1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Angeklagter (21) bekommt vier Jahre für Vergewaltigung

Urteil des Landgerichtes Kleve : 21-Jähriger bekommt vier Jahre für Vergewaltigung

Das Landgericht Kleve verurteilte einen 21 Jahre alten, gebürtigen Emmericher am Freitag zu einer Jugendstrafe von vier Jahren. Zudem muss der Mann ein Schmerzensgeld von 20.000 Euro zahlen.

Er stahl, zündelte, widersetzte sich Polizeibeamten, verletzte andere – und er vergewaltigte eine junge Frau im Juni 2019 schwer, nachdem er in ihre Klever Wohnung eingedrungen war. Das Landgericht Kleve verurteilte einen 21 Jahre alten, gebürtigen Emmericher am Freitag zu einer Jugendstrafe von vier Jahren. Zudem muss der Mann ein Schmerzensgeld von 20.000 Euro zahlen.

Auch ordnete die Jugendkammer die geschlossene Unterbringung des 21-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Denn mit dem Gutachten eines Psychiaters ging die Kammer davon aus, dass der Angeklagte während der verübten Taten nicht voll schuldfähig gewesen ist. Er leidet – das diagnostizierte der Sachverständige am ersten Verhandlungstag – an einer paranoiden Schizophrenie. Zerfahrenes Denken, eine Art imaginärer Freund, und die Unfähigkeit, schadhafte Impulse zu unterdrücken, trugen demnach zur eingeschränkten Schuldfähigkeit des Mannes auch bei der Vergewaltigung bei, welche die Kammer als besonders schweren Fall wertete.

  • ⇥rp-archivfoto: markus van offern
    Landgericht Kleve : 21-Jähriger gesteht Vergewaltigung
  • Landgericht : Landgericht: Klever soll Ex-Freundin vergewaltigt haben
  • Für Lukas Verlage (l.) ist das
    Gerichtsurteil : Landgericht: Klage gegen 1. FC Kleve abgewiesen

Als jugendliche Verfehlungen hätte man einige der zahlreichen Straftaten noch werten können, sagte der Vorsitzende Richter Christian Henckel bei der Urteilsbegründung. „Aber wenn man das Gesamtbild sieht, bekommt man einen anderen Eindruck. Insbesondere die Vergewaltigung zeigt, wozu sie fähig sind“, so der Richter. Gefahr gehe von dem jungen Mann aufgrund der psychischen Erkrankung auch weiterhin aus, weswegen die Unterbringung nach Paragraf 63 des Strafgesetzbuches notwendig sei, erklärte der Vorsitzende.

Der Angeklagte, der als Einjähriger in eine Pflegefamilie kam und früh erste Verhaltensauffälligkeiten zeigte, hatte die ihm vorgeworfenen Taten am ersten Verhandlungstag weitgehend gestanden. Auch die Vergewaltigung räumte er ein, nachdem er anfangs eine Erinnerungslücke aufgrund von Drogen- und Alkoholkonsum behauptet hatte. Kostenpflichtiger Inhalt Die Kammer berücksichtigte das Geständnis – das der Geschädigten eine detailliertere Befragung im Gericht ersparte – strafmildernd. Strafschärfend sei jedoch die Schwere der Vergewaltigung zu berücksichtigen, erklärte der Vorsitzende. Eine Verurteilung des 21-Jährigen nach Jugendstrafrecht und die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus hatten auch Staatsanwalt und Verteidigung in ihren Plädoyers beantragt. Der Nebenklageanwalt, der das Vergewaltigungsopfer vertrat, hatte hingegen eine Verurteilung des 21-Jährigen bei voller Schuldfähigkeit gefordert, und zwar nach Erwachsenenstrafrecht.