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Kevelaer: Wie Mozart einst den Kaiser weckte

Kevelaer : Wie Mozart einst den Kaiser weckte

Virtuos inszeniert war das Konzert, das Justus Frantz seinen Zuschauern im vollbesetzten Bühnenhaus in Kevelaer präsentierte. In sehr formellem Rahmen zeigte sich sowohl Orchester wie auch Publikum, am Samstag und zweiten Auftrittsabend des Dirigenten und der „Philharmonie der Nationen“ im Kreis Kleve. Hatte er am Freitag in Kerken noch Werke von Beethoven gespielt, stand in Kevelaer Mozart auf dem Programm. Neben der Ouvertüre aus der Zauberflöte wurde das Klavierkonzert Nr. 26 in D-Dur, auch „Krönungskonzert“ genannt, und die „Jupiter-Sinfonie“, Sinfonie Nr. 41 in C-Dur, gespielt.

Ganz ohne Noten dirigierte Justus Frantz, der als junger Musiker von Herbert von Karajan ausgebildet wurde, das Orchester, dessen Mitglieder aus allen Teilen der Welt stammen. Die Stücke leitete er sehr zum Gefallen des Publikums mit kurzen Erläuterungen ein und spielte zur Verdeutlichung einzelne Themen und Motive kurz an. So erzählte er, dass Mozart 1790 in Frankfurt bei seinem Krönungskonzert zu Ehren des Kaisers Leopold II. in den dritten Satz einen Fehler des Pianisten vortäuschte, „damit der König die Augen wieder aufmacht“.

Sehr diszipliniert verhielt sich das Orchester während des gesamten Konzertes, und die vielen Musiker spielten die Stücke souverän und fehlerfrei. Das Programm war abwechslungsreich, und es erklangen sowohl heitere als auch schwermütige Stücke. Das Publikum dankte Justus Frantz und den Musikern mit donnerndem, lang anhaltenden Applaus.

Claire Holtmann und Werner Kirking zeigten sich begeistert von dem Konzert. So besuchten die beiden auch das Konzert am Sonntag, bei dem Dvorak und Tschaikowski zu hören waren. Sie fanden besonders faszinierend, wie Frantz die Bedeutung der einzelnen Stücke erläuterte. Es sei unbedingt weiterzuempfehlen und man solle sich darum bemühen, dass Justus Frantz auch beim nächsten Kreis-Kleve-Festival wieder mit von der Partie sei.

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(RP)