50 Jahre Lager auf Ameland: In Kellen wird gefeiert

Amelandlager aus Kellen : Amelandlager feiert Goldjubiläum

Die Pfarrgemeinde St. Willibrord feiert am Samstag um 17 Uhr in der Kellener Pfarrkirche mit einem Dankgottesdienst 50 Jahre Amelandlager. Anschließend wird im Pfarrheim mit vielen Fans der Insel angestoßen.

Für viele tausend Kinder und Erwachsene, gerade auch im Kreis Kleve, ist Ameland die zweite Heimat. Die westfriesische Insel mit ihren Dörfern Buren, Nes, Ballum und Hollum erfreut sich ganzjährig großer Beliebtheit, besonders in den Sommerferien, wenn dort in zahlreichen Bauernhöfen Ferienfreizeiten ihr Quartier aufschlagen. Für die Pfarrgemeinde St. Willibrord Kellen ist der Urlaub im niederländischen Eiland in diesem Jahr etwas ganz Besonderes: 50 Jahre Amelandlager! Und gefeiert wird das Jubiläum schon am Samstag, 4. Mai, um 17 Uhr mit einem Dankgottesdienst in der Pfarrkirche in Kellen mit Dechant Stefan Notz. Anschließend wird im Pfarrheim mit vielen Amelandfahrern, der Gemeinde, Gönnern, Sponsoren und befreundeten Lägern auf ein halbes Jahrhundert Ferienlager angestoßen. Es gibt eine Ausstellung mit zahlreichen Bildern vergangener Ameland-Ferien. „Wir bedanken uns damit für das tolle Engagement von vielen Mitstreitern in den vergangenen 50 Jahren“, sagt Birgit Krake vom Orga- und Amelandteam 2019.

Angefangen hat alles mit Kaplan Theodor Pleßmann, der 1967 nach Kellen kam und bereits 1968 erstmals mit Ministranten für zehn Tage auf der Watteninsel einkehrte. Ab 1969 kamen auch andere Kinder dazu, 1971 war es in Hollum im Ridderweg ein Mädchenlager mit über 100 Kindern und Betreuern. Im westlichsten Insel-Dorf blieben die Kellener zehn Jahre, ab 1973 auch als gemischtes Lager. Ab 1982 bis 1991 ging es in den östlichsten Zipfel zum Kooiplaats jenseits von Buren. Weitere Stationen waren Paasduinweg (1992) und Willibrordstraat (1999), ehe die Kellener Amelandfahrer sich ab dem Jahr 2000 ins Ferienlager Paradieso im Hoofdweg mitten in Buren begaben und seitdem dort heimisch sind. Insgesamt 60 Jungen und Mädchen aus Kellen und Umgebung tummeln sich jeweils für zwei Wochen zwischen Wattenmeer und Strand.

Birgit Krake ist seit 2008 die Chefin im Kellener Ferienlager. In diesem Jahr geht es vom 27. Juli bis zum 10. August nach Ameland. „Wir sind schon lange ausgebucht“, freut sich die Lagerleiterin über die große Resonanz. Langeweile ist während der zwei Wochen ohnehin ein Fremdwort. „Ob Kutterfahrt, Disco-Abende oder Schwimmen im Meer, es ist immer was los“, bestätigt auch Andre Krake, Chefkoch im Rilano Hotel Cleve, der meistens eine Woche zu Besuch kommt. „Und die Klever Bürgermeister kommen auch oft zu einem Abstecher nach Buren“, freut sich Birgit Krake und betont besonders die Gemeinschaft mit den Kindern, die stets zusammen essen, ob beim Frühstück, Mittagessen oder Abendessen. „Man hat immer Ansprechpartner in der Küche und bei den Betreuern“, sagt Karola Hoymann.

Das Essverhalten hat sich im Laufe der Jahrzehnte geändert. „Rotkohl ist heute nicht mehr der Hit“, verrät Hoymann. Kaninchenmilch (Saft), Milch und Kakao sind dagegen ein Muss. Einiges wird auf Ameland gekauft, „wir nehmen auch viel aus Kleve mit“. Mittlerweile gibt es im Lager auch eine Spülmaschine. „Da kann man stolz drauf sein“, sagt Andre Krake. „Eines“, sagt Martina Hünting vom Orga- und Amelandteam, sei klar: „Entweder, es gefällt einem für immer auf Ameland oder nie mehr.“

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