Wieso sich Kevelaer als Drehort für den Krimi "Kein schöner Land" eignete

Neuer Krimi von Filmemacher Alexander Waldhelm : Wieso sich Kevelaer als Drehort bewährt hat

Im August war Filmemacher Alexander Waldhelm am Niederrhein unterwegs. Hier drehte er einen Krimi, unter anderem in den Bunkern von Den Heyberg. Es ist gut möglich, dass er für den nächsten Film wiederkommt.

Wenn Alexander Waldhelm an die Dreharbeiten rund um Kevelaer zurückdenkt, ist er noch immer begeistert. „Die Leute waren durch die Bank freundlich, wir sind überall super aufgenommen worden“, erzählt der Filmemacher. Für ihn steht nach den Drehtagen in der Region fest. „Ich habe Geschmack gefunden am Niederrhein als Drehort.“

Gute Laune am letzten Drehtag: Filmemacher Alexander Waldhelm (vorne) mit Rene Steinberg, Uwe Lyko, Gerburg Jahnke und der Band Double Crush Syndrome. Fotos: Koch. Foto: ja/Frank W. Koch

Und das wird auch in dem Krimi zu sehen sein. Rund ein Viertel des Films, so schätzt Waldhelm, wird am Niederrhein spielen. „Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mit einem Team hier für eine Woche Quartier bezogen“, sagt er lachend.

Wie berichtet, drehte Waldhelm in der Region seinen Film „Kein schöner Land“, einen schrägen Krimi. Der Flim spielt auch auf dem Gelände in Den Heyberg bei Twisteden. In den Bunkern nämlich, so will es das Drehbuch, soll die Hauptfigur wohnen. „Die Gebäude dort waren einfach ideal, um eine Singlewohnung darzustellen“, sagt der Regisseur. Die Wahl war nicht zufällig auf den Drehort gefallen. Der Kontakt hatte sich sich über einen Bekannten ergeben, der selbst in einem umgebauten Bunker in Den Heyberg wohnt und sein Zuhause als Filmkulisse zur Verfügung stellte. Schon vor Jahren habe er ihm gesagt, dass sein Zuhause eine großartige Filmkulisse abgeben würde – und jetzt war es dann so weit. Die in Twisteden gedrehte Szene soll den Unterschied in der Lebensweise der beiden Hauptdarsteller verdeutlichen. Während die Hauptdarstellerin mit Alkoholismus und einem unsteten Leben zu kämpfen hat, führt ihr Kollege ein gesundes Leben und ist ruhig und ausgeglichen. Die männliche Hauptrolle, Rolf Mörsch, hat sich als Single in einem der Kevelaerer Bunker eingerichtet. Unter anderem hier wird ermittelt, denn der Streifen ist ein Krimi ganz klassisch mit Leiche und der Suche nach dem Mörder.

Alexander Waldhelm bespricht sich beim Dreh mit dem Kameramann. Foto: ja/Frank W. Koch

Für skurrile Momente sorgt das „Who is Who“ der deutschen Kabarett und Comedsyszene. Uwe Lyko (Herbert Knebel) ist dabei, Kai Magnus Sting spielt einen Pathologen, Volker Pispers einen Immobilienmakler und Rene Steinberg einen Polizisten. Der muss als Running Gag des Films seine Künstlerkollegen als mutmaßliche Straftäter vernehmen. Die müssen sich wegen seltsamster Vorwürfe verantworten, die es laut Waldhelm tatsächlich gegeben hat. So gibt es ein Verfahren wegen „Gefährdung einer Entziehungskur“, und Gerburg Jahnke soll einen Imker verprügelt haben, der in ihren Garten eingedrungen war, um seine Bienen einzufangen. Die Band Double Crush Syndrome muss sich verantworten, weil sie im Gleichschritt über eine Brücke gelaufen ist. Auch das ist verboten. Kein Scherz.

 Eigentlich sollte der Film bereits im Frühjahr ins Kino kommen. Doch die Fertigstellung verzögert sich, auch weil so aufwändig gearbeitet wurde. Der Film wurde nämlich in hochauflösendem 4K-Videoformat gedreht, dazu musste die Technik erst aufgerüstet werden. Das verzögerte sich. Jetzt soll der Schnitt erfolgen, Premiere soll im Herbst oder Ende des Jahres sein. Der Film wird zunächst im Lichtburg-Kino in Essen gezeigt, denn der Filmemacher kommt selbst aus dem Ruhrgebiet. „Es ist aber ganz klar ein Ziel, dass der Film auch am Niederrhein gezeigt wird, schließlich ist er hier entstanden“, sagt er.

Und weil er so begeistert von Kevelaer und der Umgebung ist, wird wohl auch der nächste Film am Niederrhein entstehen. In den Sommerferien 2021 sollen die Dreharbeiten beginnen. Dann geht es um einen Lokalreporter. „Und wo wäre der besser aufgehoben als am Niederrhein?“ Auch wieder richtig.