Karneval ist Stress für Tiere warnen Tierschützer aus Weeze Warum Kostüme für Hunde tabu sind

Weeze · Jetzt geht der Karneval in die heiße Phase. Hunde haben bei den Umzügen nichts verloren, meinen die Tierschützer aus Weeze. Auch für Pferde bedeute ein Karnevalszug immenser Stress.

 Sieht lustig aus, ist aber echter Stress für Tiere: Ein Hund in Verkleidung (Archivfoto).

Sieht lustig aus, ist aber echter Stress für Tiere: Ein Hund in Verkleidung (Archivfoto).

Foto: dpa-tmn/Rolf Vennenbernd

Wenn Herrchen das Kostüm aus dem Schrank nimmt, warum soll dann nicht auch sein bester Freund verkleidet werden? Da reicht doch schon ein kleines Geweih für den Kopf und schon ist aus dem Hund ein Mini-Rentier geworden. Lustig, oder? Die Tierschützer vom Bund Deutscher Tierfreunde (BDT) können darüber allerdings gar nicht lachen. Der Verein, der unter anderem den Gnadenhof in Weeze betreibt, warnt davor, sich mit dem Haustier in das närrische Treiben zu stürzen.

„Die meisten Hunde mögen keine Menschenmengen, laute Musik und auch angetrunkene Zweibeiner sind vielen Hunden nicht geheuer“, so der BDT in einer Pressemitteilung kurz vor der Hochzeit des Karneval, der an die Hundehalter appelliert: „Mach deinen Hund nicht zum Narren.“

Besonders auf den Straßen sollte jetzt beachtet werden: Viele Hunde mögen keine alkoholisierten Zweibeiner. Sie reagieren ängstlich und manchmal auch aggressiv. Karneval sei ein menschlicher Spaß, bei dem Tiere nichts zu suchen hätten.

Besonders bei Faschingsveranstaltungen oder Umzügen hätten Hunde – kostümiert oder nicht – nichts verloren, so der BDT. Die große Menschenmenge bedeute viel Stress für das Tier und außerdem besteht eine hohe Gesundheitsgefährdung. Die Tiere können sich leicht an herumliegenden Scherben verletzen. „Die laute Musik ist für Hunde zudem eine Belastung und die umherfliegenden Leckereien auf den Umzügen sind für Hundemäuler und sensible Hundemägen nicht sehr empfehlenswert“, meinen die Tierschützer. Zudem bestehe das Risiko, dass ein verschrecktes Tier sich losreißt und wegläuft. Wer sein Tier liebt, sollte es in den närrischen Tagen auf ruhigen Straßen, Plätzen und Gegenden Gassi führen. Am Aschermittwoch sei ohnehin wieder alles vorbei und bei einem ausgedehnten Spaziergang mit Hund lasse sich der Kopf bestens „durchlüften".

Wie gefährlich die närrischen Tage für Tiere sind, zeigten mehrere Vorfälle in den vergangenen Jahren. So wurde ein kleiner Hund von einem Betrunkenen in Köln lebensgefährlich verletzt. Und der Pferdekutschen-Unfall beim Kölner Rosenmontagszug mit mehreren Verletzten vor einigen Jahren sei Beweis dafür, dass Pferde bei Straßenumzügen ein unkalkulierbares Risiko seien.

Der Tierschutzverein fordert deshalb zum Beginn der tollen Tage sowohl die Verantwortlichen für die Umzüge als auch die Zuschauer zur Rücksicht auf Tiere auf. Es sei Stress für die Tiere und trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ließen sich Unfälle nicht verhindern.

„Es gibt keinen vernünftigen Grund, Pferden den Stress von derartigen Umzügen anzutun“, so der Bund Deutscher Tierfreunde. Laute Musik, fliegende Süßigkeiten und die ausgelassenen Menschenmassen setzen die sensiblen Tiere ständigem, hohen Stress aus. Pferde seien Fluchttiere und äußerst schreckhaft und hätten deshalb, auch wenn sie trainiert sind, bei Umzügen nichts zu suchen, meinen die Tierschützer.

(zel)
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