Schauspiel in Weeze Gute Stimmung beim Comeback des Theatervereins Weeze

Weeze · Nach über zwei Jahren führte der Theaterverein Thalia wieder ein Stück auf. Bei „Chefs und andere Katastrophe“ ging es um gefährdete Arbeitsplätze und kreative Lösungen.

Franziska Beutel (Uschi Slooten), Putzfrau Ling Ling (Mareike Krüger) und Theodora Klapper (Lena Coumanns).

Franziska Beutel (Uschi Slooten), Putzfrau Ling Ling (Mareike Krüger) und Theodora Klapper (Lena Coumanns).

Foto: Rüdiger Bechhaus

Die Imperium-AG ist in Gefahr. Die Firma für Bauelemente gehört dem Anglerfreund und Computerfeind Friedrich von Habermichel (Hans-Georg Slooten). Noch. Denn er steht kurz vor dem Ruhestand. Sein Sohn Jürgen von Habermichel (Marco Scuderi) soll die Firma übernehmen. Das möchte er aber nicht, stattdessen verscherbelt er sie an Theodora Klapper (Lena Coumanns). Sie will die Imperium-AG zerstören, alle Mitarbeiter entlassen und die Produktions ins Ausland verlagern. Die anderen Angestellten versuchen, das zu verhindern.

Soweit der Plot des Stück „Chefs und andere Katastrophen“, das der Thalia-Verein Weeze am vorvergangenen und vergangenen Wochenende jeweils im Bürgerhaus Weeze aufführte. Für die Laienspielgruppe waren es die ersten Auftritte seit über zwei Jahren. Entsprechend groß war der Andrang. Das Bürgerhaus Weeze war bei den Aufführungen voll besetzt. Und die Stimmung war gut.

Denn das Theaterstück war eine Komödie und versuchte, einen Witz an den andern zu reihen. Dabei ließen die Schauspieler kaum ein Klischee aus. Die Sekretärin Christine Stoll) (Anna Völlings) schläft selbstverständlich mit dem Junior-Chef, lackiert sich lieber die Fingernägel als zu arbeiten und telefoniert währenddessen mit ihren Freundinnen. Der Mitarbeiter Josef Hüngerle (Marcus Grund), von dem keiner so wirklich weiß, was er eigentlich für eine Aufgabe hat, sitzt die meiste Zeit im Büro, beobachtet Fliegen und fragte regelmäßig nach einer Gehaltserhöhung, die ihm sein Chef regelmäßig verweigert. Und dann ist da noch Ling-Ling (Mareike Krüger). Ling-Ling ist die Putzfrau, natürlich ist sie Asiatin und hat Stäbchen im Haar. Und natürlich hat sie einen „lustigen“ asiatischen Akzent, kann das R nicht aussprechen. „Ling-Ling macht saubel“, sind dann ihre Sätze. Haha. Den offenkundigen Rassismus, den die Figur reproduziert, scheint von den Machern und Schauspielern niemand zu bemerken. Auch das Publikum goutiert solche Sätze mit regelmäßigen Lachern.

Tatsächlich ist es dann Ling-Ling, die zusammen mit Franziska Beutel (Uschi Slooten) herausfindet, dass die Imperium AG vor dem Aus steht – und damit all ihre Jobs. Sie suchen eine kreative Lösung und werden fündig: Hannelore von Habermichel (Meike Scuderi), die Schwester von Jürgen, übernimmt die Firma. Der teuflische Deal platzt, die Arbeitsplätze sind gerettet. Weitere Schauspieler waren: Christian Slooten als Martin Kluge und Birgit Büren als Heidelinde Knospe. Regie führten Grit Guse und Uschi Slooten.

(sed)
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