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1360 Arbeitslose im Kreis Kleve weniger als im Vorjahr

Zahlen der Arbeitsagentur : 1360 Arbeitslose im Kreis Kleve weniger als im Vorjahr

Die Arbeitslosigkeit im Kreis Kleve ist niedriger als 2020, aber noch nicht auf Vorkrisenniveau. Die Kurzarbeit bleibt laut Arbeitsagentur ein stabilisierender Faktor: Sie helfe Unternehmen und Beschäftigten während der Pandemie.

Die Bundesagentur für Arbeit hat ihren Lagebericht des Arbeitsmarktes für das vergangene Jahr für die Kreise Kleve und Wesel vorgestellt. Nach einem schwierigen Jahr 2020 war Ende 2021 eine vorsichtige Entspannung auf dem Arbeitsmarkt erkennbar: „Das Jahresende 2021 beschert dem Arbeitsmarkt in den Kreisen Wesel und Kleve einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit. Seit August sind die Arbeitslosenzahlen kontinuierlich gesunken. Unter dem Strich sind aktuell fast 3300 Menschen weniger arbeitslos als im Dezember des letzten Jahres“, sagt Barbara Ossyra von der Agentur für Arbeit in Wesel.

Im Dezember waren in beiden Kreisen zusammen 22.198 Arbeitslose gemeldet, und damit 0,1 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr ist sogar ein Rückgang der Arbeitslosigkeit von 3286 Personen zu verzeichnen, was knapp 14 Prozent entspricht. Der Anteil der Menschen ohne Arbeit an alle Arbeitnehmern liegt gegenüber dem Vormonat unverändert bei 5,4 Prozent – Ende 2020 lag die Quote noch bei 6,2 Prozent. Die Entwicklung lässt sich auch auf die Zahlen nur für den Kreis Kleve ummünzen.

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Hier waren im vergangenen Dezember 7907 Menschen arbeitslos gemeldet. Ein Jahr davor waren es noch 1363 Personen oder 14,7 Prozent mehr. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember wie schon im November bei 4,7 Prozent. Im Dezember 2020 waren es noch 5,5 Prozent. Eine Vielzahl der Stellen im Kreis sind jedoch noch unbesetzt, insgesamt 2765, was einem Plus von 10,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Dezember allein waren 505 Stellenangebote hinzugekommen und damit zwar weniger als im Vormonat November, aber über 100 Stellen mehr als im Jahr 2020. Die positiven Zahlen nähren die Hoffnung, dass der Arbeitsmarkt im Kreis die Corona-Krise relativ glimpflich überstanden hat. Ossyra bilanziert: „Der Arbeitsmarkt hat sich seit Februar 2021 schrittweise erholt. Abgesehen von einer kurzen Pause im Sommer ging die Arbeitslosigkeit kontinuierlich zurück und lag zum Jahresende auf einem niedrigeren Niveau als in den meisten Vorjahren.“

Positive Entwicklungen gibt es auch bei der Jugendarbeitslosigkeit zu vermelden, die 2021 knapp 13 Prozent unterm Durchschnitt des Vorjahres lag. Hinter den leicht verbesserten Zahlen stecken aber auch noch Herausforderungen: „Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist noch höher als 2020 und auch der Fachkräftebedarf ist weiter spürbar und nimmt noch zu“, sagt Ossyra. Gerade mit Hinblick auf die anhaltende Welle der Ruhestandseintritte vieler Arbeitnehmer aus der „Babyboomer“-Generation, sei dieser Zustand noch auf Jahre zu erwarten.  Die Zahl der Langzeitarbeitslosen (länger als ein Jahr) lag im Kreis Kleve 2021 mit einer Jahresdurchschnittszahl von 3902 11,4 Prozent über den Vorjahreswerten. Kurzarbeit, die zu Beginn der Pandemie im März 2020 eingeführt wurde, diente auch dieses Jahr wieder vielen Betrieben als Beschäftigungssicherung. Der Bedarf ging übers Jahr allerdings stark zurück. Während sich zu Spitzenzeiten im Februar gut 10.000 Arbeitnehmer in Kurzarbeit befanden, arbeiteten im Juli nur noch weniger als die Hälfte dessen verkürzt.

Die Agenturen verweisen auf ihre trotz Pandemie-Beschränkungen im Jahr 2021 ausgebauten Informations- und Beratungsangebote. „Umorientierungen und Weiterbildungen nehmen zu im Erwerbsleben“, erklärt Manfred Klockner, Berufsberater bei der Arbeitsagentur Krefeld. „New Plan“ ist ein neues Online-Erkundungstool, mit dem Berufstätige Hilfe bei einer Neuorientierung finden können.

Mit Ständen auf Märkten, grenzüberschreitenden Aktionen mit den niederländischen Nachbarn sowie mit dem Ausbau digitaler Dienstleistungen seien in der Pandemie neue Angebote geschaffen worden. So lässt sich seit kurzem die Arbeitslosigkeit per App anmelden, was persönliche Behördengänge erspart. Auch wenn mindestens 60 Prozent der Beratungssuchenden in Stellen vermittelt werden konnten, will die Agentur für Arbeit 2022 ihre Anstrengungen noch ausbauen. „Wir möchten den Kontakt zu Jugendlichen in den Schulen intensivieren und die Vielfalt der Beratungsformen noch besser ausnutzen“, sagt Barbara Ossyra. Foto: DPA