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Kleve: Am Kanal 100 Arbeitsplätze für Bänker

Kleve : Am Kanal 100 Arbeitsplätze für Bänker

Richtfest für den Bau der Volksbank am Klever Spoykanal. 90 Prozent der Vergaben für den 12-Millionen-Euro-Bau für Handwerker aus der Region. Eröffnung ist Anfang 2016 vorgesehen. Bürgermeister Brauer sieht stimmige Planung.

Noch ist es ein graues Betongerippe, das hinter dem Gerüst entlang des Spoykanals emporwächst. Mit den Schmalseiten guckt der Neubau der Volksbank Kleverland (VoBa) gegen die Stadt und zur Hochschule, mit voller Höhe groß und mächtig auf den unbebauten Minoritenplatz, mit einem schicken Schwung gen Hotel. Es soll ein Bau mit filigraner Fassade werden, mit Säulen und viel Glas, mit Fenstern, hinter denen es dank moderner Technik auch nachts nicht dunkel werde, erklärt Jochen Kleemann vom Kalkarer Büro Ader und Kleemann den Bau. Es werde ein helles Gebäude, das einen anderen Akzent setze, als das dunkle Rathaus.

Der Architekt ist von seinem Bau überzeugt. "Sandsteinfarbene Klinker, schmale, graue Säulen und transparente Fenster, runde Scheiben in den Ecken - das wird ein schönes Gebäude", sagt Kleemann mit Blick auf das im Nieselregen liegende Betonskelett.

Schön muss er auch werden, will er überzeugen: Denn der Bau der Bank ist nicht unumstritten - die einen sehen ihn am falschen Platz, andere finden ihn zu groß, wieder andere wollen gar keine Bebauung an dieser Stelle. Gestern wurde Richtfest gefeiert - drei Wochen früher, als geplant. Kleves Bürgermeister Theo Brauer ist sicher, dass die Kritik verstummen werde: "Wenn der Bau fertig ist, werden alle erkennen, dass die Planung stimmig ist. So wie am Opschlag", sagte er. Er sei froh, dass hier nach dem aufwendigen Werkstattverfahren etwas entstehe, das Arbeitsplätze sichere und das Identität schaffen könne. "Wir haben trotz aller Widrigkeiten bereits viel geschafft ", sagte Brauer.

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VoBa-Aufsichtsratsvorsitzender Hans Geurts hatte zuvor die Gäste des Richtfestes auf der Terrasse des Rilano-Hotels begrüßt, das ebenfalls wie das Rathaus zu den großen Bauvorhaben der Unterstadt gehört, die umgesetzt wurden und werden. Er hoffe, so Geurts, dass sich das Stirnrunzeln wegen der Großbaustelle bei Gastgeber Bernd Zevens, dem Hotel-Investor, jetzt lege. "Wir werden Anfang 2016 die Bank bezogen haben. Wir sind stolz, dass wir nach nur zehn Monaten Bauzeit soweit gekommen sind. Unser Dank gilt allen Handwerkern", sagte Geurts. Stellvertretend für das Handwerk sprach zuvor Zimmermann Peter Berns den Richtspruch. Fürs Handwerk wie für den Bauherrn. "Wobei der Bauherr auch das Handwerk ist", sagte VoBa-Chef Frank Ruffing. Denn neben der Landwirtschaft sei das Handwerk die zweite große Säule der Genossenschaftsbanken. Das Handwerk sei traditioneller VoBa-Partner - und es ist als Genosse der Bank auch deren Mit-Eigentümer. Das Handwerk schaffe hier ein Haus, das als ein Gebäude mit Charakter auch von der Handwerkskunst künden werde, sagt Ruffing.

Bis jetzt wurden für den Hauptsitz der Regionalbank 470 Tonnen Stahl und 3 500 Kubikmeter Beton verbaut, 16 Erdwärmesonden reichen 130 Meter in die Tiefe, das Gebäude ruht auf 163 Bohrpfählen. Rund 100 Mitarbeiter werden in dem 12-Millionen-Euro-Bau arbeiten.

(RP)