Kevelaer: Zeit zum Kämpfen und zum Gruseln

Kevelaer: Zeit zum Kämpfen und zum Gruseln

100 Schüler der Städtischen Realschule Kevelaer und der Gesamtschule Kevelaer-Weeze stecken mitten in den Proben ihres neuen Stücks. Es heißt "Geisterritter". Dabei kommen Musik- und Harry-Potter-Fans auf ihre Kosten.

Die beiden Ritter gehen aufeinander los, laut knallen die Schwerter aneinander, das Kettenhemd rasselt, der metallene Knieschutz klirrt. "Es werden Köpfe rollen, zumindest einer", sagt Saskia Reinkens mit Blick auf das Geschehen. Sie kennt den Ablauf genau, als Regisseurin hat sie den Überblick. "Geisterritter" heißt das Stück, an dem 100 Schüler der Städtischen Realschule Kevelaer und der Gesamtschule Kevelaer-Weeze beteiligt sind und bei dem auch reichlich Kunstblut fließen wird. "Es gibt eine ganze Menge Untote, zumindest um Mitternacht, aber es ist insgesamt ein sehr lustiges Stück", verrät Lehrerin Saskia Reinkens. "Es erinnert ein bisschen an Harry Potter."

Mitten im Geschehen stehen Jon (Cornelius Naber) und Ella (Xenai-Marie Piotriwicz). Beide sind auf die Hilfe einer der Geisterritter angewiesen. Denn Jon bekommt ungebetenen Besuch von Geistern, kaum dass er von seiner Mutter und ihrem neuen Freund in das Internat Salisbury abgeschoben wurde. Passenderweise singt der Chor die Strophe "Wovor hast du Schiss?" von Mark Forsters Lied "Chöre", nachdem Jon von seinen Gruselerlebnissen berichtet hat. Verständnis zeigt Ellas Großmutter Zelda (Sophie Aymans). Sie will Jon helfen und bestätigt, dass Geister eine nervige Sache sind. Das Stück selbst basiert auf dem Buch von Cornelia Funke, und natürlich geht es nicht nur ums Gruseln, sondern auch um Freundschaft, den Umgang mit familiären Problemen und das Erwachsenwerden.

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Noch wird in der Turnhalle geprobt, in der nächsten Woche ist dann die Premiere im Kevelaerer Konzert- und Bühnenhaus. Während die beiden Ritter Jens Klein und Daniel Maaßen noch einmal ihre Schwerter schwingen, gibt Lehrerin Astrid ten Klooster Tipps. "Schön mit dem Schild blocken", ruft sie, während Kollegin Saskia Reinkens Angst um "die blaue Dame" hat, ein Bild der Ahnengalerie, in das einer der Ritter zu fallen droht. "Drei Tage gab es ein eigenes Bühnenbauprojekt", sagt Michael Cuypers, Leiter der Gesamtschule Kevelaer-Weeze. Nach den Auftritten werden die Bühnenbilder die Schule schmücken. Aber erst einmal muss Cuypers wieder zurück in die Turnhalle, schnallt sich die Gitarre um und stellt sich vor das Schüler-Orchester. Düster klingt Carl Orffs "Oh Fortuna" durch den Raum, während die Schwertkämpfer ein weiteres Mal zuschlagen. Beim Auftritt der Schüler wird es auf jeden Fall musikalisch. "AC/DC, ,Thriller' von Michael Jackson", zählt Cuypers weitere Musik auf, die von ihm, Dorothee Menskes und Ingo Schäfer für das Schulorchester umgearbeitet wurden. Der Inhalt der Lieder passt zur jeweiligen Szene. Einige werden durch Choreographien der Tanzgruppe untermalt, die Claudia Kanders leitet. Eva Tannhäuser und Manfred Beckert kümmern sich um das Bühnenbild, Requisiten und das Plakat, Andrea Schwanitz ist für die Herstellung der Kostüme und die Maske verantwortlich.

Noch stehen die Nachwuchs-Schauspieler ungeschminkt in der Turnhalle. Für Xenia-Marie Piotrowicz ist Ella ihre Traumrolle. "Ich finde die Rolle mega-interessant, weil das Internatsleben sicher nicht einfach ist, und trotzdem ist Ella so locker drauf", sagt die 15-Jährige. Für die Rollen konnten sich die Schüler bewerben und ihre Wünsche angeben. Bald wird es dann für alle ernst, dann geht es vom Probenraum, der Turnhalle, auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Gruselmomente sind garantiert, aber auch lustige Dialoge.

(RP)