Kreis Kleve: Architektur aus Straelen - preisgekrönt

Kreis Kleve: Architektur aus Straelen - preisgekrönt

Michael van Ooyen hat für seine Gebäude schon einige Auszeichnungen eingeheimst. Er versucht, die Objekte individuell zu entwickeln. Gemeinsam mit seinen sechs Mitarbeitern gestaltet er viele öffentliche Projekte.

Ob bei seinen Objekten eine Handschrift ablesbar sei? "Das habe ich bei der Eröffnung von Voortmann häufig gehört", berichtet Michael van Ooyen von der Einweihung eines Issumer Firmengebäudes, die vor etwa 14 Tagen stattfand. Der Architekt aus Straelen möchte allerdings nicht so weit gehen, von einer Handschrift zu sprechen. Dieser Eindruck, so der 57-Jährige, könnte entstehen, weil sich in seinen Entwürfen einige Themen wiederholen, zum Beispiel farbige Öffnungsflügel. Grundsätzlich versuche er freilich, die Objekte individuell zu entwickeln. "Ich schaue mir die Aufgabenstellung an und die Verhältnisse in der Umgebung", nennt er einige Kriterien.

Beim Campus der Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort sei das Raumprogramm riesig gewesen, erinnert er sich. Eine Herausforderung war, Maßstäblichkeit zu finden. Seine Lösung: vier Baukörper statt eines einzigen. Dazu in der Mitte ein auch für die Öffentlichkeit zugänglicher Platz, als "kommunikative Mitte". Der Architekt durfte mittlerweile erfahren, dass der Campus so angenommen wird wie erhofft.

Die Fachwelt zollte van Ooyen schon reichlich Anerkennung. Gleich vier Preise heimste er für den Campus in Kamp-Lintfort ein: den Iconic Award 2014, die Auszeichnug Guter Bauten 2014, die Auszeichnung vorbildlicher Bauten NRW 2015 und den internationalen German Design Award 2016. Lorbeeren gab es auch für ein Gebäude in seiner Heimatstadt Straelen. Die neue Mensa wurde mit dem Iconic Award 2017 und dem German Design Award 2018 gewürdigt. "Für ein kleines Büro wie unseres ist das schon ein Grund, stolz zu sein", meint van Ooyen. Mit ihm zusammen sind noch sechs Mitarbeiter tätig. Mit relativ vielen öffentlichen Projekten ist van Ooyen nach eigener Aussage beschäftigt. Dabei trete er in Konkurrenz zu Wettbewerbern mit manchmal mehreren hundert Angestellten. "Unsere gute Struktur hilft dabei, sich durchzusetzen", sagt van Ooyen. Er verweist darauf, dass er persönlich hinter den Projekten stehe.

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Bei jedem Auftrag eine spezifische Herausforderung, das macht für den 57-Jährigen den Beruf des Architekten interessant. Durch einen Mitarbeiter im Architekturbüro seines Vaters wurde van Ooyen motiviert, diese Laufbahn einzuschlagen. Lange hatte er sein Büro in Köln, bevor er 2000 nach Straelen kam. Es komme nicht nur darauf an, dass Architektur "schön" sei. Wirtschaftlich, funktional und rechtzeitig fertig sein, das sei wichtig. Der Wunsch des Bauherrn stehe dabei weit oben. Wobei abzuklopfen sei, was machbar und was unrealistisch ist. "In der Regel passt das aber gut", weiß der Straelener. Sei der Rahmen erst einmal abgesteckt, gebe es relativ wenige Konflikte.

Der Straelener Architekt, dessen erstes Projekt das 1990 eröffnete Pfarrheim in Elten war, versteht sich nicht als Künstler. "Das ist im Grunde Handwerk." Über Mangel an Arbeit kann sich van Ooyen nicht beklagen. "Die Auftragslage ist gut." Ein Problem sei aber, leistungskräftige Baufirmen zu finden. Außerdem ist er auf der Suche nach weiteren fähigen Mitarbeitern. Auch in den Niederlanden sieht er sich um, denn der hiesige Markt sei mehr oder weniger abgegrast. Es sei schwierig, Leute in eine Kleinstadt wie Straelen zu bekommen. Was van Ooyen nicht recht nachvollziehen kann. Die Lebensqualität in der Blumen- und Gemüsestadt sei gut, das Wohnen relativ preiswert, schnell sei man im Grünen. "Deshalb bin ich ja auch von Köln hierher gezogen."

Mit Hochdruck arbeitet das Büro an einem neuen Projekt für die Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort. Hier treten die Straelener gegen Konkurrenten aus Köln und Münster an. Ende November muss der Plan fertig sein.

(RP)