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Kleve: 14 Tote auf den Kreis Klever Straßen

Kleve : 14 Tote auf den Kreis Klever Straßen

Zahl der verunglückten Kinder gestiegen, eine Siebenjährige starb. Insgesamt hat es weniger Unfälle als im Jahr zuvor gegeben. Entwicklung der Schwer- und Leichtverletzten ist rückläufig. Mehr Radfahrer verletzt und getötet.

Geschwindigkeit ist der Killer Nummer Eins auf den Straßen des Kreises Kleve. Das, so Günter Lange, müsse in dieser drastischen Art gesagt werden. Der leitende Polizeidirektor hat gestern in Stellvertretung für Landrat Wolfgang Spreen die Verkehrsunfallstatistik 2013 vorgestellt.

Insgesamt hat es deutlich weniger Unfälle gegeben, als noch im Jahr zuvor. In 6868 Fällen, und damit 469 Mal weniger als 2012, hat es gekracht. "Damit haben wir die Silbermedaille in Nordrhein-Westfalen. Landesweit liegen wir beim Unfallrisiko an zweiter Stelle", betont Wolfgang Tühl, Leiter der Direktion Verkehr. Wo Licht ist, da gibt es aber auch Schatten: Beim Verletzungsrisiko liegt der Kreis landesweit lediglich an Platz 37 (von 47).

Das hängt auch mit der Infrastruktur zwischen Emmerich und Wachtendonk zusammen: So sind Unfälle auf Landstraßen, auf denen Autofahrer naturgemäß schneller unterwegs sind, viel häufiger mit Verletzungen verbunden, als die in den urbanen Ballungsräumen. "Wir haben derzeit insgesamt 14 Unfallhäufungsstellen verzeichnet. Acht davon liegen im Norden, sechs im Süden", erklärt der Direktionsleiter. Ein Dauersorgenkind ist etwa die Kreuzung am Klever Krankenhaus. "Da kann man aber auch baulich nicht mehr viel ändern", sagt Tühl. Einen positiven Trend verzeichnet die Polizei bei den Verletzten. So lag die Zahl der Schwerverletzten mit 262 auf einem neuen Tiefststand, die der Leichtverletzten mit 1040 Menschen auf dem zweitniedrigsten Stand.

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Gleiches gilt für die Zahl der Toten auf den Straßen des Kreises. Sie liegt auf dem zweitniedrigsten Stand seit 1977 — damals hatte es mit 110 Opfern den Rekord gegeben. 14 Menschen, und damit einer mehr als 2012, ließen im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen ihr Leben. "Das ist ein Thema, das uns bedrückt — aber auch eines, das antreibt", sagt Polizeidirektor Günter Lange. Vier der 14 Toten waren auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen. "Darum werden wir den repressiven Druck weiter erhöhen und mehr Geschwindigkeitskontrollen durchführen", sagt Wolfgang Tühl. Helfen soll dabei auch die neu eingeführte digitale Radartechnik, die es ermöglicht, Daten deutlich schneller auszuwerten, als noch bei den analogen Geräten.

Besonders schwer wiegt der Tod eines siebenjährigen Mädchens, das in der Osterzeit auf der Bundesstraße 220 in Emmerich als Beifahrer eines Unfallwagens eingeklemmt wurde und im Krankenhaus verstarb. Das erste tote Kind seit drei Jahren auf den Straßen des Kreises. Insgesamt ist die Zahl der verunglückten Kinder gestiegen. 132 Kinder (110 im Vorjahr) verunfallten, 20 von ihnen schwer. "Unter den schwerverletzten Kindern fuhren acht mit dem Fahrrad. Nur eines Trug einen Helm", erklärt Wolfgang Tühl.

Fahrradfahrer sind mit 25 Prozent überproportional unter den verunglückten Personen vertreten. Auch wenn die Gesamtunfallzahl zurückging, waren die Folgen dramatischer als im Jahr zuvor: Drei Radfahrer starben, 70 von ihnen erlitten schwere Verletzungen.

Hier geht es zur Infostrecke: Das ist die Unfallstatistik 2013 für den Kreis Kleve

(lukra)