Kleve: Atomstrom-Geld stets wilkommen

Kleve : Atomstrom-Geld stets wilkommen

Den Ausstieg aus der Kernenergie zu fordern, gehört in diesen Tagen zum guten Ton. Das zeigte sich auch im Klever Kreishaus. SPD-Kreistagsfraktionschef Roland Katzy trug in der Kreisausschusssitzung einen Antrag vor, die Gesellschaftsversammlung des Verbands der kommunalen Aktionäre (VKA) aufzufordern, auf die Geschäftspolitik der RWE AG Einfluss zu nehmen. Der Hintergrund: Der Kreis Kleve besitzt ein RWE-Aktienpaket. Und der Konzern soll, so Katzy, seine Geschäftspolitik umstellen: weg von Atomkraftwerken, hin zu erneuerbaren Energien. Eine Entscheidung wurde, auf Antrag der CDU-Fraktion, die Beratungsbedarf angemeldet hatte, vertagt.

Angesichts der schrecklichen Ereignisse in Japan rund um die Kernschmelze in den Fukushima-Reaktoren ist der Wunsch, sich von der Atomenergie zu verabschieden, ebenso nachvollziehbar wie politisch gut zu vermarkten. Ob ein Gigant wie die RWE AG sich von einer Stellungnahme des Klever Kreisausschusses beeindrucken lässt, darf jedoch angezweifelt werden.

Außerdem: Bislang waren die aus "grauem Strom" gewonnenen Dividenden aus dem RWE-Aktienpaket, mit denen die Kommunen bei der Kreisumlage entlastet wurden, stets willkommen. Vorschläge wie der von Grünen-Fraktionssprecherin Ute Sickelmann, einen Teil der Dividende in erneuerbare Energien zu investieren, hatten Seltenheitswert. Aber das war vor Fukushima.

(RP)
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