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Weeze macht mit beim Projekt "Volunteers 2.0"

Blick in die Ortschaften : Ehrenamt: Bürgerhaus Wemb als Vorbild

Wissenschaftler der Hochschule Rhein Waal und der Hogeschool Arnhem Nijmegen wollen in zehn deutschen und niederländischen Kommunen die Zusammenarbeit zwischen Ehrenamtlern und Verwaltung verbessern. Das Projekt heißt „Volunteers 2.0“ und wird von der Euregio Rhein Waal gefördert.

Menschen, die sich freiwillig und uneigennützig für andere einsetzen, nehmen Wissenschaftler der Hochschule Rhein Waal (HSRW) und der Hogeschool Arnhem Nijmegen (HAN) in ihrem neuen Projekt „Volunteers 2.0“ in den Fokus. „Wir möchten die Energie des Ehrenamtes mit dem Engagement der Verwaltungen zusammenführen“, sagte Klaus Hegemann, Projektleiter und Professor für Allgemeine Betriebswirtschaft an der HSRW, bei der Auftakt-Veranstaltung im Weezer Bürgerhaus.

Vertreter aller Projektteilnehmer waren vertreten, zahlreiche von ihnen online zugeschaltet in einem Video-Chat, um die Abstands- und Hygieneregeln der Corona-Maßnahmen einzuhalten. „Volunteers 2.0“ baut auf den Erfahrungen mit den vorangegangenen Hochschulprojekten „Smart Villages“ (2012 – 2016) und „Krachtige Kernen/ Starke Dörfer“ (KRAKE 2016 -2019) auf. Diese beschäftigten sich mit der Zukunftsfähigkeit ländlicher Ortschaften und der Problematik, dass junge Menschen in Städte ziehen, während in den Dörfern die Älteren zurückbleiben, Geschäfte abwandern, Dorfschulen schließen.

In einer kurzen Einführung blickte Klaus Hegemann zurück auf die Ergebnisse dieser Projekte. Als erfolgreiche Beispiele ehrenamtlichen Engagements nannte er unter anderem die Gründung des Hanselädchens im Kalkarer Ortsteil Grieth und das Bürgerhaus in Wemb. Das Prinzip der Projektarbeit sei dabei immer gewesen, nicht konkrete Vorschläge zu machen, sondern vielmehr die Ideen, die die Bürger entwickelten, professionell zu unterstützen.

So wolle man auch jetzt vorgehen, nämlich die ehrenamtliche Aktivität in den einzelnen Ortsteilen wahrnehmen und die Kommunikation mit den jeweiligen Gemeindeverwaltungen fördern.

Ulrich Francken begrüßte die Teilnehmer in seiner Eigenschaft als Bürgermeister von Weeze und gleichzeitig als Vorsitzender der Euregio Rhein Waal. Weeze gehört zu den zehn deutschen und niederländischen Kommunen, die bei „Volunteers 2.0“ kooperieren. Er hob die grenzüberschreitende Zusammenarbeit hervor und wertete die Unterstützung der beiden Hochschulen in den vorangegangenen Projekten als sehr positiv.

Die Ziele und „Visionen“ des aktuellen Vorhabens formulierte Korrie Melis, Wissenschaftlerin an der HAN. Zuerst gehe es um die Unterstützung des Ehrenamtes. Weiter wolle man den demografischen Wandel und die Urbanisierung erforschen. Gefördert werden solle der kulturelle Austausch auch der Gemeinden untereinander. Schließlich nannte sie den Plan, herauszufinden, welche Methodenkompetenzen in den untersuchten Quartieren benötigt werden. Wie dies in der Praxis aussehen wird, beantwortete Klaus Hegemann: „Wir gehen auf die Menschen im Ort zu, fragen: Was sind eure Themen? Was ist euch wichtig? Wo können wir unterstützen?“ Eine Idee sei die Einrichtung von Stammtischen und auch die bewährte Methode von Fragebögen. Weiter wolle man den Austausch „über den Kirchturm hinaus“ fördern, was bedeute, eventuell Lösungen anderer Gemeinden zu übernehmen. Er betonte, dass die Dorfbewohner oftmals eine hohe Identifikation mit ihrer Heimat hätten und ihre Bedürfnisse präzise formulierten. Die Hochschule könnte dann helfen und die Wege aufzeigen, wie man sich mit der Verwaltung darüber verständigt. „Hier auf dem Land gibt es auch den Vorteil, dass man sich kennt und der Weg zur Verwaltung kurz ist“, ergänzte Khalid Rashid von der Gemeinde Weeze.

Peter van ´t Hoog, Mitglied der niederländischen Provinzleitung Gelderland merkte an, dass gerade jetzt in der Corona-Krise die Orte viele Erfahrungen gesammelt hätten. „Die Krise hat viele Initiativen hervorgebracht. Zusätzlich ist dies ein Thema, über das man sich mit anderen Gemeinden austauscht“, erläuterte Projektkoordinatorin Barbara Arntz.