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"Aktion Anatuya" bekam einen Bericht aus Buenos Aires

Anatuya : „Die Situation ähnelt einem Pulverfass“

Die Beauftragte der „Aktion Anatuya“ in Argentinien sandte der Katholischen Kirchengemeinde St. Antonius Abbas in Kranenburg-Nütterden einen Bericht über die Verwendung der Spendengelder.

 Die Beauftragte der „Aktion Anatuya“ in Argentinien hat aus Buenos Aires der „Aktion Anatuya“ der Katholischen Kirchengemeinde St. Antonius Abbas in Kranenburg-Nütterden einen detaillierten Bericht über die Zuwendung der Spenden für die Erweiterung von Familienhäusern in der Pfarrei San José de las Petacas in der Diözese Anatuya gegeben. Von den erhaltenen 59.800 argentinischen Pesos (2600 Euro) wurden bisher 25.950 argentinische Pesos ausgegeben, um sechs Familien bei der Ausstattung der Küche, des Ess- oder Badezimmers zu helfen.

Ein Beispiel: Bei Nora Mazza fehlten im Bad alle Rohre und die sanitäre Einrichtung. Es wurden Materialien im Wert von 4300 argentinischen Pesos gespendet. Nora ist verwitwet. Ihr Sohn Enzo, der in der Provinzhauptstadt Santiago del Estero im Bau beschäftigt ist, hat die Arbeit geleistet.

Dramatisch ist die politische Situation in Argentinien. Hierzulande erfährt man kaum etwas davon. Die pensionierte Lehrerin schreibt: „Es geht hier immer wilder zu. Die Anhänger unserer verhängnisvollen letzten Regierung und sämtliche Arbeiterparteien protestieren ständig und immer gewaltsamer gegen die jetzige Regierung, die leider auch nicht richtig zu finden weiß, welche Maßnahmen getroffen und eingehalten werden müssten. Die Inflationsrate scheint nicht kontrolliert werden zu können, die Staatskassen sind leer, das Absacken in den Armutsbereich bedroht einen Großteil der Bevölkerung.“ Die Anatuya-Beauftragte berichtet von Straßensperren. Aufmärsche mit schlimmen Ausschreitungen seien an der Tagesordnung. „Immer öfter trauen wir uns nicht aus dem Haus und zur Arbeit zu gehen.“ Die Gewalttätigkeit nehme erschreckend zu. Entführungen und Überfälle mit tödlichem Ausgang seien täglich zu melden, und die Justiz ahnde solche Verbrechen eher gar nicht als viel zu spät.

Der Mittelstand versuche (noch) krampfhaft, dem Druck standzuhalten, um die Regierung zu stärken, weil bei Versagen die Populisten wohl die Oberhand gewinnen und Argentinien in eine „Venezuela-Lage“ manövrieren würden. „Die Situation ähnelt wieder einmal einem Pulverfass!“, schreibt die Kontaktperson für die „Aktion Anatuya“ in Nütterden und Mehr.

Für eine Delegation vom Niederrhein, die im Oktober 2019 einen Besuch im argentinischen Patenbistum Anatuya plante, ist dieses eine Hiobsbotschaft. „Ausgerechnet im Oktober 2019 sind Präsidentschaftswahlen angesagt. Bis dahin werden wir wohl keine Ruhe mehr haben!“ Ein Besuch wäre unter diesen Umständen nicht zu verantworten. Vor allem die arme Bevölkerung in der Region des Bistums Anatuya leidet unter den katastrophalen Zuständen.

Spenden für die „Aktion Anatuya“ sind auf das Konto bei der Sparkasse Kleve IBAN DE 3332450000005 630900 willkommen. Spendenquittungen erteilt bei genauer Adressenangabe das Katholische  Pfarramt St.-Antonius Abbas Kranenburg-Nütterden.