Kevelaer: Wo Roller rollen dürfen

Kevelaer: Wo Roller rollen dürfen

Dürfen Roller auf Radwegen gefahren werden? Ist es egal, wo man die Kleinkrafträder abstellt? Die RP hörte sich bei Verwaltungen und Fahrlehrern um. Fazit: Es kommt meist auf den Hubraum an.

Während des Winters standen sie in der Garage, nun trauen sie sich wieder auf die Straßen: Motorroller. Optisch sehen sich die Gefährte mit Karosserie recht ähnlich, doch Hubraum und Geschwindigkeit sind sehr unterschiedlich. Vom Töff-töff, das mit 25 Stundenkilometern seinen Weg macht, bis zum Modell, das wie ein Motorrad über die Piste zischt, reicht das Spektrum.

Auf dem Radweg oder nicht?

Wer sieht, dass Zweiradfahrer auf Radwegen unterwegs sind, muss nicht unbedingt ein dreistes Verkehrsdelikt wittern, wie Josef Toman erklärt, der Bezirksvorsitzender des Fahrlehrerverbandes. "Roller mit einem Hubraum bis zu 25 Kubikzentimeter müssen außerhalb geschlossener Ortschaften den Radweg benutzen." Immer vorausgesetzt, ein solcher ist vorhanden. Roller mit Hubraum bis zu 50 Kubikzentimetern haben auf Radwegen allerdings nichts verloren — sie gehören auf die Straße.

Die Blütezeit der Mofas, Mokicks und Mopeds sei allerdings vorbei, meint Toman. "Seit das Autofahren mit Begleitung ab 17 Jahren möglich wurde, ist das Interesse zurückgegangen."

Ist das Ziel erreicht, stellt sich die Frage: Wo darf das Zweirad abgestellt werden? Manche Städte weisen eigens Flächen aus, wo Roller geparkt werden dürfen. "Bei uns in Kevelaer gibt es eine Gelegenheit am Roermonder Platz", sagt Ludger Holla, der zuständige Fachbereichsleiter. Passenderweise befindet sich diese Fläche direkt neben der Motorradskulptur aus Holz. Wer meint, Zweirad gleich Fahrrad, und sein Gefährt auf Gehwegen oder an Häuserwänden abstellt, muss mit Konsequenzen rechnen. "Ein Motorroller gilt gesetzlich als Kraftfahrzeug", sagt Holla.

Verwarnungsgeld droht

Wer als Falschparker mit Roller erwischt wird, muss mit einem Verwarnungsgeld in Höhe von 15 Euro rechnen, sagt Georg Koenen vom Weezer Ordnungsamt. "Allerdings kann ich mich nicht erinnern, dass so etwas bei uns in der Gemeinde schon einmal vorgekommen ist", sagt er.

Auch Ludger Holla räumt ein, dass wild parkende Motorroller keine besondere Sorge der Kevelaerer Verwaltung sind: "Und machen die vielen Fahrräder eigentlich mehr Sorgen, beispielsweise im Bereich des Kauf-Centers."

(RP)