24. Ragionaltag der Hospizgruppen am Niederrhein auf der Wasserburg Rindern

Regionaltagung auf der Wasserburg Rindern : Hospizgruppen tauschen sich in Kleve aus

Die Regionaltagung mit 250 Teilnehmern auf der Wasserburg Rindern war mit dem Thema „Versöhnungswege“ überschrieben.

250 ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter der Hospizgruppen Unterer Niederrhein trafen sich an zwei Veranstaltungsterminen zum 24. Regionaltag im Katholischen Bildungszentrum, Wasserburg Rindern. In Zusammenarbeit mit der Wasserburg waren Hospizgruppen aus Bedburg-Hau, Bocholt, Dinslaken, Emmerich, Haldern und Rees, Kamp-Lintfort, Kevelaer, Kleve, Rheinberg, Goch-Uedem-Xanten-Sonsbeck und Wesel gemeinsame Veranstalter.

Der Regionaltag war mit dem Thema „Versöhnungswege?!?“ überschrieben. Dazu sagte Barbara Blau, Fachbereichsleiterin Caritas und Sozialethik, in der Wasserburg Rindern: „Stirbt es sich leichter, wenn ich versöhnt Abschied nehmen kann? Für ein friedvolles Sterben ist es meist wichtig, seine ‚Angelegenheiten’ zu regeln, ‚offene Rechnungen’ zu begleichen oder in manchen Angelegenheiten und Beziehungen ‚reinen Tisch’ zu machen. Die besondere Nähe im Angesicht des Todes bietet manchmal die Möglichkeit, alte Verletzungen und eigenes Versagen zur Sprache zu bringen.“

Nach der Begrüßung und Einführung sprach Weihbischof Rolf Lohmann ein Grußwort. Foto: Bistum Münster/Markus van Oorschot

Renate Hirt, Koordinatorin, Ambulante Hospizarbeit Kamp-Lintfort, ergänzte: „Versöhnung hat für mich auch etwas mit Akzeptanz zu tun. Wenn ich mich bemühe, den anderen zu verstehen, ist das schon der erste Schritt zur Versöhnung.“ Petra Bahr-Rüschkamp, Koordinatorin, Malteser Hilfsdienst, Hospizdienst am Niederrhein, fasste ihre Erkenntnisse wie folgt zusammen: „In Familien schwelen häufig jahrelange Konflikte, durch Missverständnisse, Kränkungen und Verletzungen. Und dennoch äußern die meisten Menschen im Angesicht des Todes den Wunsch, ihren Lebenskreis in Frieden mit sich und ihren Angehörigen oder Zugehörigen zu vollenden.“ Birgit Stienen, Koordinatorin, Ambulanter Hospizdienst der Caritas Geldern-Kevelaer, stellte die Frage: „Wie halte ich es als Ehrenamtlicher aus, wenn es keine Versöhnung gibt? Wie unterstütze ich die Betroffenen? Was ist meine Rolle am Sterbebett?“

Diesen elementaren Fragen wurde beim Regionaltag in Rindern nachgegangen. Nach der Begrüßung und Einführung sprach Weihbischof Rolf Lohmann ein Grußwort. Das Hauptreferat hielt Norbert Mucksch, Münster, der auch den Workshop „Frieden schließen – die Bedeutung der Versöhnung in der Trauerbegleitung“ leitete. Das Thema von Astrid Klancisar war „Atem, Achtsamkeit und Mitgefühl… als Quelle der Selbstfürsorge.“ Pastoralreferentin Nicole Coenen leitete den Arbeitskreis „Niemals verloren sein – eine alte, biblische Versöhnungsgeschichte neu erleben.“

Das Thema „Tanz und Kunst – ein kreativer Blick auf Versöhnung“ behandelte Andrea Möllmann. Der Workshop von Andrea Much befasste sich mit „Spuren, Risse, Neuanfänge – ein kreatives Experiment mit Farben und Papier.“ Der Seniorenchor „Die Goldies“ aus Geldern war zweifach aktiv: zunächst bei der Gestaltung des Workshops „Lass es geschehen – Singen befreit“ und schließlich als musikalischer Schlusspunkt. Pfarrer Dirk Meyer, Leiter der Telefonseelsorge Niederrhein/Westmünsterland, Systemischer Therapeut und Supervisor aus Wesel, erarbeitete mit den Teilnehmern „Versöhnungswege und Familiensysteme“.

„Es war ein wichtiges Thema und ein spannender Tag“, fasste eine Teilnehmerin den Hospizregionaltag zusammen.