Kevelaer: Zog der Wolf mehrfach durch den Kreis?

Kevelaer: Zog der Wolf mehrfach durch den Kreis?

Es häufen sich die Meldungen, dass das Tier gesehen wurde. Offenbar befindet es sich aktuell in den Niederlanden, auch dort wurden Fotos gemacht. Tierhalter fordern, dass der Informationsfluss mit den Behörden verbessert wird.

/ WEEZE Der Wolf, der durch den Kreis Kleve gezogen ist, sorgt weiter für viel Gesprächsstoff. Vor allem die Schafhalter sind untereinander in ständigem Austausch, halten sich gegenseitig auf dem Laufenden, wenn es etwas Neues zum Thema gibt.

Aktuell gibt es Berichte, dass der Wolf den Rhein gleich zweimal überquert haben soll. Ende Januar soll er aus Sendenhorst gekommen sein. Bereits über Karneval waren dann Meldungen verbreitet worden, dass in Kranenburg ein Wolf gesehen worden sei. Viele hielten das für den Scherz der Narren, allerdings soll das Tier kurz darauf in den Niederlanden gesehen worden sein. Auch von zwei Schafen, die dort gerissen sein sollen, ist die Rede. Am 18. Februar schließlich soll der Wolf im niederländischen Millingen gesichtet worden sein, einen Tag später tauchte er dann bei Rees auf.

Dieser Fall ist gesichert. Es gibt Video- und Filmmaterial darüber. Zwei Tage später wird ein Tier in der niederländischen Provinz Gelderland gesichtet. Die Beobachtung wurde an das niederländische Portal "Wölfe in den Niederlanden" gemeldet. Dort finden sich auch Foto und Video von dem Tier. Experten sagen, das seien alles Entfernungen, die ein Wolf schaffen könne. Es sei also durchaus möglich, dass das Tier den Kreis Kleve mehrfach durchquert hat.

Die niederländischen Betreiber des Wolfsportals haben das Foto aus Rees geprüft, um zu klären, ob es sich dabei um das Tier aus dem Gelderland handeln kann. "Auffällig ist bei dem Wolf, dass er einen längeren Schwanz hat", sagte Leo Linnartz vom Wolfsportal der RP. Später teilte er dann mit, dass es sich wohl um ein und das selbe Tier handele.

  • Wolf in Haffen-Mehr bei Rees gesichtet

Erst gestern ist der Wolf in Bennekom bei Nimwegen gesichtet worden. Auch davon hat das niederländische Wolfsportal Video- und Fotomaterial bekommen. Auf dem Video ist zu sehen, wie der Wolf mitten durch einen Ort läuft.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) will diese Meldungen nicht konkret bewerten. "Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen", sagt Lanuv-Sprecher Wilhelm Deitermann. Sicher belegt sei derzeit nur die Sichtung des Wolfes bei Rees. "Der Nachweis sind da das Foto und das Video von dem Tier", sagt er. Wohin der Wolf gezogen sei, sei reine Mutmaßung. Auch die Frage, ob das in den Niederlanden gesichtete Tier der Wolf aus Rees sein könne, sei aus der Ferne nicht zu beantworten. Bislang seien alles nur Indizien, auch DNA-Material für einen Abgleich habe man nicht. Hinweise auf weitere Wölfe habe man bislang nicht, so Deitermann.

Gesichert ist aber auf jeden Fall, dass bereits kurz vor Jahresende eine Wölfin durch den Kreis Kleve gezogen ist. Das Tier trug einen Sender und wurde unter anderem in Kalbeck bei Weeze geortet. Es soll dort auch die A 57 überquert haben.

Gar nicht begeistert waren Tierhalter, dass sie davon erst knapp zwei Wochen später etwas erfahren haben. Daher gibt es auch die Forderung, dass der Informationsfluss zwischen Behörden und Tierhaltern verbessert wird, wenn ein Wolf gesichtet wird.

(zel)
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