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Weeze: Pop-up Church gegründet als Alternative zu den gängigen Kirchen

Kirchliches Leben in Zeiten von Corona : Pop-up Church geht in Weeze an den Start

Immer sonntags gibt es online eine neue Predigt. Nach Corona sollen analoge Gottesdienste stattfinden. Damit soll das Angebot an die Gläubigen erweitert werden.

In Weeze ist eine Pop-up Church gegründet worden. Johannes Böker ist ordinierter Pastor und einer der Mitbegründer. Er erklärt, welche Ziele er und sein Team verfolgen.

Die Pop-up Church in Weeze ist losgelöst von der katholischen oder evangelischen Kirche?

Johannes Böker Genau, es ist eine Eigeninitiative. Ich bin aber weiterhin Mitglied in der evangelischen Landeskirche, ich bin da nicht ausgestiegen. Pop-up steht übrigens dafür, dass die Kirche plötzlich da ist, wie ein Pop-up Store.

Privat gegründete Kirchen haben schnell mit dem Vorurteil einer Sekte zu kämpfen oder dass sie nur das Geld der Menschen wollen. Wie ist das bei Ihrem Projekt?

Böker Wir sind definitiv keine Sekte und nicht hinter dem Geld der Menschen her, es gibt weder einen Spendenaufruf noch steht auf unserer Internetseite eine Kontonummer.

Was ist die Idee hinter der Gründung?

Böker Unser Ansatzpunkt für die Gründung war, dass es zwar in Weeze eine katholische, evangelische und neuapostolische Kirche gibt und auch englischsprachige Gottesdienste, aber das längst nicht jeder der 11.000 Einwohner mit dem bestehenden Angebot der Kirchen erreicht wird.

Was wollen Sie anders machen?

Böker Wir wollen Gottesdienste für Menschen anbieten, die sich innerlich von der Kirche distanziert haben. Es geht darum, die Botschaft der Bibel zeitgemäß nahezubringen.

Ein Beispiel?

Böker Wir sind mit der Serie gestartet unter der Überschrift: Was ist Glück? Im ersten Gottesdienst ging es um: Die Angst besiegen. Angst ist ja derzeit ein relativ starkes Thema, viele haben zum Beispiel Angst sich mit Covid-19 zu infizieren und zu sterben. Jesus Christus sagt in der Bibel: „Ich weiß, dass ihr in der Welt Angst habt, aber habt Mut, denn ich habe diese Welt besiegt“. Er spricht uns seinen Frieden zu. Es ist mehr als ein schöner Gedanke. Man muss es natürlich ausprobieren und Gott ansprechen. Die Bibel liefert viele lebensnahe Berichte, die man so nicht erwartet, aber die auch uns heute ansprechen. Zum Beispiel geht es in einem um eine Frau, deren fünf Ehen gescheitert sind. Der Gottesdienst dazu hat das Thema: Kaputte Beziehungen werden heil.

Wie oft gibt es einen neuen Gottesdienst?

Böker Jeden Sonntag ab 9 Uhr wird ein neuer Gottesdienst auf unserer Internetseite www.popupweeze.de hochgeladen.

Wie viele Leute bilden aktuell die Pop-up Church?

Böker Das Startetteam besteht aus drei Leuten, Matthias Häde, meiner Frau Angela und mir. Die Musiker kommen aus Holland und sind Studenten des Theologischen Seminars Beugen/Boxmeer. Es werden zeitgemäße christliche Lieder gesungen, die Texte sind unterlegt zum Mitsingen zu Hause. Es ist noch ein ganz kleines Pflänzchen.

Wird die Pop-up Church immer online stattfinden oder irgendwann auch analog?

Böker Wir hatten schon Gespräche mit dem Weezer Bürgermeister im Sommer wegen möglicher Räumlichkeiten. Wir würden die Gottesdienste, wenn die Pandemie vorbei ist, gerne in einem öffentlichen Gebäude anbieten und bewusst nicht in einem Kirchengebäude. Für manchen ist es vielleicht schwierig, eine Kirche zu betreten. Wir wollen bewusst ein niederschwelliges Angebot machen. Wir würden gerne Räumlichkeiten im Ort mieten, die gut zugänglich sind und genügend Platz bieten.

Um sich bekannter zu machen, haben sie Ende Dezember, Anfang Januar Zeitungen an die Weezer Haushalte verteilt. Gab es Reaktionen?

Böker Ja, wir haben wir haben einige Rückmeldung bekommen. Die waren positiv.