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Alpakas und Afffen: Neue Arten für den Tiergarten Kleve

Alpakas und selten Affen : Neue Arten für den Klever Tiergarten

An der Tiergartenstraße sind die vom Aussterben bedrohten Lisztaffen, Alpakas und ein Gürteltierweibchen eingezogen. Andere Tiere verlassen den Familienzoo. Ab Januar gibt es den „Artenschutz- und Ausbau-Euro“.

Der Tiergarten Kleve wandelt weiter sein Gesicht. Bei den Tieren gibt es derzeit ein Kommen und Gehen. Während einige Exemplare den Familienzoo verlassen, sind andere Rassen komplett neu. So sind nun Lisztaffen als neue, hochbedrohte Art eingezogen. Sie sind 300 bis 450 Gramm schwer, kommen ursprünglich aus dem nordwestlichen Kolumbien und werden auf der Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft. Leiter Martin Polotzek freut sich, dass die Primaten nun auch für die Besucher zu sehen sind: „Jeden Tag sterben schätzungsweise bis zu 140 Tierarten aus. Und auch die Lisztaffen könnten bald dazugehören. Ihre Bestände nehmen aufgrund der Lebensraumzerstörung weiter ab. Daher ist die Erhaltungszucht dieser wunderschönen Tiere in zoologischen Gärten so wichtig“, sagt Polotzek. Nach einer ausgiebigen Quarantänezeit hinter den Kulissen des Parks ist das neue Lisztaffenpaar ab sofort auch für die Besucher zu sehen.

„Wir möchten uns im Tiergarten Kleve zu einem modernen Natur- und Artenschutzzentrum wandeln. So haben wir dieses Jahr neben den Lisztaffen mit Mara und Gürteltier bereits zwei weitere bedrohte Tierarten an den Niederrhein geholt. Unser erster Artenschutztag in diesem Jahr war ein voller Erfolg und ab dem 1. Januar werden die Eintrittspreise um einen ,Artenschutz- und Ausbaueuro’ erweitert, sodass wir von jeder verkauften Tageskarte 50 Cent an Artenschutzprojekte in der ganzen Welt spenden werden.“

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 Passend zur kalten Jahreszeit sind außerdem drei Alpakas in Kleve eingezogen. „Ursprünglich kommen Alpakas aus dem südamerikanischen Hochland und werden dort vor allem als Wolllieferant gehalten. Da sie in den höheren und somit auch den kälteren Regionen der Anden leben, ist ihre Wolle noch feiner und dichter als die der Lamas“, sagt Polotzek. Die drei Alpakas, ein Hengst und zwei Stuten, stammen aus anderen Zoos in Deutschland und den Niederlanden. „Sie durften sich erst einmal kennenlernen. Aber die Chemie stimmte sofort und das Trio hat sich auf Anhieb prächtig vertragen, sodass sie nun nach Ende der Quarantäne auch für unsere Besucher zu sehen sind“, sagt Polotzek.

 Ebenfalls neu im Klever Tiergarten sind drei Alpakas.
Ebenfalls neu im Klever Tiergarten sind drei Alpakas. Foto: Tiergarten

Um die Rangordnung innerhalb der Herde auszumachen, können Alpakas mit flüssigem Mageninhalt spucken. Dabei sind sie besonders treffsicher. „Auf Menschen spucken Alpakas aber nur in Ausnahmefällen, sodass von unseren Tieren keine Gefahr ausgeht“, sagt der stellvertretende Tiergartenleiter Dietmar Cornelissen. „Daher dürfen unsere Besucher auch unser neues Alpakatrio mit an der Kasse erhältlichem Futter aus der Hand füttern und sich dabei überzeugen, wie weich und flauschig Alpakas sind.“

Der im Juni diesen Jahres im Tiergarten Kleve geborene Trampeltierhengst Camba hat unterdessen seine große Reise angetreten: Nachdem er von seinem Vater aus der Gruppe vertrieben wurde, ist er nach Italien aufgebrochen. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem Leo Wild Park in Italien einen Zoo gefunden haben, der unserem Camba ein tolles, neues Zuhause mit einer großen Trampeltiergruppe bieten kann“, sagt Polotzek. Camba kam am 21. Juni unter den Augen der Besucher im Tiergarten Kleve zur Welt. Nun wurde er mit ausreichend Proviant in Richtung Italien geschickt.

 Tiergartenleiter Martin Polotzek am Flughafen, in der Kiste ist wohlbehalten Gürteltier Paloma.
Tiergartenleiter Martin Polotzek am Flughafen, in der Kiste ist wohlbehalten Gürteltier Paloma. Foto: Tiergarten Kleve

Doch Abschied und Neuanfang liegen dicht beieinander: Am vergangenen Sonntag ist das erste Gürteltierweibchen an den Niederrhein gezogen. „Nachdem im Juni diesen Jahres mit Pedro unser erstes Kugelgürteltier eingezogen ist, haben wir nach langer Suche ein passendes Weibchen gefunden: Die kleine Paloma wurde im Juli 2021 im österreichischen Tierpark Herberstein geboren und ist nun in unseren Familienzoo gezogen“, sagt Polotzek. Aufgrund der Lebensraumzerstörung und der Bejagung durch den Menschen werden Kugelgürteltiere von der Roten Liste mittlerweile als „potentiell gefährdet“ eingestuft. Polotzek hat die neue Hoffnungsträgerin persönlich in Österreich abgeholt: „Da Gürteltiere sehr empfindlich sind, wollten wir den Transport so kurz wie möglich gestalten. Daher freut es uns sehr, dass wir dank einer Ausnahmegenehmigung von Austrian Airlines mit dem Flugzeug von Österreich nach Deutschland reisen durften.“ Vom Kölner Flughafen angekommen, ging es schließlich mit dem Auto weiter nach Kleve. Hinter den Kulissen hat das Weibchen jetzt genügend Zeit, sich in Ruhe einzugewöhnen, bis sie dann vermutlich in einem halben Jahr das erste Mal auf Pedro treffen wird. „Artenschutz ist eine wichtige Aufgabe moderner Zoos. Daher sind bei uns die Hoffnungen groß, dass Pedro und Paloma bald das neue Gürteltier-Traumpaar werden und zum Erhalt dieser bedrohten Tierart beitragen.“

Mit der neuen Coronaschutzverordnung gelten seit dem 24. November neue Einlassregeln im Tiergarten Kleve: Alle Gäste ab 16 Jahren müssen geimpft oder genesen sein. Der entsprechende Nachweis wird an der Kasse kontrolliert, im Anschluss können ganz normal die Tickets gekauft werden. Für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 15 Jahren gilt die 2G-Regel nicht.

Weitere Informationen unter www.tiergarten-kleve.de