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Kreis Kleve: 25 200 Tonnen Gülle aus Holland im Kreis

Kreis Kleve : 25 200 Tonnen Gülle aus Holland im Kreis

Die Zahl der Gülletransporte aus den Niederlanden nimmt immer weiter zu. Überdüngung und große Viehherden führen zu einer hohen Nitratbelastung des Grundwassers. Neuregelungen sollen das Problem nun beheben.

Der Bericht des Landesumweltministeriums ist alarmierend: Das Grundwasser am gesamten linken Niederrhein, also auch in großen Teilen des Kreises Kleve, ist hoch mit Nitrat belastet. Hauptursache dafür dafür ist laut Landesumweltminister Johannes Remmel (Bündnis 90/Die Grünen) die Überdüngung der Felder mit Gülle. Auf Antrag der SPD-Kreistagsfraktion wurde der Remmel-Bericht nun Thema im Umweltausschuss.

Die Kreisverwaltung stellte zunächst klar, dass das Trinkwasser im Kreis Kleve trotz der hohen Nitratbelastung des Grundwassers in einwandfreiem Zustand sei. Das sei dem Einsatz der Versorgungsunternehmen zu verdanken, die das Trinkwasser in einen nahezu nitratfreien Zustand versetzten. Zudem gebe es Kooperationen zwischen Landwirten beziehungsweise Gärtnern und Wasserwerksbetreibern zur grundwasserverträglichen Landnutzung. Dennoch: Die hohe Nitratbelastung von mehr als 50 Milligramm pro Liter, das musste die Verwaltung einräumen, sei problematisch. Und die Ursache sei eindeutig die intensive gartenbauliche und landwirtschaftliche Nutzung der Flächen im Kreis Kleve.

Ein Dorn im Auge ist dem Landesumweltministerium der so genannte Düngetourismus von den Niederlanden nach Deutschland. Im Jahr 2012 wurden nach offiziellen Statistiken 25 190 Tonnen Wirtschaftsdünger von den Niederlanden nach Deutschland verbracht. Ein Jahr zuvor waren es mit 11 800 Tonnen noch weniger als die Hälfte. Dazu schreibt das Landesumweltministerium: "Die Gülletransporte insbesondere im grenznahen Kreis Kleve verschärfen das Problem der hohen Nitratbelastung."

Dr. Wilhelm Wehren, Leiter der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer-Rheinland und der Landwirtschaftsschule im Kreis Kleve, sagte als Gastredner im Umweltausschuss, dass weniger die hohe Anzahl der Gülletransporte als vielmehr der Umgang mit dem Nähr- beziehungsweise Stickstoffen in den landwirtschaftlichen Betrieben entscheidend sei. "Wichtig ist die Stickstoff-Bilanz, ganz gleich, aus welcher Quelle der Stickstoff stammt. Wir haben einen freien europäischen Markt. Die Verantwortung, was mit der Gülle geschieht, liegt beim landwirtschaftlichen Betrieb", sagte Wehren. Er vertraue auf die Wirksamkeit der bundesweiten Dünge-Verordnung. Diese beinhaltet unter anderem, dass im Herbst kein flüssiger Wirtschaftsdünger mehr ausgebracht werden darf, wenn zuvor auf dem Acker entweder Mais, Raps, Kartoffeln, Gemüse, Zuckerrüben oder Hülsenfrüchte angebaut und geerntet worden waren. Das wiederum beschere den Landwirten zusätzliche Kosten, weil sie ihre Gülle-Lagerkapazitäten erhöhen müssten.

Außerdem werden die Gülletransporte aus dem Ausland stärker reguliert und kontrolliert. So müssen sowohl Abgeber als auch Aufnehmer von Wirtschaftsdünger aus dem Ausland die genauen Mengen mit Datum einbringen. Diese Angaben wurden seitens der Landwirtschaftskammer im vergangenen Jahr landesweit 2000 Mal kontrolliert. "Dabei gab es 300 Beanstandungen, die Bußgelder in Höhe von 100 000 Euro nach sich zogen", berichtete Wehren. Er rechnet damit, dass sich sowohl die Anzahl der Kontrollen als auch die Höhe der Bußgelder erhöhen wird.

(RP)