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Weezer Fachausschuss diskutiert über Zukunft der Gesamtschule.

Kommunale Schulpolitik : Keine Lösung in Sicht

In Weeze gibt es zu wenig Anmeldungen. Damit steht der Gesamtschulstandort dort auf der Kippe. Auch im Schulausschuss wurde deutlich, dass das Problem die fehlenden Schüler sind.

Zwei Dinge wurden im Schulausschuss in Weeze deutlich: Dass alle bedauern würden, wenn die Gesamtschule in Weeze schließen müsste. Dass niemand aber eine Patentlösung hat, wie der Standort denn gerettet werden könnte. Besonders Bürgermeister Ulrich Francken war anzumerken, wie sehr ihn die Entwicklung schmerzt: „Das ist eine ziemlich harte Nuss für mich persönlich.“ Aber die Schülerzahlen seien eine Katastrophe. Francken brachte die Situation auf den Punkt: „Uns fehlen die Schüler und die Ideen.“ Wenn es nach ihm persönlich ginge, würde er sich wünschen, dass der Standort erhalten bleibt. In einigen Jahren gebe es auch wieder mehr Schüler, dann würde es auch mehr Anmeldungen für Weeze geben. „In der Übergangszeit könnte man dann Schüler aus Kevelaer nach Weeze schicken, aber ich weiß, dass diese Diskussion niemand führen will.“ Es sei unrealistisch, von Eltern aus Kevelaer zu verlangen, ihre Kinder nach Weeze zu schicken.

Klar ist, dass auch die fünf Millionen Euro Investition eine wichtige Rolle spielt. Wie berichtet, soll die Schule in Weeze eigentlich umfangreich umgebaut werden. „Problem ist, dass wir nicht in die Glaskugel schauen können, wir wissen nicht, ob wir die Weezer Kinder in der Zukunft für die Gesamtschule bekommen“, sagt Francken. Und so sei es eben ein Risiko, so viel Geld in ein Gebäude zu stecken, das man dann später nicht anders nutzen kann.

Der Politik war wichtig, nach den Gründen für die schwache Anmeldezahl zu forschen. „Das Konzept ist absolut überzeugend, wir fragen uns dann, wie es dazu kommt, dass das Interesse der Eltern so gering ist. Wir wollen das verstehen“, sagte Uwe Persicke (CDU) und fragte, ob es denn in Weeze mehr Unterrichtsausfall als in Kevelaer gegeben habe. Da habe es keine Unterschiede gegeben, so der kommissarische Schulleiter Christoph Feldmann. „Es ist auch nicht unsere Politik, mehr Unterricht in Weeze ausfallen zu lassen.“ Vielmehr sorge man für eine gleichmäßige Verteilung der Lehrer. Ohnehin liege der Unterrichtausfall an der Gesamtschule deutlich unter dem Landesdurchschnitt.

Kritik gab es, weil die Gesamt­schule nicht bei der Vorstellung der weiterführenden Schule an der Petrus.-Canisus-Grundschule vertreten war. Es sei ein Unding, dass nicht ein Lehrer gekommen sei, so Jessica Kruchem (Grüne), das habe ein schlechtes Bild abgegeben. Feldmann erläuterte, dass es wegen Terminüberschneidungen nicht möglich gewesen sei, den Termin wahrzunehmen. Das sei aber nicht die Ursache für die schwachen Anmeldezahlen. Feldmann schilderte auch ganz offen, dass die Diskussion das Kollegium zerreiße. „Das ist eine wirkliche Belastung für uns.“

Gekommen waren auch Eltern, die sich ausdrücklich für Weeze aussprachen. Die Klassen seien klein, die Schüler würden sich wohlfühlen, und die Lehrer seien nett, hieß es immer wieder. Man müsse mehr für das Image der Schule tun, forderten sie. Sie würden es sehr bedauern, wenn der Standort geschlossen würde.

Problem ist, dass an dem Abend Eltern fehlten, die ihre Kinder jetzt noch anmelden wollen. Und damit wurde das große Problem klar: Wenn es nicht gelingt, auf 50 Schüler zu kommen, gibt es für den Standort Weeze kaum noch Hoffnung.