Kevelaer: Wenn kein Arzt vor Ort ist

Kevelaer: Wenn kein Arzt vor Ort ist

Ende März schließt die einzige Hausarztpraxis in Kervenheim. Viele Bürger machen sich Sorgen um die medizinische Versorgung vor Ort. Am 26. März findet zu diesem Thema eine Bürgerversammlung statt.

Ernst Umbach bezeichnet es als "eine mittlere Katastrophe für die Ortschaft". Was der Ortsvorsteher von Kervenheim meint, ist die Schließung der letzten Hausarztpraxis im Dorf. Zum Ende des Quartals am 31. März wird die Praxis von Dr. Elke Kleuren-Schryvers geschlossen. Sie werde sich zu dem Thema nicht äußern, erklärte die Medizinerin auf RP-Nachfrage.

Von vielen Bürgern angesprochen

Öffentlich diskutiert wird das Thema dennoch: Am Freitag, 26. März, ab 19 Uhr, wird zu einer Bürgerversammlung in den Saal Brouwers eingeladen. Dann soll über die drohende medizinische Unterversorgung diskutiert werden. Das Thema ist in der Ortschaft Tagesgespräch. "Ich bin von sehr vielen Bürgern auf dieses Thema angesprochen worden", sagt Ernst Umbach. "Das ist eine schwierige Situation."

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Hinter den Kulissen, lässt Umbach durchblicken, werde weiter verhandelt und nach Lösungen gesucht. Eingebunden in die Gespräche sind auch Kevelaers Bürgermeister Axel Stibi und die Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung im Kreis Kleve, Dr. Brigitte Schmelzer. Die Ärztin aus Goch bestätigt: "Für viele Kommunen wird der Ärztemangel ein Thema werden." In Kevelaer selber sei die Lage noch relativ entspannt, auch in Uedem, das für die Kervenheimer näher liegt. "Dort gibt es noch vier Hausarztpraxen", weiß Ortsvorsteher Ernst Umbach. Er ist zurückhaltend, mögliche Lösungsansätze im Vorfeld der Versammlung öffentlich zu machen. "Das ist ein sensibles Thema." Man wolle niemanden verschrecken. Immerhin bestätigt Umbach, dass es Interessenten für eine Nachfolgeregelung gegeben habe, die sich aber gegen Kervenheim entschieden hätten.

Ohne Reformen im Gesundheitswesen werde die Entwicklung weiter gehen, befürchtet Dr. Brigitte Schmelzer: "Wenn Praxen wirtschaftlich kaum Chancen haben, dann werden sich keine Bewerber finden." Bessere Vergütung und Therapiefreiheit könnten die Arbeitsbedingungen attraktiver machen. KOMMENTAR

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(RP)