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14-Jähriger testet die Freizeitangebote der Kommunen im Kreis Kleve

Skate-Anlage in Kevelaer : Neuer Skatepark für Kevelaer

Als Tester fällt er erstmal aus. Unser junger Autor hat sich den Arm gebrochen und muss sich Skateparks und Co. nun auf Abstand ansehen. Zu erzählen gibt es natürlich trotzdem einiges.

Ihr erwartet jetzt sicherlich, dass ich wieder über einen Skatepark schreibe, aber da ist leider was dazwischen gekommen. Ich war ja kürzlich in der Open Factory in Kleve, um mir mal anzusehen, wie junge Leute Breakdancen oder Parkourlaufen, und am Folgetag bin ich mit dem Fahrrad mal schnell nach Holland gefahren, um dort meinen Tag auf dem Campingplatz zu verbringen. Auf dem Trampolin habe ich dann ein paar Rückwärts-Saltos gemacht, bis ich einen nicht ganz hingekriegt habe. Unterdreht, abgefangen, Arm gebrochen. Musste operiert werden und wurde nach einer ziemlich schmerzhaften Nacht aus dem Krankenhaus entlassen. Aber na ja, so was passiert halt mal.

Darum geht es hier ja eigentlich auch gar nicht. Heute ist in meiner Serie, in der ich Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche vorstelle, nämlich Kevelaer dran. Ich hab‘ zuerst auf die Website von der Stadt geschaut und weiter geklickt in die Kategorie Jugend, und vor allem zwei Dinge gesehen: Kicker und Billard-Tische. Ach so, und leere weiße Räume. Aber das kann ja nicht alles sein, was es da so gibt, oder? Das konnte ich nicht ganz glauben, deswegen habe ich mal den Bürgermeister angerufen, und der hat mir ordentlich was erzählt. Höchstpersönlich. Ich halte ihn schon deshalb für einen guten Auskunftgeber, weil er sechs eigene Kinder hat. Da kann man ja wohl davon ausgehen, dass er sich für Kinder und Jugendliche interessiert und etwas dafür tut, dass sie sich in ihrer Stadt wohl fühlen.

Übrigens habe ich eben nicht ganz die Wahrheit gesagt, denn es geht in diesem Text natürlich doch wieder etwas um einen Skatepark. Herr Pichler, mit Vornamen heißt er Dominik, hat zugegeben, dass die jetzige Skateanlage etwas in die Jahre gekommen ist. Sie muss erneuert werden. Die Zuständigen in Kevelaer haben erkannt, dass für dieses Thema die Jugendlichen die Fachleute sind. Deshalb werden nun Workshops abgehalten, bei denen Jugendliche mitbestimmen können, wie der geplante neue Skatepark auszusehen hat. Das Ganze wird nämlich über das Programm Leader von der EU mitfinanziert, genauso wie in Sonsbeck – davon berichtete ich schon. Auf diese Weise werden tolle Projekte  möglich, ohne dass die einzelnen Städte furchtbar viel Geld ausgeben müssen.

In Kevelaer gibt es aber nicht nur einen alten Skatepark, sondern man kann sich auch auf den zahlreichen Sportanlagen die Zeit vertreiben. Die Bolz- und Basketball-Plätze sind frei zugänglich. Das ist bei den Turnhallen anders. Hier muss man Mitglied eines Clubs oder Vereins sein (oder Schüler). Davon gibt es in unserer Gegend ja überall reichlich: Von Fußball über Tennis und Basketball bis hin zu Tischtennis ist alles dabei.  Für den Alltag eine gute Sache, in den Ferien sind die Turnhallen und Sportplätze jedoch fast immer geschlossen.

Für manche unter euch wird vielleicht noch das Irrland interessant sein. An diesen Ort habe ich viele Erinnerungen an meine Kindheit: Klettern, riesige Hüpfkissen, enorme Rutschen, Wasserschlachten. Ganz ehrlich: Zusammen mit den richtigen Leuten kann ein Ausflug nach Twisteden auch für Jugendliche noch ganz lustig sein. Weil der Park aber vorwiegend für Familien und Schulklassen gedacht ist, müsst ihr euch dort schon einigermaßen benehmen. Wer das uncool findet, lässt es vielleicht besser bleiben, dorthin zu gehen. Oder ihr macht am besten einen Familienausflug daraus.

Auf jeden Fall für alle gedacht sind Jugendzentren, die auch in einigen Ortsteilen vorhanden sind. Dort gibt es das übliche: Chillen, Billard und Kicker. Vielleicht ja auch Kurse, Kreativangebote oder Leute mit guten Ideen. Ob man da auch etwas draußen machen kann, habe ich vergessen zu fragen.

Ich muss übrigens noch mal auf meinen kaputten Arm zurück kommen. Weil ich damit zumindest in den ersten Wochen ja nicht allzu viel anfangen kann, haben meine Eltern beschlossen, trotzdem mit mir zu verreisen. In die Berge, weil wir alle ganz gerne wandern. Ging auch, nachdem ich mich an den langsam weniger schmerzenden Bruch gewöhnt hatte. Allerdings musste ich mehrmals zur Kontrolle, sehr praktisch, wenn man da in einem bekannten Wintersportort ist. Im Behandlungszentrum der schicken Klinik im Alpin-Stil hingen Poster von Skiläuferinnen, die sich bei den Ärzten für die gute Versorgung bedanken. Christina Geiger und Maria Höfl-Riesch haben sie wieder hin gekriegt, dann mich wohl auch! Ein Lob übrigens nach Kleve: Ich bin dort anscheinend so gut operiert worden, dass mir der Professor in der Klinik unterhalb der Sprungschanze  beim Blick auf die Röntgenbilder versprach, dass ich keinerlei langfristige Beschwerden davontragen werde. Der Mann trug übrigens eine Rolex – scheint sich zu lohnen, Profisportler zu behandeln.