Kleve: 80 Mio. Euro für Klever Schulen

Kleve: 80 Mio. Euro für Klever Schulen

In den nächsten Jahren stehen diverse Neubau - und Sanierungsmaßnahmen an. Die Projekte waren nun Thema bei der Zukunftswerkstatt von Rheinischer Post und Volksbank Kleverland.

VON MARC CATTELAENS

KLEVE Kleve boomt, die Einwohnerzahl steigt, die der Schüler auch. Da soll der Nachwuchs auch die Chance haben, eine Bildungseinrichtung zu besuchen, die - pädagogisch und baulich - auf dem neuesten Stand ist. Doch so einfach ist das nicht, einige Schulen stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen, andere sind in ihrer Substanz hoffnungslos veraltet.

Lange Jahre haben Politik und Verwaltung gerungen, was zu tun ist. Nun liegt ein Plan vor. Weil der durchaus ambitioniert ist, diskutierten Experten bei der Zukunftswerkstatt von Rheinischer Post und Volksbank Kleverland, wie das alles zu schaffen ist.

Bürgermeisterin Sonja Northing ist voller Optimismus und Tatendrang. "Die Voraussetzungen sind geschaffen worden. Jetzt wollen wir alle Projekte mit Volldampf angehen", sagt sie. Lange Zeit hatte die Verwaltung Verzögerungen bei der Umsetzung der Baumaßnahmen auch damit begründet, dass ihr Personal fehle. Diese Zeiten seien nun vorbei, so Northing. "Das Gebäudemanagement der Stadt Kleve wurde mit Stellen versorgt. Bis Februar werden wir die erforderliche Personenzahl haben. Ich freue mich, dass wir die Dinge jetzt so angehen können, wie es sich gehört", sagte die Bürgermeisterin.

Heinz-Bernd Westerhoff will Northing beim Wort nehmen. "Wir vertrauen voll auf die Stadt und darauf, dass wir im Sommer 2023 in unser neues Gebäude in der Nähe des Bahnhofs einziehen können", sagte er. Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer wollte sich, was das Datum angeht, jedoch nicht genau festlegen. "Das ist ein 20-Millionen-Euro-Projekt. Wir müssen das Vorhaben europaweit ausschreiben. Da kann keiner alles genau vorhersagen", betont er. Jörg Cosar, Schulexperte der CDU ließ diesen Einwand nicht gelten: "Das geplante Kombibad am Sternbusch ist auch europaweit ausgeschrieben worden. Nach vier Monaten war das Verfahren zu Ende, und man hatte den Architekten, den man auch bekommen wollte. Rauer entgegnete: "Eine Schule ist kein Schwimmbad. Ich rechne damit, dass wir eine Vielzahl von Architekten-Bewerbungen bekommen."

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Rauer stellte die Prioritätenliste der Stadt für die Schulbauten auf: Zuerst komme die Gesamtschule am Forstgarten (Rindern), dann die Joseph-Beuys-Gesamtschule, dann das Konrad-Adenauer-Gymnasium. Bei den Bauvorhaben werde man mit einer "gewisse Parallelität" vorgehen. Für jedes Projekt werde es eine zwölfköpfige Arbeitsgemeinschaft geben, die für die Gesamtschule Rindern sei bereits tätig.

Jörg Cosar begrüßte es, "dass die Stadt inzwischen auf den Weg des Generalplaners gekommen ist. Das ist positiv." Er schränkte jedoch ein: "Wir hatten Hoffnung, dass das Schulsystem bis 2020 geregelt sei." Northing entgegnete: "Es gibt ja noch weitere Schulprojekte."

Rose Wecker, Schulleiterin der Gesamtschule in Rindern, ist zuversichtlich, dass ein Teil ihrer Schüler im Februar 2018 im ehemaligen Interimsrathaus an der Landwehr starten kann. Und sie hofft, dass der Neubau an der ehemaligen Wilhelm-Frede-Hauptschule 2023 fertig wird. "Hoffnung braucht man auch", sagt Sigrid Dautwiz, Schulpflegschaftsvorsitzende Gesamtschule Kleve, "Es hat bis jetzt doch alles sehr lange gedauert. Mit Glück wird das Projekt 2023 fertig. Unsere Tochter zieht jetzt ins dritte Schulgebäude. Aber das pädagogische Konzept der Schule macht Vieles wett."

Michael Bay von den Grünen betonte: Jede Klever Schule braucht ein State-of-the-art-Gebäude." Rauer wandte ein, dass die Stadt dafür auch viel investiere. "Das Gesamtvolumen beläuft sich auf 70 bis 80 Millionen Euro." Das Geld werde dringend benötigt, findet Paula Ruffing, Elternvertreterin am KAG. "Die weiterführenden Schulen sind in einem sehr schlechten Zustand. Das ist ein Armutszeugnis. Was unsere Kinder durchmachen müssen, ist eine Katastrophe. Ich erhoffe mir jetzt vor allem Geschwindigkeit", sagte sie.

(RP)