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Kevelaer: Wunderheilung eines Kindes in Kevelaer

Kevelaer : Wunderheilung eines Kindes in Kevelaer

Vor 375 Jahren machte sich eine Familie mit ihrem kranken Sohn auf den Weg zur "Trösterin der Betrübten" nach Kevelaer. Wenige Tage später war der Junge gesund. Er hatte vor dem Gnadenbild gebetet.

Seit 1642 pilgern viele Wallfahrer zur Verehrung der "Trösterin der Betrübten" nach Kevelaer. Sie beten dort in verschiedenen Anliegen für sich und für andere. Die Hauptanliegen sind Krankheit, wirtschaftliche Not, familiäre Schwierigkeiten und die Verehrung Mariens.

1642, also vor 375 Jahren, wohnte in der Bauernschaft Ples, Parochie (Kirchspiel) Hassum, eine Familie von Volbroek. Der Sohn Peter war sehr krank, und die Eltern wussten nicht, wie sie dem Jungen helfen konnten. Die Eltern hatten von der Einsetzung des Gnadenbildes gehört, und so machten sich Reinerus und Margaretha von Volbroek am 8. September 1642 - Fest Mariä Geburt - bittend auf den Weg nach Kevelaer. Sie beteten vor dem Gnadenbild und kehrten vertrauensvoll wieder nach Ples zurück. Am 10. September 1642 war Sohn Peter von seiner Krankheit geheilt.

Die Kevelaerer Ereignisse veranlassten den zuständigen Bischof von Roermond, eine Diözesansynode nach Venlo einzuberufen, die wegen der Kriegsereignisse aber erst am 11. Februar 1647 stattfinden konnte. Über die Geschehnisse berieten eingehend und gewissenhaft zehn Professoren der Theologie und Philosophie und vier Ärzte. Um den vielen Zeugen die Reise so bequem wie möglich zu machen, tagte die Synode in Venlo. In dieser Versammlung wurden acht Wunderheilungen anerkannt.

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Die Originalurkunde der Venloer Synode soll bei einem Brand in Roermond verloren gegangen sein. Der älteste schriftliche Nachweis ist das in lateinischer Sprache geschriebene Buch des Johann Stalenus aus 1649. Für den hiesigen Bereich werden folgende Heilungen genannt: Kind Arnold van Weldt, Sohn von Johann Friedrich und Ottilie van Weldt aus Uedem, Kind Hendrik Schutz, Sohn von Albert Peter und Gertrud Schutz aus Kalkar und Kind Peter von Volbroek, Sohn von Reinerus und Margaretha von Volbroek aus Hassum. Die Heilung des Kindes Peter von Volbroek wird in Aufzeichnungen von 1792 und 1842 weiter überliefert. Der Text aus 1792 lautet wie folgt: "Ein Bübchen mit Namen Peter, Sohn von Reinerus von Volbroek und Margarethe, dessen Frau, wohnhaft auf Ples unter der Mutterkirche von Hassum, war fünf Jahre lahm und ein Krüppel, so dass er weder gehen noch stehen konnte, sondern nur kriechen. Seine Eltern kamen im Jahr 1642 auf Mariä Geburt mit dem festen Vertrauen, um ihre Zuflucht zu Unserer lieben Frau von Kevelaer zu nehmen. Nach zwei Tagen wurde der Junge gesund, so dass er rasch gehen und laufen konnte."

Im Pfarrhaus Hassum gab es keine Unterlagen, aus denen zu ersehen war, seit wann die Gläubigen der Pfarre St. Willibrord nach Kevelaer pilgern. Vermutlich aber war die Heilung des Kindes Peter von Volbroek der Beweggrund für die Wallfahrt nach Kevelaer. Die Anerkennung der Heilung im Jahre 1647 gibt auch zu erkennen, dass kurz nach der Aufstellung des Gnadenbildes am 1. Juni 1642 Gläubige aus Hassum am 8. September 1642 nach Kevelaer pilgerten, um vor dem Bildnis der "Trösterin der Betrübten" zu beten und um Hilfe zu bitten.

(RP)