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Kleve: 20 Jahre Kleves Unterstadt umgebaut

Kleve : 20 Jahre Kleves Unterstadt umgebaut

Menschen 2016: Willibrord Janssen hat als Leiter des Fachbereichs Tiefbau den Umbau der Stadt Kleve begleitet. Zum Jahreswechsel geht der Ingenieur nach 20 Jahren Arbeit für die Verwaltung jetzt in den Ruhestand.

Als Willibrord Janssen im März 1997 in Kleve das Tiefbauamt übernahm, sah die Stadt ganz anders aus. 20 Jahre und 400 Tiefbaumaßnahmen später hat sich Kleve wesentlich verändert. In den Ratsperioden seit Ende der 1990er Jahre mit den Bürgermeistern Josef Joeken und vor allem mit Theo Brauer bekam die Stadt einen Schub: Ende der vorigen Jahrhunderts, als Janssen in Kleve begann, wurde eine Art Masterplan beschlossen, nach dem sich bis heute die Stadtplanung richtet.

Der erste Schritt war der Rückbau der Minoritenstraße, die wie eine Magistrale Kleve vierspurig von der Brücke bis Haus Koekkoek zerschnitt, und der Abriss der Rampenbrücke. Die Kreisverkehre entstanden, die Hafenstraße und die Bahnhofstraße übernahmen den Verkehr. Der nächste Schritt: Die Industriestraße sollte die Emmericher Straße entlasten. Es gab viel zu tun für das Team des neuen Klever Tiefbau-Chefs.

Knapp 20 Jahre Unterschied: Die Drohne von 2016 hat nicht ganz die Höhe des Flugzeuges Ende der 1990er Jahre - aber die Fotos zeigen, wie sich die Stadt verändert hat. Foto: eve/pegra

Doch Janssen hat seine Truppe gut aufgestellt - der Umbau der Stadt verlief im Bereich Tiefbau überwiegend geräuschlos. Janssens Rezept: "90 Prozent der Planungen werden im eigenen Fachbereich angefertigt, wir geben nur das heraus, was nötig ist", sagt der Ingenieur. Die Planung liegt bei der einen Hälfte der Ingenieure, die Bauleitung bei der anderen. "Jeder weiß, was er tut", sagt Janssen. Der Bauleiter setzt die komplette Planung um - Straße und Kanal.

Foto: graupner

Ab heute ist der Chef des Fachbereichs 66 - Tiefbau - im Ruhestand. Janssen studierte in Dortmund Bauingenieurwesen, seine Abschlussarbeit war der Plan einer Brücke. Brücken sollte er dann auch bauen - seine erste Stelle als Ingenieur war bei der Bundesbahndirektion in Essen. Einige der Brücken auf der Holland-Linie der Bundesbahn stammen aus Janssens Feder. Nach dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung sollte er versetzt werden - Frankfurt oder Berlin standen zur Wahl. "Für mich als Kellener waren das keine Alternativen", sagt Janssen. Da kam die Ausschreibung der Stadt Kleve gerade recht. Er setzte sich gegen viele andere Bewerber durch.

Seine erste große Maßnahme war der Kreisverkehr an der Kalkarer Straße 1998. Es folgte die Verlegung der Minoritenstraße, die Erschließung von Neubau- und Gewerbegebieten. Und mit dem Bau der Industriestraße 2005 hatte Janssen auch wieder mit großen Brücken zu tun: Ein Betonbrücke überspannt dort den Kanal. Doch der Fachbereichsleiter freute sich auch über kleinere Baumaßnahmen: Wie die Restaurierung der historischen Backsteinbrücke im Klever Forstgarten gegenüber vom Museum Kurhaus Kleve.

Dann kam der Zuschlag für die Hochschule. Die Stadt Kleve musste die nötigen Straßen bauen. "Wir haben in kürzester Zeit den Sommerdeich zur Zufahrtstraße für die Hochschule ausgebaut", sagt Janssen. Er beschreibt den Ausbau sachlich, unaufgeregt, präzise - so, wie er in den vergangenen 20 Jahren gearbeitet hat. Wenn irgendwo gebaut werden soll, wie auf dem Hafengelände die Hochschule, sind als erste die Tiefbauer vor Ort. "Wir müssen den Zugang schaffen", sagt der Ingenieur. Straßen, Regenrückhaltebecken und Kanäle wollen projektiert und gebaut oder saniert werden. Janssen ist überzeugt, dass eine Straßensanierung den Wohnwert hebt. Das würden im Nachhinein auch die Kritiker solcher Maßnahmen erkennen, sagte Janssen und verweist auf 20 Jahre Feedback. Der 64-Jährige blickt zurück auf die Erschließung von Baugebieten wie am Köhlersweg oder den Kellenshof bis hin zu den anstehenden Baugebieten auf dem Union- und auf dem ehemaligen Schlachthofgelände. Manchmal gab's auch Ärger - wie bei der Sanierund der Briener Straße. Da lief nicht nur die Thyssen-Gasleitung quer durch den geplanten Straßen- und Kanalbau, sondern es war auch viel "Schrott" unter der Erde, erinnert sich Janssen. Denn einst waren die beiden seit einem knappen halben Jahrhundert still liegenden XOX-Werke rechts und links der Straße auch unterirdisch verbunden. Und keiner wusste mehr, was man da im Detail genau ausgrub. Die Bauarbeiten zogen sich. Kompliziert war auch der Aufbau des Parkleitsystems, erinnert er sich.

Künftig wird sich der Klever Tiefbau-Chef Janssen wieder um andere Dinge kümmern, um seine Familie und sein Haus in Bedburg-Hau, um die Wandertouren mit seiner Frau. Sein Hobby Nr. 1: Fahrradfahren. Er sei jetzt auf "eine E-Fiets" umgestiegen, erzählt er. In vier Jahren hat die Fiets jetzt 18.000 Kilometer runter. Es werden noch etliche folgen. Denn um die noch unter seiner Ägide eingespielten und geplanten Maßnahmen wie dem Stadthallenplatz, dem Bereich Netelenhorst und der Bensdorp müssen sich die anderen kümmern.

(RP)