Rheinmetall in Weeze Experten für die Kampfjet-Fabrik werden in den USA ausgebildet

Weeze · Die Kampfjetfabrik am Airport Weeze ist ein echtes Prestige-Projekt für den ganzen Kreis Kleve. Der Bau läuft und auch die Anwerbung der Mitarbeiter. Experten werden sogar in den USA ausgebildet. Von dem Projekt ist auch der Ministerpräsident angetan.

Rumpfmittelteile für den F35-Kampfjet sollen in Weeze produziert werden.

Rumpfmittelteile für den F35-Kampfjet sollen in Weeze produziert werden.

Foto: Lockheed Martin Corporation/Darin Russell/Darin Russell

Der Bau der Kampfjet-Fabrik auf dem Airport Weeze geht voran. Das ist deutlich zu sehen. Gleichzeitig ist das Rüstungsunternehmen Rheinmetall bereits dabei, Experten auszubilden, die später wiederum Mitarbeiter im Werk in Weeze unterweisen sollen. Das Besondere ist: Die Ausbildung der Luftfahrtexperten von Rheinmetall erfolgt in Kalifornien in Palmdale. Dort hat das Rüstungsunternehmen Northtrop Grummann ein Produktionswerk. Die Firma ist bei dem Kampfjet-Projekt mit im Boot.

Das besondere Ausbildungsprojekt ist jetzt gestartet worden. „Der pünktliche Beginn der Ausbildung unserer ersten Rheinmetall-Mitarbeiter bei unseren Partnern von Northrop Grumman in Palmdale bedeutet einen weiteren wichtigen Meilenstein in unserem F-35-Projekt“, so Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG. „Auch der Bau unserer Fertigungsstätte in Weeze schreitet planmäßig voran. Wir arbeiten sehr eng und gut mit allen Beteiligten vor Ort in Deutschland und in den USA zusammen und sind auf sehr gutem Wege.“

Ministerpräsident Hendrik Wüst (2.v.r.) machte sich in Palmdale ein Bild von dem besonderen Ausbildungsprojekt.

Ministerpräsident Hendrik Wüst (2.v.r.) machte sich in Palmdale ein Bild von dem besonderen Ausbildungsprojekt.

Foto: dpa/-

„Wir entsenden zunächst technisch hochversierte Spezialisten nach Palmdale“, erläutert Mike Schmidt, Geschäftsführer der Rheinmetall Aviation Services GmbH. „Diese Kollegen werden dann eine wesentliche Stütze im Know-How-Transfer für die Fertigung der F-35 in Deutschland sein. Hier laufen die Personaleinstellungen auf Hochtouren. Interessierte, die sich im Bereich der F-35-Fertigung beruflich engagieren wollen, lade ich gleichwohl weiterhin gerne ein, sich bei uns zu bewerben.“

400 Arbeitsplätze sollen in Weeze entstehen. Rheinmetall baut auf einem 60.000 Quadratmeter großen Grundstück am Airport eine mehr als 30.000 Quadratmeter große Halle.

Rheinemtall: Die Bilder vom Spatenstich für die Kampfjet-Fabrik
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Bau der Kampfjet-Fabrik in Weeze startet

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Foto: Norbert Prümen

Bei seinem Besuch in den USA machte sich davon jetzt auch Ministerpräsident Hendrik Wüst vor Ort ein Bild. Das Projekt sei ein „hervorragendes Beispiel für Knowhow-Transfer“, sagt Wüst. „Der Ausbildungsstart in Palmdale für Fachkräfte aus Nordrhein-Westfalen ist der Startschuss für die gesamte Produktion in Weeze. Damit zeigen wir deutlich: Nordrhein-Westfalen meint es ernst. Die Zeitenwende wird bei uns jetzt ganz konkret. Die Zusammenarbeit zwischen Nordrhein-Westfalen und Kalifornien, zwischen Rheinmetall, Northrop Grumman und Lockheed Martin ist ein hervorragendes Beispiel für den Technologie- und Knowhow-Transfer unter Bündnispartnern im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungspolitik“, so der Ministerpräsident weiter.

In dem neuen Produktionswerk von Rheinmetall Aviation Services in Weeze soll der Mittelrumpf des F-35A produziert werden. In Weeze rechnet man mit maximal 36 Mittelrumpfteilen pro Jahr. Die Kampfjet-Teile aus Weeze werden in der Endfertigungslinie von Lockheed Martin in den USA mit anderen Bauteilen zum hochmodernen Kampfjet zusammengesetzt. Die weitere Endmontage findet in Italien und Japan statt.

Die F-35A gilt aktuell als das fortschrittlichste Kampfflugzeug der Welt. Der Mittelrumpf als Herzstück der Produktion ist eine Schlüsselkomponente. Er verbindet eine Vielzahl von kritischen Systemen miteinander und enthält wichtige Verbindungselemente wie Waffensysteme sowie elektrische und hydraulische Systeme.

Die Rumpfmittelteile aus Weeze sind identisch zu den Produktionsstücken aus Palmdale. Die Fertigung in Weeze dient als Kapazitätserweiterung für die Gesamtproduktion von F-35A-Kampfjets im Unterauftrag von Northrop Grumman. Das Werk in Weeze soll Ende des ersten Quartals 2025 betriebsbereit sein.

Für den Kreis Kleve war es ein echter Coup, dass Rheinmetall sich für Weeze entschieden hat. Unter anderem hatte die Gemeinde dabei die Landeshauptstadt Düsseldorf ausgestochen.

(zel)
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