Achterhoek: Wie aus Äpfeln leckerer Saft wird

Achterhoek : Wie aus Äpfeln leckerer Saft wird

Der Rammendonkshof der Familie Eickhoff stand ein Wochenende lang im Zeichen der Apfelsaftherstellung.

Auf dem Rammen­­donks­hof der Familie Eickhoff geht es recht gemütlich zu. Ein Familienbetrieb mit vielen helfenden Händen. An diesem Wochenende war der Hof auch ein Anlaufpunkt für Apfelbaumbestitzer. Einmal im Jahr dürfen die Mitglieder des NUK (Natur und Kultur Verein) ihre Früchte zum Hof bringen. Das können dann auch schon mal gut und gerne 902 Kilogramm werden.

Eickhoff berichtet: „In diesem Jahr ist die Ernte zwar um 50 Prozent höher als 2016, da hat eine Frostperiode die Apfelblüten vernichtet, aber noch weit unter dem Möglichen. Denn 2018 war ein sehr heißes Jahr. Es gibt nicht so viele Äpfel, die sind dafür aber lecker süß.“ So bringen die Leute ihre Boskoop, Rosenapfel, Goldrenette und noch viele alte Apfelsorten mehr. Denn hier am Niederrhein sind die Streuobstwiesen, auf denen die alten Sorten noch wachsen, sehr verbreitet.

Apfelsaft selber machen... Walter Mertzen und Fred Eickhoff. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Doch wie wird nun aus dem Apfel der Saft? Zunächst wird die Apfelfracht gewogen. Wer also beispielsweise 20 Kilogramm Äpfel mitbringt, bekommt daraus 40 Prozent des Gewichtes an Saft „ausbezahlt“. Allerdings bekommt nicht jeder den Saft aus seinen Äpfeln. Die angelieferten Äpfel werden sortiert (auch nach Sorten) und gewaschen. Faule Stellen werden rausgeschnitten, und anschließend werden die Äpfel noch einmal gewaschen.

Dann kommt der Muser zum Einsatz. Er schreddert die Äpfel zu kleinen Stückchen. Diese Masse wird dann in die Apfelpresse gegeben. Wie eine Art Waschmaschinentrommel aus Omas Zeiten sieht diese Presse aus. In der Mitte der Trommel befindet sich ein Schlauch, der mit Wasserdruck den Apfelbrei an die Außenwand presst. Die siebartige Struktur lässt den Saft schließlich wie einen Wasserfall an den Seiten runter rinnen. Die Auffangrinne leitet den fertigen Saft schließlich in einen Eimer.

Apfelsaft selber machen... Die Schweine Kotelett und Wurst werden mit den Resten gefŸttert. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Große Einmachkessel stehen schon bereit um den Apfelsaft ein erstes Mal aufzuwärmen. In der nächsten Station warten dann große Kessel mit einem Tauchsieder. Hier wird der Apfelsaft drei Minuten lang auf 82 Grad erhitzt.

So werden alle Keime abgetötet und der Saft haltbar gemacht. Es riecht dabei so, als sei man auf der Kirmes am Paradiesapfelstand. Und die ausgepressten Apfelreste? Über die freuen sich „Wurst“ und „Schnitzel“, die beiden Schweine der Familie Eickhoff. Sie stecken schon die ganze Zeit ihre Rüssel aus dem Stall, wenn der Schredder läuft. Eine kleine Streicheinheit lassen sie sich natürlich auch nicht entgehen.

Das Ende der Saftherstellung: Der Most fließt aus dem Bottich. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Am Ende des Herstellungsprozessess wird der goldene Saft in Fünf-Liter-Schläuche gefüllt und per praktischem Umkarton verpackt. So hält sich der Saft ungeöffnet bis zu einem Jahr. Dieses schöne Erlebnis auf dem Hof wird hoffentlich auch noch länger anhalten.

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