Kevelaer: Weezes Bahnhof wird jetzt international

Kevelaer: Weezes Bahnhof wird jetzt international

Die große Zahl der Fluggäste, die mit dem Shuttle-Bus vom Airport kommt, kann sich bald über mehr Service freuen. Außerdem wird Weezes Bahnhof demnächst komplett behindertenfreundlich sein.

Wer einmal bei herbstlichem Wind und Regen auf einem zugigen Bahnsteig gestanden hat, der weiß, wie ärgerlich es ist, wenn man vergebens auf den Zug wartet. Oder wegen sprachlicher Barrieren nicht so recht versteht, wann welches Verkehrsmittel wohin fährt. Oder eben nicht. Ein mehrsprachiges elektronisches Fahrgast-Informationssystem kann Abhilfe schaffen.

Der Gocher Bahnhof hat so etwas schon, der Weezer noch nicht. Obwohl es sich beim Weezer Bahnhof doch angesichts des nahen Airports um einen "internationalen Verkehrsknotenpunkt handelt", wie CDU-Mann Dirk Schwartges im jüngsten Bauausschuss anmerkte.

Das scheint der VRR inzwischen auch so zu sehen. Jedenfalls hat der Verkehrsverband vorgeschlagen, die elektronische Info in den Förderantrag für 2013 aufzunehmen. Geholfen werden soll damit nicht zuletzt Fluggästen, die mit dem Airport-Shuttle zum Flughafen fahren oder von dort kommen. Gleich am Busbahnhof sollen sie erfahren, wie es mit dem Nahverkehr weitergehen kann. Eine zweite Info-Tafel soll am rückwärtigen Teil des Bahnhofs, am Holtumsweg, errichtet werden.

Wie Wilhelm Moll-Tönnesen (Gemeinde Weeze) im Bauausschuss mitteilte, liegt der Fördersatz für das Infosystem bei 85 Prozent der Kosten, 15 Prozent muss die Gemeinde selbst aufbringen. In konkreten Zahlen: Pro Anlage werden rund 30 000 Euro fällig. Es verbleibt also ein Eigenanteil von etwa 4 500 Euro pro Anlage — zwei will die Gemeinde anschaffen. Hinzu kommen die laufenden Kosten für Stromverbrauch und Mobilfunkkarten. Moll-Tönnesen deutete das Risiko durch Vandalismusschäden an. "Die sind aber in Goch noch nicht vorgekommen."

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Wegen der internationalen Gäste des Weezer Bahnhofs sollen die Infos zweisprachig sein — das sind sie auf gedruckten Schildern auch jetzt schon. Bei ihrer Begehung hätten die VRR-Vertreter zudem erwähnt, dass sie für den Weezer Bahnhof die Aufstellung von Fahrradboxen für äußerst sinnvoll halten. Die vorhandenen Unterstellplätze für Fahrräder reichten nicht aus. Um Diebstahl und Zerstörungen vorzubeugen, würden Pendler gerne solche Boxen anmieten — eine kostet rund 2000 Euro, 500 davon muss die Gemeinde selbst aufbringen. Erst einmal sollen fünf angeschafft werden.

Der Umbau des Bahnhofs ist inzwischen weit gediehen: Der Mittelbahnsteig ist verschwunden, dafür werden die beiden anderen Bahnsteige angehoben, so dass Fahrgäste leicht ein-oder aussteigen können. Der hintere Bahnsteig ist bereits auf die neue Höhe angewachsen. Auf der Seite zum Ort hin existieren eine Behindertentoilette und ein barrierefreier Zugang, wenngleich Rollstuhlfahrer oder andere Beeinträchtigte, die keine Treppen steigen können, dafür einen Umweg in Kauf nehmen müssen.

Laut Auskunft der Gemeindeverwaltung gibt es auch neues Mobiliar und ein neues Wetterschutzhaus — in der Hoffnung, dass es nicht zu erneuten Vandalismusschäden kommt. Am derzeitigen Wartehäuschen ist eine Seitenwand eingeschlagen. Die Bahnstation wird zudem mit neuer Beleuchtung, einem neuen Wegeleitsystem und einem taktilen Leitsystem versehen.

(RP)
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