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Wegen Corona: Wallfahrtseröffnung in Kevelaer ohne Öffentlichkeit

Wegen Corona : Wallfahrtseröffnung ohne Öffentlichkeit

Das Festhochamt am 1. Mai wird in der leeren Basilika gefeiert. Bischof Georg Bätzing wird die Saison eröffnen, die auch im Zeichen des Coronavirus steht. Diesmal werden kaum noch Pilgergruppen nach Kevelaer kommen können.

Auch am Freitagmorgen saß eine Frau vor dem Gnadenbild und betete. Es ist offensichtlich: Gerade in diesen schweren Zeiten suchen viele Trost beim Bild der Consolatrix Afflictorum, der Trösterin der Betrübten. Es zeigt auch, wie wichtig es war, das Gnadenbild bereits vor der offiziellen Eröffnung der Wallfahrt zu zeigen. Schwere Zeiten erfordern besondere Initiativen.

Und das wird sich auch in der Wallfahrtssaison fortsetzen. Denn wie bereits berichtet, bedeutet die aktuelle Situation auch eine besondere Herausforderung für die Wallfahrtsleitung. Eines sei aber immer klar gewesen, so Rainer Killich vom Wallfahrtsbüro: „Auch in Corona-Zeiten soll es eine Eröffnung der Wallfahrtssaison geben.“

Und auch Georg Bätzing, Bischof von Limburg, habe immer deutlich gemacht, dass er seine Zusage zur Eröffnung beibehalten werde. Und so wird der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Freitag, 1. Mai, die ganz besondere Wallfahrtszeit eröffnen. Sie steht unter dem Leitgedanken „Ich bin, wo Du bist“. Da nach den aktuellen Bestimmungen des Bistums Münster alle öffentlichen Gottesdienste bis einschließlich zum 1. Mai untersagt sind, wird das Festhochamt in der Basilika ohne Gemeinde vor Ort im kleinsten Kreis gefeiert.

Alle Gläubigen und vor allem die zahlreichen Pilger, die sich mit Kevelaer eng verbunden fühlen, sind eingeladen, das Amt daheim mitzufeiern. Die Übertragung der Feier beginnt um 10 Uhr im Fernsehsender EWTN und im Live-Stream auf der Internetseite www.wallfahrt-kevelaer.de. Sollten sich in den aktuellen Gesprächen des Bundes und der Länder mit den Vertretern der Kirchen in Deutschland kurzfristig andere Möglichkeiten ergeben, wird die Kevelaerer Wallfahrtsleitung versuchen, diese aktualisierten Bestimmungen so kurzfristig wie möglich umzusetzen.

„Bischof Bätzing, der ja erst vor einigen Wochen zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt wurde, hat keinen Moment mit seiner Zusage gezögert, auch unter diesen besonderen Umständen nach Kevelaer zu kommen, um die Wallfahrtszeit zu eröffnen“, freut sich der Rektor der Kevelaer-Wallfahrt, Domkapitular Gregor Kauling. Das zeige die enge Verbundenheit des Limburger Bischofs mit dem Pilgerwesen und den Wallfahrtsorten. Zum Beispiel sei Bätzing, so Kauling weiter, als Wallfahrtsleiter für die Organisation und Durchführung der letzten Trierer Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 zuständig gewesen, bevor er dann im selben Jahr zum Generalvikar des Bistums ernannt wurde.

„Georg Bätzing hat damals den sehr interessanten Spagat geschafft, diese traditionsreiche Wallfahrt mit einer zeitgemäßen Spiritualität und interessanten, neuen Formaten zu bereichern“, erinnert sich Pastoralreferent Dr. Bastian Rütten, der in der Kevelaerer Wallfahrtsleitung unter anderem für die Entwicklung innovativer Projekte zuständig ist. Diese Aufgabe stelle sich auch für das Kevelaerer Wallfahrtsteam. „Daher freuen wir uns auch auf den persönlichen Austausch mit Bischof Bätzing“, ergänzt Rütten. Immerhin sei die Eröffnung der Kevelaerer Wallfahrtszeit eine der ersten offiziellen Amtshandlungen Bätzings als Vorsitzender der Bischofskonferenz.

Nicht nur der Auftakt der Wallfahrtszeit wird sich in diesem Jahr sehr von den gewohnten Ritualen unterscheiden. „Leider ist derzeit nicht absehbar, wann es für eine organisierte Pilgergruppe in diesem Jahr wieder möglich sein wird, sich auf den Weg zu einem Wallfahrtsort zu machen“, berichtet Rainer Killich, der in seinem Wallfahrtsbüro derzeit leider vor allem Stornierungen von bereits angemeldeten Pilgergruppen entgegennehmen muss. „Das geht leider jetzt schon bis in den August hinein und umfasst nach den aktuellen Bestimmungen nun auch Großveranstaltungen, wie etwa die Tamilenwallfahrt“, so Killich weiter. Hinzu komme ja, dass es bei vielen Pilgergruppen gerade um die Risikogruppen gehe. Da gelte es, besonders vorsichtig zu sein.

Killich geht davon aus, dass die Situation massive wirtschaftliche Auswirkungen haben wird. Denn die Wallfahrt hat auch für die Hotels eine große Bedeutung.

Gerade in dieser Situation sei es sehr wichtig, mit den Pilgern geistlich in Verbindung zu bleiben. „Wir bitten daher alle Pilgergruppen, die in diesem Jahr nicht kommen können, uns zu ihrem geplanten Wallfahrtstermin dennoch ihre Pilgerkerze für die Kerzenkapelle zukommen zu lassen“, sagt Gregor Kauling. Man werde die Kerze dann im Pilgeramt des entsprechenden Tages aufstellen, segnen und entzünden.

„Ich gehe nämlich durchaus davon aus, dass es schon bald wieder möglich sein wird, unter Berücksichtigung bestimmter Schutzmaßnahmen auch öffentliche Gottesdienste zu feiern“, vermutet Kauling. Auch daher sei es wichtig, jetzt die Wallfahrtszeit zu eröffnen, ein Zeichen zu setzen, wenn man auch auf den Besuch von organisierten Gruppen vermutlich noch eine Weile verzichten müsse.