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Weihbischof Lohmann schließt in Kevelaer die Pilgerpforte

Wallfahrtsende : Premiere für Lohmann: Er schließt die Pilgerpforte

Zum Pontifikalamt mit Schließung der Pilgerpforte der Marien-Basilika waren mehrere hundert Gläubige gekommen. Zum ersten Mal zelebrierte Rolf Lohmann als Weihbischof das Ende der Wallfahrtszeit in Kevelaer.

Vor einem Jahr war er noch Domkapitular und Rektor der Wallfahrt, jetzt kam Rolf Lohmann als Weihbischof nach Kevelaer und zelebrierte am Allerheiligen-Tag das feierliche Pontifikalamt mit Schließung der Pilgerpforte an der Marien-Basilika. „Wir begrüßen dich zu Hause, lieber Rolf“, sagte der neue Wallfahrtsrektor Gregor Kauling zu ihm, nachdem dieser mit zahlreichen Priestern, Diakonen, Messdienern, Vertretern der Kevelaerer Politik, sowie Mitgliedern der Bruderschaft der Consolatrix in die Kirche eingezogen war.

Sehr herzlich hatte Lohmann bereits beim Einzug seinen Segen den Gläubigen zugesandt, die das Gotteshaus bis auf den letzten Platz gefüllt hatten. Musikalisch wurde das Hochamt durch Chor und Orchester der Basilikamusik unter der Leitung von Romano Giefer gestaltet. Sie führten die „Messe in C-Dur“ von Josef Rheinberger auf.

Bevor der Weihbischof die Liturgie eröffnete, begrüßte Pastor Kauling auch auf Niederländisch die Pilger, die aus dem Nachbarland jedes Jahr sehr zahlreich nach Kevelaer kommen. Auch die Lesungen des Hochamtes wurden in beiden Sprachen, Deutsch und Niederländisch gehalten.

Entgegen der Ankündigung predigte Rolf Lohmann nicht erst im Anschluss an die Schließung der Pforte im Forum Pax Christi, sondern schon während der Messe. Ausgehend vom Text der Bergpredigt Jesu mit den berühmten Seligpreisungen, ging der Weihbischof ohne großen Umweg auf den Missbrauchsskandal der katholischen Kirche ein.

Er sagte: „Wir als Kirche müssen unsere Glaubwürdigkeit einlösen und nicht in erster Linie die Institution schützen. Wir müssen neue Wege gehen, es ist die Stunde zum Umdenken. Wir müssen die Opfer jedweder Gewalt unter allen Umständen schützen.“ Er warnte vor Opportunismus und betonte, wir als Christen sollten das, was Jesus vorgelebt hat, auch in unsere Lebenswirklichkeit übertragen, das heißt, die von Jesus gepredigte Barmherzigkeit und das Streben nach Frieden in konkretes Handeln umsetzen.

Die Feierlichkeit des Pontifikalamtes wurde auch durch die Gemeinde der Gläubigen unterstrichen, die sehr aktiv am Gottesdienst teilnahm und die lateinischen Gebete und Gesänge teils auswendig kannte. Ebenso trugen die einzelnen Teile der Rheinberger Messe, vorgetragen von Chor und Orchester, zum festlichen Charakter bei. Anschließend fanden sich nahezu alle, die auch in der Kirche waren, draußen auf dem Kapellenplatz wieder, um die zeremonielle Schließung der Pilgerpforte durch Weihbischof Lohmann mitzuerleben.

Es folgte ein gemeinsames Gebet vor der Gnadenkapelle, bevor der Weihbischof zusammen mit allen Zelebranten und der Gemeinde in einer feierlichen, vom Blasorchester der Basilikamusik begleiteten Prozession zum Forum Pax Christi zog. Dort dankte Wallfahrtsrektor Gregor Kauling zuerst dem Weihbischof für seine mutigen und klaren Worte in der Predigt. Spontaner Beifall der Gemeinde unterstrich dies. Er begrüßte den Bürgermeister der Stadt Kevelaer, Dominik Pichler, der mit seiner Familie an der Zeremonie von Anfang an teilgenommen hatte, dankte für die gute Zusammenarbeit und für den „kurzen Draht zwischen Plümpe-Platz und Kapellenplatz“.

„Suche Frieden“ war der Leitgedanke der Wallfahrt 2018 gewesen. In seinem Rückblick auf sein erstes Wallfahrtsjahr am Ort sagte Kauling: „Für mich war alles neu“, und er dankte den vielen Helfern aus zahlreichen Nationen, den Ehrenamtlern und der Jugend, die ihm geholfen haben, dem „Geheimnis Kevelaer“ näher zu kommen.

Gregor Kauling, der zuvor in der Pfarrgemeinde St. Vincentius in Dinslaken gearbeitet hatte, sagte, er sei froh und dankbar, in Kevelaer angekommen zu sein, und dass drei Bischöfe, 40 Kardinäle aus 14 Nationen und Hunderttausende Pilger in 2018 in der Stadt gewesen waren. Er nannte bereits das Motto der Wallfahrt 2019: „Wohin sollen wir gehen?“ Höhepunkt der Zusammenkunft im Forum Pax Christi, war dann die Erteilung des Päpstlichen Segens an die Gemeinde durch den Weihbischof.