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Kranenburg-Nütterden: Alte Bahnstation kann besichtigt werden

Kranenburg-Nütterden : Alte Bahnstation kann besichtigt werden

Der Heimat- und Verschönerungsverein Nütterden hat mit der Hilfe zahlreicher Sponsoren den stillgelegten Bahnhof wieder hergerichtet. Auf einer Infotafel können Besucher die Chronologie der Station nachlesen.

Die historische Bahnstation in Nütterden ist wieder instandgesetzt worden. "Der Heimat- und Verschönerungsverein Nütterden (HVV) freut sich, mit einem weiteren Projekt zur Verschönerung unseres Heimatdorfes beigetragen zu haben", sagte die Vorsitzende Margret Schindler-Böhmer in Anwesenheit zahlreicher Mitglieder des HVV bei der Vorstellung der Bahnhof-Haltestelle im Sieben-Quellen-Dorf.

Die Idee, die alte Bahnhofssituation in Nütterden wieder symbolisch darzustellen, habe vor gut zwei Jahren die Ortsvorsteherin Renate Bering in einer Mitgliederversammlung gegeben. Im Frühjahr dieses Jahres habe man mit den Arbeiten begonnen, führte die Vorsitzende aus. Vizevorsitzender Jürgen Franken sagte, der Erlös aus dem Brunnenfest 2012 sei nicht ausreichend gewesen, so dass man Sponsoren und Förderer mit ins Boot holen musste. "Das beeindruckende Ergebnis können wir heute einweihen, quasi als Gemeinschaftsleistung", sagte Franken, der neben vielen Vereinsmitgliedern allein acht Firmen und Personen für ihre Mitwirkung danken konnte— darunter Bürgermeister Günter Steins, für die Bereitstellung des Grundstücks durch die Gemeinde Kranenburg.

Die Pflege und Instandhaltung der Station übernehme der HVV Nütterden. Die gesamte Anlage besteht aus dem historischen Halteschild "Nütterden", dem technischen Bahnhaus, zwei Ruhebänken, aus Blumenschmuck und einer Informationstafel. Darauf sind neben einer Chronik der Bahnstrecke, ein historischer Rückblick, eine Luftaufnahme des ehemaligen Bahnhofs von Nordosten gesehen und ein Foto mit zwei Bahnbeamten — Wilhelm Lohmann aus Mehr und Wilhelm Tiggelbeck — vor dem Bahnhofsgebäude, zu sehen.

Nachdem am 3. März 1863 die Bahnstrecke Krefeld-Kleve von der Rheinischen Eisenbahngesellschaft in Betrieb genommen worden war, wurde am 9. August 1865 die Strecke Kleve-Kranenburg-Nimwegen eröffnet. Fast fünf Jahre später, am 1. Juni 1870, wurde Nütterden an das Verkehrsnetz angeschlossen. Durch diesen Bahnhof konnten die Arbeitnehmer aus Nütterden und aus der ländlichen Region mit dem Zug ihre Arbeitsstätten in den Margarine- und Schuhfabriken, die seit den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts in Kleve entstanden, erreichen. Mit der wirtschaftlichen Entwicklung in Verbindung mit der verkehrstechnischen Erschließung durch die Bahn ergab sich eine Neuorientierung für die Menschen aus Nütterden.

Der Bahnhof in Nütterden bestand aus dem Dienstraum mit einem Morsegerät und einem Fernsprecher, der mit einer Handkurbel bedient wurde. In der Mitte des Gebäudes lag ein offener Warteraum. Aus der Chronik der Bahnstrecke geht hervor, dass am 1. Juni 1870 versuchsweise ein Haltepunkt in Nütterden eingerichtet wurde.

"Nach der Bekanntmachung am 25. Mai 1870 halten die Züge in jeder Richtung täglich dreimal in Nütterden", heißt es weiter. 1913 entstand ein zweites Gleis Kleve-Kranenburg. Nach dem Zweiten Weltkrieg fuhren bereits am 10. Mai 1945 wieder Züge auf der Strecke. 1956 wurde das zweite Gleis Kleve-Kranenburg stillgelegt.

(RP)