Arnold Janssen on Goch: Der Taufstein eines Heiligen

Goch : Der Taufstein eines Heiligen

Arnold Janssen wurde am 6. November 1837 in Goch getauft.

„Arnoldus Janshen, gestern Abend um 8 Uhr geboren als legitimer Sohn von Gerhard Janshen & Catharina Welleshen, ist von mir, Kaplan J.A. Leeuw, getauft worden mit Arnold Janshen & Maria Op gen Hoff als Paten“, so lautet die Eintragung im Taufregister der Pfarre St.-Maria-Magdalena. Am 5. November 1837 wurde Arnold Janssen als zweites von elf Kindern in Goch geboren und am 6. November 1837 getauft. Wer hätte je gedacht, dass dieser Junge einmal der bekannteste Sohn der Stadt Goch, der Gründer des weltweit tätigen Steyler-Missionswerkes und ein Heiliger der katholischen Kirche sein würde?

Schon bei der Taufe erging an ihn der Auftrag Jesu: „Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Dieser Missionsbefehl Jesu an seine Jünger war das Lebensprogramm von Arnold Janssen, der am 19. Oktober 1975 von Papst Paul VI. seliggesprochen wurde und am 5. Oktober 2003 von Papst Johannes Paul II. in die Gemeinschaft der Heiligen aufgenommen wurde.

Der Taufstein in der Pfarrgemeinde St.-Maria-Magdalena ist aus Namurer Blaustein gefertigt, 100 Zentimeter hoch und hat einen Durchmesser von 52 Zentimetern. Laut einer Inschrift wurde er im Jahre 1516 von Jan Abels gearbeitet. Über einer vierseitigen Plinthe (Säulenplatte) ruht ein achtseitiger Schaft. Die kleine Schale zeigt Ahornblätter. Am Schaft sieht man die nach 1945 beschädigte Inschrift in Minuskeln: „int jair MCCCCCXVI jan abels“ (im Jahr 1516 Jan Abels). Später wurde in der Kirche St.-Maria-Magdalena der Taufstein als Weihwasserbecken genutzt. Aus Anlass der Kirchweihe der neuen St.-Arnold-Janssen-Kirche 1982 bekam die junge Gemeinde an der Vossheiderstraße ein besonderes Geschenk. Die Muttergemeinde St.-Maria-Magdalena, vertreten durch Dechant Johannes Baptist Ludes, der von 1970 bis 1994 Pfarrer in Goch war, gab den Taufstein, an dem der Heilige Arnold Janssen das Sakrament der Taufe empfing, an die Arnold-Janssen-Kirche. Den Deckel des Taufsteins ziert eine Darstellung der Schöpfungsgeschichte mit der Inschrift: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und er sah, dass es gut war“. Der Schöpfer der Welt umfasst mit einem Zirkel die Weltkugel. „Die Verkündigung der Frohbotschaft ist das erste und höchste Werk der Nächstenliebe“, hatte Arnold Janssen (1837 bis 1909) einmal gesagt.

Am Taufstein des Heiligen in der Kirche der Gocher Pfarrei, die 1978 gegründet wurde und seinen Namen trägt, wird deutlich, dass die Kirche von Anfang an die Menschen getauft hat, die zum Glauben an Christus kamen. Durch die Taufe gehört der Mensch zur Kirche und zu Jesus Christus. Seit alters her haben gläubige Eltern ihre Kinder taufen lassen. So wie Eltern ihren Kindern Anteil geben an ihrem Leben, an allem, was sie an Einsicht und Überzeugungen haben, so wollen sie auch ihr Kind am christlichen Glauben teilhaben lassen. Der Glaube der Eltern und Paten tritt bei der Kindertaufe stellvertretend für das Kind ein. Am Taufstein des Gründers der Orden „Gesellschaft des göttlichen Wortes SVD, Steyler Missionsschwestern SSpS und Steyler Anbetungsschwestern SSpSAP“ wird das missionarische Wirken des Gocher Heiligen sichtbar.