Kevelaer: "Wurzelwerker" krempeln wieder die Ärmel hoch

Kevelaer : "Wurzelwerker" krempeln wieder die Ärmel hoch

Zusammen gärtnern und dabei die deutsche Sprache und Kultur näher kennenlernen - mit dieser Idee startete das Projekt Wurzelwerk im Jahr 2015. Gedanke dahinter war, einen Ort der gelebten Integration von Flüchtlingen zu schaffen.

Mittlerweile hat sich auf der Fläche an der Gelderner Straße einiges getan, und es ist eine richtige Gartenanlage geworden. Am Wochenende wurde die Anlage aus dem Winterschlaf geweckt. Aktiv sind zehn bis zwölf fleißige Gärtner. Die Zusammensetzung ist dabei bunt gemischt: Ob Kevelaerer oder Flüchtling, alle sind willkommen und machen mit.

Am Samstag wurde ein neuer Unterstand gebaut, der als Ergänzung zur Gartenhütte dient und vor allem in den kommenden Monaten Schutz vor Regen bieten soll. Darüber hinaus wurden die Beete gesäubert, damit sie in den kommenden Wochen bepflanzt werden können. Ab Mitte März werden dabei unter anderem Kartoffeln gepflanzt. "Wir möchten vor allem alte Sorten wieder kultivieren", erzählt Jan van Meegern, der das Projekt ins Leben gerufen hat. "Es ist unser Ziel, möglichst die gesamte Fläche sinnvoll zu nutzen." Damit die Pflanzen auch Früchte tragen, haben die fleißigen Hobbygärtner auch einen eigenen Bienenstock auf dem Gelände.

Gemüse kann auf mehreren Hochbeeten angepflanzt werden. Hier sind noch fünf Hochbeete frei, die von Interessierten selbst bepflanzt und gepflegt werden können. "Wir sind meistens aber auch mittwochs und freitags vor Ort und können Tipps geben", berichtet van Meegern. Auf diese Weise erhalten beispielsweise Personen, die keinen Garten haben, die Chance, trotzdem eigenes Gemüse anzubauen. Das Wurzelwerk-Team wird in der nächsten Zeit dafür einen Schaukasten aufstellen, in dem die wichtigsten Informationen rund um das Projekt zu finden sind. Ansprechpartnerin für Personen, die ihren grünen Daumen in einem der Hochbeete auf die Probe stellen möchten, ist Ingrid Jörgens.

Dass das Projekt bei den Kevelaerern gut ankommt, zeigte eine nette Geste der Pizzeria "La Piazza". Sie brachte den fleißigen Gärtnern am Samstag kurzerhand Getränke und italienische Pasta vorbei.

In Bezug auf Freiwillige, die das Projekt durch aktive Mitarbeit unterstützen, fällt die Resonanz momentan nicht ganz so positiv aus. "Es ist sehr schwierig, Leute zu aktivieren. Hier ist wahnsinnig viel zu tun, und wir könnten jede Hand gebrauchen. Wir können uns nicht wirklich erklären, warum niemand neu dazukommt. Der harte Kern von zehn bis zwölf Helfern ist zwar von Beginn an aktiv, aber es wäre noch schöner, weitere Personen begrüßen zu können", berichtet van Meegern und fügt hinzu: "Vielleicht liegt die schwache Resonanz daran, dass wir uns in einem ländlichen Raum befinden und viele Kevelaerer einen eigenen Garten zu Hause haben."

Dabei erwartet die Freiwilligen nicht nur Gartenarbeit, sondern auch eine tolle Gemeinschaft, die den ein oder anderen Abend gemeinsam am selbst angelegten Grillplatz ausklingen lässt. Das nächste große Ziel der "Wurzelwerker" ist die Landpartie im Juni, bei der sie bereits im vergangenen Jahr eine Station bildeten und viel Besuch erhielten. Auch in diesem Jahr hoffen sie auf zahlreiche Besucher.

(julat)
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