1. NRW
  2. Städte
  3. Kevelaer

Wolf schlägt immer öfter zu

“Ein echtes Raubtier“ : Wolf am Niederrhein schlägt immer öfter zu

Die Schafhalter am Niederrhein sind verunsichert, denn immer öfter werden Tiere gerissen. In den vergangenen Tagen häuften sich die Vorfälle. Der Wolf töte inzwischen mehr Schafe, als er fressen könne, sagt ein Schäfer.

Die Worte werden inzwischen drastisch, von einem „Killerwolf“ spricht mancher, nachdem sich die Vorfälle mit getöteten Tieren am Niederrhein häufen. Wie mehrfach berichtet, gibt es hier immer öfter Hinweise auf Wölfe. Vor allem die Schafhalter sind verunsichert.

Nachdem das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) gerade erst bestätigt hat, dass in Schermbeck ein Hirschkalb von einem Wolf gerissen wurde, gab es in den vergangenen Tagen gleich mehrere Vorfälle. Im Raum rund um Hünxe (Kreis Wesel) sollen in drei Betrieben insgesamt acht Schafe gerissen worden sein. Eben diese Menge innerhalb kürzester Zeit sorgt für große Aufregung. Der Wolf reiße inzwischen mehr, als er fressen könne. Er sei ein echtes Raubtier. Das Tier habe sich darauf spezialisiert, die kleinsten Tiere einer Herde anzufallen.

Beunruhigt sind die Schafhalter nicht nur rund um Hünxe. Denn ein Wolf kann viele Kilometer zurücklegen und es gab schon öfter Hinweise, dass er auch den Rhein überquert. In Weeze war einer Ende des Jahres registriert worden. In Kerken ist nachgewiesen, dass ein Wolf dort Tiere gerissen hat. Ob es sich um das selbe Tier handelt, das jetzt in Hünxe sein Unwesen treibt, ist offen.

Kritisiert wird, dass die Behörden mit Informationen zurückhaltend seien. Das Lanuv blocke bei Anfragen ab, man werde im Ungewissen gelassen.

Von der Behörde hieß es am Dienstag auf Anfrage der Redaktion, dass die Fälle in Hünxe bekannt seien. Das werde jetzt untersucht. Wenn nachgewiesen ist, dass ein Wolf für die Tötung verantwortlich ist, könne der Halter Entschädigung bekommen.

Für die Schafhalter geht es vor allem darum, ihre Tiere zu schützen. Erhöhte Zäune seien eine Möglichkeit, alles müsse aber im Rahmen des Tierschutzes passieren. Um mehr Sicherheit für die Herde zu gewährleisten, müsse ein Schäfer mit einer Herde von 500 bis 600 Tieren täglich drei Stunden mehr Arbeit investieren, das sei gar nicht zu schaffen, heißt es. Herdenschutzhunde seien eine Möglichkeit, aber das kann Probleme geben, wenn die Schafe in einer Gegend weiden, in der auch andere Hunde unterwegs sind. Das Thema ist schwierig. „Wir wollen im Dialog bleiben“, heißt es von den Schafhaltern. Man sei nicht gegen den Wolf, sondern für die eigenen Schafe.