Kleve: Aufstand gegen Unterstadt-Plan

Kleve: Aufstand gegen Unterstadt-Plan

Bis Montag gingen im Klever Rathaus zahlreiche Anregungen und Bedenken gegen die geplante Bebauung des Minoritenplatzes ein. Marketing-Beirat und Klever City-Netzwerk befürchten eine Schwächung der Neuen Mitte.

Auf breiter Front formiert sich in Kleve Widerstand gegen die geplante Bebauung des Minoritenplatzes. Nach Informationen unserer Zeitung soll ein Investor aus Süddeutschland Interesse am sogenannten "Los 2" in der Unterstadt signalisiert haben und sein Engagement mit der Ansiedlung einer Drogeriekette, eines Lebensmittelmarktes und eines Elektronikfachhandels verknüpfen.

Bis gestern konnten Anregungen und Bedenken gegen den Bebauungsplan geäußert werden, wovon reichlich Gebrauch gemacht wurde. Der Beirat von Kleve Marketing, das Klever City-Netzwerk, der Klevische Verein für Kultur und Geschichte, die Werbegemeinschaft Neue Mitte und Neue Mitte-Betreiber Nerbenta - Die Töchter GmbH, um nur einige zu nennen, überzogen die Verwaltung mit Briefen und Mails. Losgetreten wurde die Lawine mit dem Dringlichkeitsbeschluss des Bürgermeisters und eines Ratsmitgliedes am 25. April, der zwei Tage später öffentlich bekanntgemacht wurde.

Zu diesem Zeitpunkt war wohl nur wenigen bewusst, dass es sich bei der Offenlegung des Bebauungsplanes 1 - 279 - 1 um die hochbrisante Zukunft des Minoritenplatzes handelte. Christian Tuschen, Vorsitzender des Beirates von Kleve Marketing, befürchtet eine "weitere Schwächung der Bereiche Neue Mitte und obere Hagsche Straße".

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Kritik übt Tuschen auch an der Vorgehensweise: "Unverständlich ist, dass die Aufstellung des Bebauungsplanes im beschleunigten Verfahren erfolgt. Wir halten diese Vorgehensweise im Hinblick auf die in der Vergangenheit praktizierte Transparenz der Planungsprozesse in der Klever Unterstadt für unangemessen." Überdies liegt dem Beirats-Vorsitzenden im Magen, "dass ein Baukörper entsteht, der sich in seiner Dimension und äußeren Erscheinung nicht angemessen in das Klever, von Kleinteiligkeit geprägte Stadtbild, einfügen wird".

Jörg Hopmans und Susanne Rexing vom Klever City-Netzwerk (KCN) bemängeln, dass der offen gelegte Bebauungsplan nur noch wenig Ähnlichkeit mit dem vom Bürger gewählten Entwurf von 2009 habe. Los 2 sei deutlich größer geworden als ursprünglich geplant und überdies sei eine Geschosshöhe von drei Geschossen angegeben, was deutlich höher sei als die überwiegend zweigeschossige Bauweise der umliegenden Gebäude.

"Wir befürchten, dass ein zu großes Bauvolumen auf dem Minoritenplatz die Maßstäblichkeit der Stadt zerstören würde", äußern sich die KCN-Vorstandsmitglieder und betonen, dass "die Stadt Kleve bei einem Verkauf des Grundstücks an einen Investor keinerlei Möglichkeit der Einflussnahme auf die architektonische Bebauung hätte. Weiterhin könnte die Sichtachse zum B.C. Koekkoek Haus durch eine großmaßstäbliche Bebauung entlang der Hafenstraße gestört werden".

(RP/rl)