1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

AfD-Bundesparteitag in Kalkar: 500 Demonstranten protestierten friedlich

Wunderland in Kalkar : 500 Demonstranten protestierten gegen AfD-Bundesparteitag

In der Halle des Wunderlandes in Kalkar trifft sich die AfD, draußen protestieren rund 500 Gegendemonstranten: Die Polizei ist an diesem Samstag beim Bundesparteitag der AfD im Großeinsatz.

Rund 500 Demonstranten haben am Samstag in Kalkar gegen den Bundesparteitag der AfD protestiert. Zu der Kundgebung hatte das Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“ aufgerufen, und Bundestagsabgeordnete fast aller Parteien meldeten sich auf der Kundgebung zu Wort. Auf den Protestplakaten stand unter anderem „Hass ist keine Meinung“ oder: „Kein Platz für Nazis“. Ein Sprecher der Polizei in Kleve bezeichnete die Lage bei der Kundgebung als "völlig unproblematisch", die Teilnehmer hielten sich an die Auflagen. Die Veranstaltung sei am frühen Nachmittag friedlich zu Ende gegangen, teilte die Polizei mit.

Im ihrem Aufruf warfen die Organisatoren der Proteste der AfD vor, durch die Abhaltung des Parteitags einen "gemeingefährlichen Infektionshotspot" zu schaffen. Zudem sollten sich die Demonstranten "dem Hass und der Hetze gegen Geflüchtete, Muslime, Andersdenkende und -lebende entgegenstellen".

Zu dem Veranstalter-Bündnis zählten unter anderem der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Linkspartei und die Jugendorganisationen von SPD und Grünen. Auch der Evangelische Kirchenkreis Kleve und die Diakonie im Kreis Kleve unterstützten die Aktion. „Die völkische und nationalistische Grundhaltung in den familien- und sozialpolitischen Äußerungen der AfD entsprechen nicht unserem Leitbild“, sagte der Geschäftsführer der Diakonie, Pfarrer Joachim Wolff. Nicht Ausgrenzung, sondern Integration und Inklusion seien das Gebot der Stunde.

Die Entscheidung der AfD, trotz der Corona-Pandemie in einer Veranstaltungshalle auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände im „Wunderland Kalkar“ einen Präsenzparteitag mit 600 Delegierten abzuhalten, war auf breite öffentliche Kritik gestoßen. 

Schon die Auftaktveranstaltung zur eigentlichen Demo, die Samstag vom frühen Morgen bis zum Nachmittag stattfindet, war deutlich besser besucht als vermutet. Geschätzte 300 Demonstranten ignorierten die feuchte Kälte und skandierten hinter ihren Masken Sprüche, die die Veranstalter des „Bündnis gegen Rassismus“ vorgaben. Die kernigen Inhalte wurden dann von Megaphonen und jaulenden Sirenen begleitet. Auf zahlreichen Transparenten, Bannern und Schildern waren die Sprüche zu lesen.

Neben der Polizei wird das Ordnungsamt Kalkar, das um Kräfte aus dem Kreis aufgestockt wird, für die Einhaltung der Corona-Maßnahmen sorgen. Insbesondere geht es um die Abstandspflicht und das Maske tragen. Letzteres hatte die AfD vergeblich per gerichtlichem Eilantrag abzuwenden versucht. Aber allein dieser Versuch spreche Bände, hatte Kalkars Bürgermeisterin Schulz auf der Pressekonferenz der Stadt gesagt. „Wir reden hier nicht von einem Geburtstagskaffee, sondern von einer Veranstaltung mit 600 Leuten und mehr. Ich erwarte von einer Partei, die in Landtagen und im Bundestag vertreten ist, Verantwortung für die Gesellschaft.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Demonstration gegen AfD-Bundesparteitag in Kalkar

(top/dpa/epd/afp)