und demnächst Leiter der Verwaltung. Er war in den vergangenen Wochen und Monaten besonders gefragt, da am TBH wie an allen übrigen Bildungseinrichtungen Distanz-Lernen angesagt war. Erst langsam kehren die Schüler und Azubis zurück in Klassenräume und Werkstätten. Guido Janßen schließlich kümmert sich um die Arbeitssicherheit und ist dazu abwechselnd in den verschiedenen Werkstätten im Einsatz.

„Unsere Maßnahmen wandeln sich, weil sich auch der Arbeitsmarkt wandelt“, sagt Astrid Vogell. Zum Glück hätten ihnen die Kostenträger der Maßnahmen auch in der Corona-Zeit die Stange gehalten. Allerdings fürchte man, dass spätestens im kommenden Jahr eine erhöhte Arbeitslosigkeit eintreten werde, mit der Weiterbildungseinrichtungen sicherlich zu tun bekommen, so Vogell.

Qualifizierung, Umschulung, Einstig in den Beruf, wenn kein Ausbildungsplatz gefunden wurde: Darum wird es weiterhin und vermutlich vermehrt gehen. Qualifizierungen des BBZ betreffen die Bereiche Elektro, Natur und Umwelt (früher Holz), Gastronomie, Hauswirtschaft, Körperpflege, Handel und Lagerlogistik. Rund 800 vorwiegend jung Leute nehmen an den meist von der Arbeitsagentur finanzierten Maßnahmen teil.